Zum Inhalt springen

Header

Audio
Spitäler stellen sich der zweiten Welle entgegen
Aus Rendez-vous vom 09.10.2020.
abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
Inhalt

Corona in der Schweiz Spitäler sehen sich gerüstet für die zweite Covid-Welle

Die Infektionszahlen steigen rasant. Hat das Gesundheitssystem die Lehren aus der ersten Infektionswelle gezogen?

Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), Lukas Engelberger, bezeichnet die aktuelle Corona-Lage in der Schweiz als instabil und kritisch.

Das betreffe aber nicht die Situation in den Spitälern. Dort sei die Situation entspannt: «Es gibt nur wenige Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen, es gibt auch verhältnismässig wenige neue Todesfälle.» Das zeige, dass man mit der Corona-Pandemie umgehen könne.

Spitäler tauschen sich laufend aus

Das bestätigt man auch im Kanton Waadt – einer der derzeit am stärksten vom Coronavirus betroffenen Kantone. Man sei gut vorbereitet, sagt Philipp Eckert, Generaldirektor des Lausanner Universitätsspitals, gegenüber RTS.

Sollten die Zahlen massiv steigen, könnten ganze Räume mit Betten wieder geöffnet werden. Es sei alles organisiert und bereit: Material und Betten stünden parat.

Pflegende in Schutzausrüstung auf einer Intensiv-Plegabteilung.
Legende: Derzeit sind trotz hoher Corona-Infektionszahlen nur wenige Patienten auf Intensivpflege angewiesen. Doch das könnte sich rasch ändern. Keystone

Gut gerüstet ist man auch beim Schweizer Spitalverband. So sagt Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer, man habe aus der Situation im Frühling gelernt. Heute etwa würden sich die Spitäler über die Belegung ihrer Betten laufend austauschen.

«Das Informations- und Einsatzsystem ist verbessert worden.» So sei es jetzt möglich, Patientinnen und Patienten in ein anderes Spital zu verschieben. «Ganz nach Bedarf.»

Nur wenige ältere Patienten in den Spitälern

Grund für die schweizweit entspannte Situation auf den Intensivstationen ist unter anderem, dass bisher kaum ältere Personen eingeliefert werden. «Das ist mehr oder weniger ein Rätsel», sagt Antje Heise, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin.

Es könne sein, dass sich die älteren Menschen besser schützten. Denn derzeit würden eher jüngere Patientinnen und Patienten in den Spitälern behandelt.

Heise ist überzeugt, dass auch bei einem allfälligen Anstieg der Patientenanzahl auf den Intensivstationen nicht mehr so schnell andere Operationen zurückgestellt werden.

«Doch das Ganze ist eine Frage der Ressourcen – von Infrastruktur und Personal.» Deshalb könne sie nicht ausschliessen, dass «punktuell» nicht-dringliche Operationen zurückgefahren werden müssen.

Auch ohne Corona fehlen Pflegekräfte

Angesichts des Personalmangels sorgt sich auch der Schweizer Berufsverband für Pflegepersonal. Bei den materiellen Ressourcen habe man zwar aufgestockt, sagt Pierre-André Wagner.

So könne man hoffen, dass sich beim Schutzmaterial «das Desaster der ersten Welle» nicht wiederholen werde. Doch: «Punkto Arbeitssituation hat sich gegenüber der ersten Corona-Welle überhaupt nichts verändert.» Noch immer fehle vielerorts Pflegepersonal.

Das aber sei ein strukturelles Problem, das man nicht so schnell lösen könne, sagt GDK-Präsident Engelberger. Das habe nichts direkt mit der Coronakrise zu tun.

SRF 4 News, Rendez-vous vom 9.10.2020, 12.30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

34 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kurt Looser  (Dremel)
    Was sind die Ziele der jetzigen Praxis?

    Anfang März war alles ķlar, Verhinderung einer Überlastung des Gesundheitssystems. Mittlerweile sind wir weit über dieses Ziel hinausgeschossen. Es kommt einem vor als ob Untersterblichkeit das neue Ziel ist.

    Viele scheinen Corona mit dem Straßenverkehr zu verwechseln, aber auch wenn im Straßenverkehr viel in Sicherheit investiert wird, man würde nie Existenz und den Sozialstaat dafür opfern.
  • Kommentar von Blenard Nerjovaj  (PeriklesNemesis)
    Ganze Ärzte-Gesellschaften werden nicht angehört, die RKI-Test sind stark umstritten, Corona-Tote werden falsch definiert, es muss eine öffentliche Diskussion gestartet werden. Es ist nicht verwunderlich dass die Gesellschaft gespalten wird.
    1. Antwort von Kurt Looser  (Dremel)
      Es muss eigentlich gar nicht diskutiert werden, wenn Todesfälle richtig gezählt werden, nämlich an Corona verstorben und die Testspraxis auf effektive, ansteckende Infektionen konzentriert und eingestellt wird, wäre schon viel getan.
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Wir hatten bei der ersten Welle ganze 2 Covid-Patienten auf Intensivpflegestation bei uns im Spital, hoffen wir es werden jetzt nicht 3 oder 4. Und dafür wurden unzählige in Kurzarbeit geschickt und müssen jetzt durchgehend 12h schaffen um die abgesagten OP's nach zu holen. Das steht doch alles in keinem Verhältnis, alle Ärzte die man fragt fassen sich nur noch an den Kopf und verstehen das alles genau so wenig.
    1. Antwort von Hugo Bazin  (pstcnowwd)
      Was Sie nicht verstehen, ist dass gerade nur WEIL wir alle nach Hause schicken und uns gegenseitig schützen, dass es eben nur 2/3 Patienten auf der Intensivstation gibt. Und so soll es bleiben, weil ich möchte mich nicht das andere Szenario vorstellen, in dem wir nichts machen und mit unseren Leben einfach weiter machen, während Menschen einfach zu Hause sterben, weil es eben keine freie Plätze im Spital hat. Wir haben in der erste Welle gehandelt und es hat geklappt. Handeln wir JETZT wieder!
    2. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Herr Bazin, es waren 2 Patienten im März/April, seitdem kein einziger mehr und selbst die 2 wurden mit den anderen Intensivpatienten zusammen gelegt um Geld zu sparen. Das ist doch alles schein heilig. Selbst bei 4000 Infizierten werden sich unsere Spitäler langweilen. Die Infektionszahlen sind irrelevant und Angst mache, Todeszahlen und Fälle in Intensivpflege sind relevant. Sie haben Recht, zu Beginn des Jahres haben wir es richtig gemacht, ohne Masken. Jetzt tragen wir Masken = Zahlen steigen