Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Corona-Erwerbsersatz Gekürzter Lohnersatz in Quarantäne: Das müssen Sie wissen

Wer aufgrund eines Kontakts mit einer positiv getesteten Person in Quarantäne geschickt wird, erhält seit dem 8. Februar nur noch maximal sieben statt zehn Tage Lohnersatz. Was heisst das konkret für Betroffene?

Wie lange erhalte ich Lohn, wenn ich in Quarantäne muss? Wer nicht arbeiten kann, weil er von den Behörden in Quarantäne geschickt wird, hat grundsätzlich Anspruch auf die sogenannte Corona-Erwerbsersatzentschädigung. Seit dem 8. Februar werden statt wie bisher zehn neu maximal sieben Taggelder ausbezahlt. Das hat der Bundesrat in einer Anpassung der entsprechenden Verordnung, Link öffnet in einem neuen Fenster festgelegt. Die Quarantäne kann neu mit einem negativen Testergebnis am siebten Tag aufgehoben werden.

Diese Taggelder müssen die Betroffenen wie bisher selber mittels Formular, Link öffnet in einem neuen Fenster bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse, Link öffnet in einem neuen Fenster beantragen, sofern der Arbeitgeber den Lohn nicht weiterzahlt. In diesem Fall werden die Taggelder direkt an die Arbeitgeber bezahlt. Wer nicht krank ist und seiner Arbeit im Homeoffice nachgehen kann, bekommt keine Taggelder. Selbstständige beantragen die Entschädigung ebenfalls bei ihrer Ausgleichskasse.

Wie berechnet sich die Höhe des Corona-Taggelds?

Die Corona-Erwerbsersatzentschädigung beträgt 80 Prozent des AHV-pflichtigen Einkommens, höchstens aber 196 Franken pro Tag. Den Höchstbetrag erreichen Angestellte mit einem Monatslohn von 7350 Franken (7350 x 0.8 / 30 Tage= 196 Franken/Tag), respektive Selbstständige mit einem AHV-pflichtigen Einkommen von 88'200 Franken (88'200 x 0.8 / 360 Tage = 196 Franken/Tag).

Wie kann die Quarantäne auf sieben Tage verkürzt werden? Wer am siebten Tag einen negativen Test vorweist (Schnelltest oder PCR) kann vom zuständigen Amt seines Wohnkantons, Link öffnet in einem neuen Fenster vorzeitig aus der Quarantäne entlassen werden. Die Betroffenen müssen diesen Test selber bezahlen. Der Termin für einen Test kann bei einem Testzentrum vorab gebucht werden, das Resultat eines Schnelltests erhält man innerhalb 30 Minuten. Bis zum Ende der ursprünglich angeordneten Quarantäne muss aber überall der Mindestabstand eingehalten werde. Ausserhalb der eigenen Wohnung muss so lange auch immer eine Maske getragen werden.

Was bezweckt der Bundesrat mit der Verkürzung der Entschädigung? Der Bundesrat hat dazu keine konkreten Angaben gemacht. Naheliegend ist aber, dass die Betroffenen motiviert werden sollen, sich nach sieben Tagen testen zu lassen, um die Quarantäne zu verkürzen. Für Arbeitgeber besteht so allenfalls ein Anreiz, sich an den Kosten dieses Tests zu beteiligen.

Video
Aus dem Archiv: Die neuen Massnahmen zur Eindämmung von Corona
Aus Tagesschau vom 27.01.2021.
abspielen

Ich muss mehr als sieben Tage in die Quarantäne. Wer bezahlt den Lohn ab dem siebten Tag? Nach sieben Taggeldern besteht kein Anspruch mehr auf Entschädigung durch den Bund. Wer also mehr als sieben Tage in Quarantäne muss und sich am siebten Tag nicht testen lässt, muss sich mit seinem Arbeitgeber arrangieren. Arbeitsrechtlich dürfte es eine Absenz von der Arbeit sein, für die der Arbeitgeber keinen Lohn schuldet.

Gilt die neue verkürzte Entschädigungsdauer auch für positiv Getestete? Nein, wer positiv getestet wird, muss sich in Isolation begeben. Dies wird wie ein Krankheitsfall betrachtet, es besteht kein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz. Wer in der Quarantäne positiv getestet wird, muss ebenfalls für zehn Tage ab Testdatum in Isolation und erhält für diese Zeit denselben Lohn wie im Krankheitsfall.

SRF 4 News, 08.02.2021, 05:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Anja Schneider  (snean)
    @srf: vielen Dank für die Abklärungen zu diesem Thema. Wisst ihr, wie teuer ein Schnelltest ist?

    Auch wenn ich mir denken kann, dass es vor allem auch um die einfache Abwicklung bei den Ausgleichskassen geht, finde ich es dem Arbeitnehmer gegenüber nicht fair. Er hat so oder so eine Einbusse, entweder Lohn oder Test.

    Noch zur Ergänzung: Es werden Taggelder ausbezahlt bis zum 7. Tag nach letztem Kontakt, nicht allgemein 7 Taggelder. Ist ein Unterschied
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Anja Schneider
      Guten Tag. Ein Antigen-Schnelltest kostet um die 70 bis 80 Franken. Am besten Sie informieren sich zusätzlich beim Testzentrum. Liebe Grüsse, SRF News.
  • Kommentar von Carmen Kainhofer  (Carmen Kainhofer)
    Ich bin (selbstständig) in der kinderbetreuung tätig..könnte also die 1.5 meter abstand nicht einhalten.. entschädigung gibts aber nur für 7 tage ? Und da gibts ja noch mehr berufe wo der abstand nicht eingehalten werden kann.. Toll..
    1. Antwort von Halbeisen Charles  (chh)
      Man könnte den ganzen Tag heulen bei den Ungerechtigkeiten, welche durch die Covid Massnahmen überall bewirkt werden.
    2. Antwort von Fabian Gut  (MonsieurBon)
      Ziehen Sie die Kosten des Tests als Berufsauslagen von den Steuern ab.
    3. Antwort von Lilian Albis  (L.A.)
      Entschuldigen Sie Frau Kainhofer. Ich glaube, ich stehe total auf der Leitung. Aber was haben 1.5 Meter Abstand nicht einhalten bei der Arbeit, mit 7 Tag Entschädigung in Quarantäne zu tun? Denn wenn sie ja negativ getestet wurden am siebten Tag, können Sie so oder so wieder arbeiten gehen. Oder verseht ich was komplett falsch?
  • Kommentar von Sancho Brochella  (warum?)
    @SRF: Danke für die genaue Abklärung zu diesem Thema.