Die Ausgangslage: Zwei Monate sind seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Silvesternacht vergangen. Bisher hat die Walliser Politik grossmehrheitlich geschwiegen, sich nicht dazu geäussert. Anders war es nach dem Bergsturz in Blatten. Kurz nach der Naturkatastrophe gab es einen Vorstoss im Walliser Kantonsparlament, die Parteien haben sich rasch geäussert. Nun kommt das Walliser Kantonsparlament am Montag zum ersten Mal seit der Brandkatastrophe zusammen.
Die Schweigeminute: Grossratspräsidentin Patricia Constantin eröffnete die Session mit einer Schweigeminute und gedachte den Opfern. «Das Drama von Crans-Montana hat unseren Kanton tief getroffen. Angesichts einer solchen Tragödie gelten unsere ersten Gedanken den Opfern, ihren Familien und Angehörigen», sagte sie.
Die Rede von Reynard: Staatsratspräsident Mathias Reynard erklärte: «Seit dem 1. Januar ist unser Kanton nicht mehr derselbe. Das Drama von Crans-Montana hat Familien zerstört. Es hat unsere Jugend hart getroffen und die gesamte Gemeinschaft bewegt. Diese Tragödie wird uns ein Leben lang prägen.» Der Staatsrat wolle demnächst mit den Opfern und deren Angehörigen zusammentreffen.
Dieses Drama wird uns ein Leben lang prägen.
Weiter dankte Mathias Reynard allen Menschen, die während der Silvesternacht im Einsatz gestanden sind und die die nationale Trauerfeier mitgestaltet haben. «Kein einziger Tag ist vergangen, an dem wir nicht an die Opfer denken.»
Grosses Sicherheitsaufgebot: Das Medieninteresse für die erste Session seit der Brandkatastrophe ist gross, berichtet SRF-Korrespondentin Ruth Seeholzer in Sitten. Vor dem Grossratsgebäude seien viele Polizistinnen und Polizisten stationiert. Man wollte offenbar gewappnet sein für einen anfälligen Ansturm. Der Platz im Grossratssaal für die Medienvertreterinnen und Medienvertreter war am Morgen komplett ausgeschöpft.
Über das wird diskutiert: Der Kanton will die Opfer der Katastrophe finanziell unterstützen. Dafür soll eine Stiftung geschaffen werden mit einem geplanten Startkapital von 24 Millionen Franken. Der Kanton Wallis würde sich mit insgesamt zehn Millionen Franken daran beteiligen. Dies hat der Staatsrat so vorgeschlagen. Auch das Parlament hat sich dafür ausgesprochen, dass die Opfer und ihre Familien unbürokratisch und so rasch wie möglich finanzielle Hilfe erhalten. Das Parlament hat die Gründung dieser Stiftung einstimmig unterstützt.
Ausserdem gibt es verschiedene Vorstösse, um das Brandschutzgesetz nochmals zu überprüfen. Das heutige Gesetz wird zurzeit revidiert. Die Politik wolle deshalb nochmals über die Bücher, so Wallis-Korrespondentin Ruth Seeholzer.
Der Kanton Wallis hat bekanntlich eines der strengsten Brandschutzgesetze der Schweiz. Dieses verlangt, dass die Gemeinden den Brandschutz in öffentlichen Gebäuden wie Restaurants, Bars und Hotels jährlich überprüfen. Nicht nur in der Bar «Le Constellation» sei dies nicht umgesetzt worden, sondern auch an anderen Orten.
Wie Politikerinnen und Politiker das neue Brandschutzgesetz anpassen wollen, ist noch nicht klar. Über die dringlichen Vorstösse wird am Donnerstag debattiert.