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Christoph Berger von der Impfkommission zur Booster-Impfung
Aus 10 vor 10 vom 26.10.2021.
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Booster für über 65-Jährige «Covid-Zertifikat gilt nach Booster-Impfung ein Jahr»

Nun kommt die Booster-Impfung für Menschen im Rentenalter: Der Bund empfiehlt neu allen Personen über 65 Jahren, sich eine dritte Impfdosis verabreichen zu lassen. SRF News hat bei Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif), nachgefragt.

Christoph Berger

Christoph Berger

Kinderarzt und Infektiologe

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Prof. Christoph Berger ist Kinderarzt und Infektiologe am Universitätsspital Zürich. Er ist zudem Präsident der Eidg. Impfkommission.

SRF News: Booster-Impfungen sind neu ab 65 Jahren zugelassen. Was ist mit Menschen, die jünger sind, aber trotzdem die dritte Dosis wollen?

Christoph Berger: Das ist einfach gar nicht nötig. Personen unter 65 Jahren, aber auch viele über dieser Altersgrenze, sind noch ganz gut geschützt. Sie sind noch genau gleich gut geschützt wie nach der zweiten Impfung. Sie brauchen den Booster noch nicht. Den Booster brauchen momentan nur Leute, bei denen der Schutz nicht mehr so gut ist – und das sind Leute über 80 Jahre und gewisse Personen hinunter bis 65 Jahre.

Übertreiben Staaten wie Israel oder USA, die auch Jüngere boostern?

Wir wollen den Schutz aufrechterhalten, so wie er nach der zweiten Impfung war. Da der Schutz noch gut ist, braucht es keine Booster-Impfung für Jüngere. Um die Pandemie bewältigen zu können oder Massnahmen zu begrenzen, ist der Booster nicht das geeignete Mittel. Es ist viel wichtiger, dass sich die Ungeimpften impfen lassen. Der Booster leistet hierzu nur einen kleinen Beitrag.

Bis jetzt hat der Schutz der Geimpften in der Schweiz nicht nachgelassen. Nur bei den über 80-Jährigen hat der Schutz ganz wenig nachgelassen.

Man hat das Gefühl, dass man in der Schweiz immer das gleiche macht wie im Ausland, einfach immer ein wenig später. Täuscht der Eindruck?

Bis jetzt hat der Schutz der Geimpften in der Schweiz nicht nachgelassen – nur bei den über 80-Jährigen hat der Schutz ganz wenig nachgelassen. Das hat Taskforce-Chefin Tanja Stadler an der Medienkonferenz am Dienstag mit aktuellen Zahlen schön aufgezeigt. Deshalb sind wir mit dem Booster genau rechtzeitig.

Und was ist mit Menschen, die einfach den Booster wollen, um sich noch sicherer zu fühlen?

Die Daten zeigen, dass der Schutz nicht nachlässt. Und wenn die Menschen den Booster wollen, dann können wir das machen. Aber zuerst empfehlen wir als Impfkommission denen den Booster, die den Schutz brauchen, weil er nachgelassen hat. Das sind die älteren Menschen. Bei den anderen ist der Booster noch nicht nötig. Die über 65-Jährigen aber sollen die Booster-Impfung machen, damit der Schutz gut bleibt.

Bei Moderna ist die Menge der dritten Impfung geringer als bei den ersten beiden Impfungen.
Autor:

Wirkt der Schutz durch den Booster auch gut gegen Delta und andere Mutationen?

Der Impfstoff der Auffrischimpfung dieser dritten Dosis ist genau der gleiche Impfstoff, wie bei den ersten beiden Impfungen. Beim Pfizer-Impfstoff ist es auch die gleiche Menge – bei Moderna ist die Menge geringer bei der dritten Dosis.

Das Covid-Zertifikat gilt nach der Booster-Impfung wieder ein ganzes Jahr.
Autor:

An der heutigen Medienkonferenz wurde gesagt, dass das Zertifikat nach der dritten Dosis nicht verlängert wird.

Man sollte sicher nicht den Booster haben wollen, damit das Zertifikat verlängert wird. Wir wollen den Booster diesen Menschen geben, die nicht mehr maximal geschützt sind. Das Zertifikat soll eigentlich für jene Personen sein, die gut geschützt sind und nicht andere anstecken. Der Booster ist also nicht da, um das Zertifikat zu verlängern. Aber es ist so: Das Zertifikat gilt nach der zweiten Impfung 365 Tage lang und nach der Boosterimpfung gilt es ab dann wieder 365 Tage.

Also das Zertifikat gilt ab dann wieder für ein ganzes Jahr?

Ja, nach dem Booster gilt es wieder genau gleich wie nach der zweiten Impfung für ein ganzes Jahr.

Das Gespräch führte Arthur Honegger.

SRF 1, 10vor10, 26.10.21, 21:50 Uhr;

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