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Gratis-Tests oder nicht? Kantone sind sich uneinig
Aus 10 vor 10 vom 23.08.2021.
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Bundesratspläne Nicht alle Kantone wollen kostenpflichtige Schnelltests

Zahlen für Schnelltests: Was sagen die Kantone dazu? SRF weiss: Vor allem bürgerlich geprägte lehnen diesen Schritt ab.

Antigen-Schnelltests sind bis jetzt gratis. Damit soll Schluss sein, wenn es nach dem Bund geht: Wer sich ohne Symptome testen lässt, um an einer zertifikatspflichtigen Veranstaltung teilzunehmen, der soll diesen Test ab dem 1. Oktober 2021 aus der eigenen Tasche berappen.

In einer Vernehmlassung hat der Bund nun die Kantone gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Am Mittwoch will er über die Antworten informieren und seine Entscheidung bekannt geben.

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Aus dem Archiv: Braucht es Druck auf Ungeimpfte?
Aus SRF News vom 21.08.2021.
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SRF hat bei den Kantonen nachgefragt: Sollen diese Tests künftig kostenpflichtig werden oder gratis bleiben? Für den Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf ist die Antwort klar: Sie sollen gratis bleiben, denn diese Massnahme treffe vor allem Jugendliche mit kleinem Budget. Müssten sie zahlen, halte man sie vom Testen ab.

Tests sollen gratis bleiben, denn diese Massnahme trifft vor allem Jugendliche.
Autor: Guido Graf Luzerner Gesundheitsdirektor

Ablehnung in bürgerlichen Kantonen

Es sind mehrheitlich bürgerlich regierte Kantone, welche die Kostenpflicht ablehnen. Politologe Michael Hermann meint: «Es sind vor allem Kantone, die eine tiefe Impfquote haben. Sie befürchten, dass sich dann viele Ungeimpfte nicht mehr testen würden.» Auf der anderen Seite falle auf, dass es ausgerechnet bürgerliche Kantone seien, die üblicherweise auf Eigenverantwortung pochten, um die Staatsausgaben tief zu halten. «Wenn es aber der Bund ist, der bezahlt, dann scheint dieses Argument nicht mehr so wichtig zu sein.»

Die Kostenpflicht lehnen vor allem Kantone ab, die eine tiefe Impfquote haben.
Autor: Michael Hermann Politologe

Viele wollen Testpflicht lieber später als früher

Fakt ist: Früher oder später wollen alle Kantone die Kostenpflicht für Antigen-Schnelltests einführen. Viele aber eben lieber später als früher. Der Kanton Bern macht einen zusätzlichen Vorschlag. Gundekar Giebel, Mediensprecher der Gesundheitsdirektion meint: «Der Vorschlag aus dem BAG ist etwas kompliziert. Er unterscheidet zu stark zwischen den einzelnen Testmöglichkeiten – von PCR, von symptomatisch, asymptomatisch, bis zu Fall bezogen. Das ist zu kompliziert für die Bevölkerung. Man braucht einfache Regeln.»

Politologe Michael Hermann erwidert trocken: «Grundsätzlich hat der Kanton Bern recht. Es ist sehr kompliziert. Aber schaut man sich die Antworten der Kantone an, die entweder ‹Ja, aber…› oder ‹Nein, aber…› sagen oder wie Bern gar einen neuen Vorschlag einbringen, dann sieht man, dass die Kantone selbst zur Komplexität beitragen und vor allem, dass es keine einfachen Lösungen gibt.»

Es gibt keine einfachen Lösungen.
Autor: Michael Hermmann Politologe

Die Konsultation der Kantone zur Kostenpflicht ist abgeschlossen. Ob und inwieweit der Bundesrat auf den Widerstand und die Bedenken einzelner Kantone eingeht, wird er am Mittwoch bekannt geben.

10 vor 10, 23.08.2021, 21:50 Uhr

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110 Kommentare

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  • Kommentar von Arno Oberthaler  (uBruthaler)
    Tests sollen für Jugendliche und junge Erwachsene, solange in Ausbildung, gratis bleiben. Ebenso für geimpfte.
    Ich kenne einige welche sich impfen lassen sobald ein gut und vor Übertragung schützender, einmal einzunehmender Impfstoff auf dem Markt ist. Viele Ungeimpfte gehören nicht zu den Impfgegnern warten aber auf das richtige Produkt. Es sind 308 Produkte noch in Entwicklung. Vfa.de
    Das lässt hoffen.
    1. Antwort von Karin Wappmann  (Karin Wappmann)
      "... sich impfen lassen sobald..."
      Hoffentlich sind das nicht nur Ausreden.
      Dass bis jetzt kein Impfstoff zuverlässig vor Ansteckung schützt, ist bedauerlich. Dass ev. 2 Dosen nicht lebenslänglichen Schutz erzeugen ist blöd. Dass die mRNA-Technik "erst" seit 30 J. erforscht wird, macht einige skeptisch.
      Andererseits gab es noch nie einen Impfschutz mit derart hohem Wirkungsgrad und so gut verträglich. Und so vielen Menschen verabreicht wurde.
      Es ist nicht die Zeit für Luxus-Ansprüche.
  • Kommentar von David Steiner  (MLE)
    Wenn der Staat von Gesunden ein Zertifikat über deren Gesundheit verlangt, soll er die entsprechenden Kosten selbst bezahlen. Eine Kostenüberwälzung ausschliesslich bei positiv Getesteten wäre etwas anders. Am sinnvollsten wären aber ohnehin Tests für alle bei Grossveranstaltungen, da bekanntlich auch viele Geimpfte zu Virusträgern werden.
    1. Antwort von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
      pssst, das können sie doch nicht sagen. das würde ja bedeuten GGG vermittelt eine trügerische sicherheit!
  • Kommentar von thorsten Koopmann  (Koopmann)
    Es gibt einiges an Widerstand! Die SVP und Die Grüne Partei lehnen kostenpflichtige Tests/ Zertifikate entschieden ab. Die FDP und GLP dafür . Die Mitte uneinig. Da wird es noch Diskussionen geben.
    1. Antwort von Bernhard Zwahlen  (B.Zwahlen)
      Ich meine, dass die SVP (Parmelin) die Tests kostenpflichtig machen wollte. Also lehnen zumindest nicht alle der SVP die kosten füe Tests ab.