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Universitätsspital Basel ist ratlos, weil es einen Grossteil seiner Belegschaft nicht impfen darf.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 14.12.2020.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Corona-Impf-Regeln des Bundes Basler Unispital kann nur Hälfte des Personals selber impfen

Das Unispital darf nur jene Angestellte impfen, die in Basel leben. Dagegen gibt es Widerstand.

Schon im Januar soll es losgehen mit dem Impfen in der Schweiz, verkündete am Montag Bundesrat Alain Berset. Sobald der Impfstoff zugelassen sei, würden die Kantone ihre Impfdosen erhalten. Dann können sich die ersten Personen in ihren Wohnkantonen impfen lassen. Doch genau dieser letzte Punkt stellt Spitäler wie das Universitätsspital Basel vor ein grosses Problem.

Eigentlich will das Spital möglichst rasch beginnen. «Wir würden gerne all jene Angestellten impfen, die dies auch wollen», sagt Nicolas Drechsler, Sprecher des Unispitals. Schliesslich haben die Angestellten des Unispitals täglich mit Patientinnen und Patienten zu tun, die mitunter das grösste Risiko für einen schweren Verlauf der Krankheit haben.

Impfkontingent macht Spital einen Strich durch die Rechnung

Das Problem ist nur, dass dies nicht in den Impfplänen des Bundes vorgesehen ist. Denn der Bund will die Kantone nächstes Jahr anteilsmässig zu ihrer Bevölkerung mit Impfdosen beliefern. Die Kantone bekommen also nur Impfdosen für ihre eigene Wohnbevölkerung. Deshalb wird auch das Unispital nur mit Impfdosen für die Einheimischen beliefert.

Jene Angestellten, die im Kanton Solothurn, Baselland, Aargau oder im grenznahen Ausland wohnen, blieben also aussen vor. Das betrifft über die Hälfte des Personals. «Wenn wir wenigstens die Angestellten aus der Region selbst impfen könnten, wäre das eine grosse Erleichterung für uns alle», so Unispital-Sprecher Drechsler.

Verhandlungen sind im Laufen

Das Unispital hat deshalb beim Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt interveniert. Dort bestätigt man gegenüber SRF, dass man «diesen Punkt mit dem Bund noch am Klären» sei. Das Bundesamt für Gesundheit selbst reagierte bis zur Sendung nicht auf eine Anfrage um eine Stellungnahme.

Beim Unispital Basel hoffen die Verantwortlichen, dass man sich auf eine praktikablere Lösung einigen kann. Damit es im Januar nicht zu einer Situation kommt, die fast schon Ähnlichkeiten mit der Weihnachtsgeschichte hat. Nämlich, dass alle Impfwilligen dafür in ihren Wohnkanton gehen, so wie in der Bibel die Menschen in ihren Heimatort zurückkehren, um sich in Steuerlisten eintragen zu lassen.

Regionaljournal Basel, 14.12.2020, 17.30 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Hänger  (basilea@gmx.de)
    Also wenn man jetzt auch noch die Impfungen kantonsweise macht dann gute Nacht. Aber solange man hier noch Testresultate per Fax verschickt und es nicht schafft Drive-In testzentren auf die Beine zu stellen wundert mich gar nichts mehr.
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  • Kommentar von Matt Schöpp  (MattTheCat)
    Wäre ich Gesundheitsfachperson mit diesen im Quervergleich schlechten Arbeitsbedingungen und jemand will mich zwingen mir einen im Eilverfahren entwickelten und zugelassenen Impfstoff in die Venen zu jagen: Ich würde unmittelbar kündigen und wäre morgen in einer anderen Branche anzutreffen!

    Viel Spass bei der Suche nach qualifiziertem und motivierten Personal!
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    1. Antwort von Gabriella Itin  (Salat)
      Herr Schöpp Ihre Meinung kann ich, nicht nur nachvollziehen, sondern verstehe Sie auch. Meiner Überzeugung nach werden Sie bei weitem nicht alleine da stehen, Selbst bin ich gleicher Meinung wie Sie.
      Fordern und Nötigung hat dass Gesundheitsfachpersonal weder nötig noch verdient-
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    2. Antwort von Gabriella Itin  (Salat)
      Herr Schöpp Ihre Meinung kann ich, nicht nur nachvollziehen, sondern verstehe Sie auch. Meiner Überzeugung nach werden Sie bei weitem nicht alleine da stehen, Selbst bin ich gleicher Meinung wie Sie.
      Fordern und Nötigung hat dass Gesundheitsfachpersonal weder nötig noch verdient-
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn  (Heiner Zumbrunn)
    Das überzeugendste was ich vom BAG in dieser Coronazeit gehört habe war das Announcement:
    Uns ist das Wochenende heilig. Wir publizieren keine Daten Samstag und Sonntag.
    Hinter dieser Ankündigung sind die StaatsdienerInnen wirklich gestanden und meinten es ernst.
    Alles Andere was aus dem BAG kommt ist merkwürdig unausgegoren. Typisch Verwaltung?
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