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WEKO weitet Untersuchung zu möglichem Baukartell im Misox aus
Aus Regionaljournal Graubünden vom 24.06.2021.
abspielen. Laufzeit 19:41 Minuten.
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Bündner Baukartell Weko weitet Baukartell-Untersuchung aus

  • Die Wettbewerbskommission (Weko) weitet ihre Untersuchung zu möglichen Submissionsabsprachen in der Region Moesa im Kanton Graubünden aus.
  • Drei weitere Firmen sind möglicherweise in den Bündner Kartell-Skandal verwickelt.
  • Dies ist bereits die elfte Untersuchung der Weko im Kanton Graubünden.
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Aus dem Archiv: Eine Session im Zeichen der Baukartelle
Aus Schweiz aktuell vom 15.06.2021.
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Aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse existierten Indizien, dass drei weitere Unternehmen an den mutmasslichen Absprachen im Baubereich beteiligt sein könnten, schreibt die Kommission in einer Mitteilung vom Donnerstag. Zwei dieser Unternehmen sind demnach im Kanton Tessin ansässig, eines in der Region Moesa.

Die Verfahrensausdehnung war laut Weko von Hausdurchsuchungen begleitet. Im Rahmen dessen sei nun zu prüfen, ob kartellrechtlich unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen vorlägen oder nicht.

Notorische Mauschler

Bündner Baufirmen sind regelmässig im Visier der Weko. Die Kartellwächter haben bereits zehn Untersuchungen zu Submissionsabsprachen im Kanton Graubünden durchgeführt, wobei sie dazu im 2019 ihren letzten Entscheid erliessen. Bei solchen Absprachen stimmen die Offerierenden typischerweise ihre Angebote mit dem Ziel ab, einem Unternehmen den Auftrag zu einem bestimmten Preis zukommen zu lassen.

Ende Mai 2020 etwa zahlte der grösste Schweizer Baukonzern Implenia dem Kanton Graubünden in einem Vergleich eine Million Franken wegen illegaler Preisabsprachen auf dem Bau. Insgesamt beliefen sich die Vergleichszahlungen von mehreren Baufirmen mit dem Kanton nach Abschluss der Implenia-Vereinbarung auf total neun Millionen Franken. Untersuchungen der Wettbewerbskommission hatten die in den Jahren 2004 bis 2012 begangenen Kartellverstösse ans Tageslicht gebracht.

Im Sommer 2019 waren mit neun Strassenbauunternehmen Vergleiche mit einer Ausgleichssumme von sechs Millionen Franken abgeschlossen worden. Zuvor, im Frühjahr 2019, war sich die Regierung mit fünf Engadiner Baumeistern über die Zahlung von zwei Millionen Franken einig geworden.

Die Weko hatte nach Abschluss der Untersuchungen mehrere Unternehmen mit insgesamt elf Millionen Franken gebüsst. 40 Unternehmen waren in Absprachen bei 1160 Bauprojekten involviert gewesen.

Erste PUK in der Kantonsgeschichte

Wegen der Absprachen in der Bündner Bauindustrie gab es im Kanton gar eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK), welche unter anderem die Rolle von Verwaltung und Politik in diesem Zusammenhang untersuchte. Der zweite Teil dieses PUK-Berichtes kam vor wenigen Wochen erst zum Schluss, dass Mitglieder der kantonalen Verwaltung Graubündens bis in die Regierung hinauf Preisabsprachen im Baugewerbe zumindest vermutet, aber wenig dagegen unternommen haben.

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Aus dem Archiv: PUK-Bericht zum Bündner Baukartell würdigt Whistleblower Quadroni
Aus 10 vor 10 vom 09.06.2021.
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In ihrem ersten, Ende 2019 publizierten Teilbericht, hatte die PUK Polizeieinsätze gegen den Whistleblower Adam Quadroni untersucht – und kritisiert. Quadroni hatte das Unterengadiner Baukartell, dem er vorher selber angehörte, an die Öffentlichkeit gezerrt.

HeuteMorgen, 24.6.2021, 08:00 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Seien wir ehrlich: Es ist systemische Korruption. Etwas, das wir an südamerikanischen,Ländern oder Russland kritisieren. Systemisch deshalb, weil weder PUKS noch WEKOs mehr als Pflästerlis auflegen. Systemisch deshalb, weil eine unvoreingen., tiefergehende Untersuchung Vernetzungen darstellen würde, über die der bündner Bauskandal mit anderen Branchen und anderen Regionen der Schweiz verbunden ist. Nur Untersucher/Richter von weit ausserhalb der Schweiz könnten diesen Sumpf trockenlegen.
    1. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      Im Kanton Graubünden werden Regierungräte trotz Verfehlungen von den Bürgern noch wiedergewählt.
      Und wir Zürcher machen uns mit dem Bezahlen des Finanzausgleichs an der Korruption auch noch schuldig.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Und da will die Regierung wirklich nur etwas geahnt haben? Schon alleine, dass sie den Vermutungen nicht nachgegangen ist, hinterlässt einen schalen Geschmack. Beteuerungen seitens Politikern glaube ich schon lange nicht mehr. Warum die Bevölkerung an solchen festhält, kann ich nicht nachvollziehen. Sind denn alle in diese Mauscheleien verstrickt, und es aus diesem Grund keine Rolle mehe spielt wer in der Regierung sitzt? Ich liebe das Bündlerland, doch diese Machenschaften enttäuschen.
  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    So viel dazu, dass sich die auf dem Land immer korrekt verhalten?
    1. Antwort von Roger Kloos  (DerRoger)
      Wie kommen sie zu solch einer Aussage? Wer sagt so etwas? Wo haben sie das gehört oder gelesen?