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Corona-Massnahmen Homeoffice-Pflicht: Parteien sind sich uneinig

Die Massnahmen, die der Bundesrat den Kantonen vorschlägt, sind umstritten. Vehement gegen Verschärfungen stemmt sich jedoch einzig die SVP.

Der Bundesrat hat den Kantonen am Mittwoch mögliche Corona-Massnahmen und Verschärfungen zur Konsultation vorgelegt. So will er unter anderem die Schliessung der Restaurants sowie der Kultur-, Sport- und Freizeitanlagen bis Ende Februar verlängern. Zudem schlägt er die Verpflichtung zu Homeoffice, die Schliessung von Läden, die weitere Einschränkung von Menschenansammlungen, sowie den erhöhten Schutz besonders gefährdeter Personen vor.

Der Bundesrat wird nach Konsultation der Kantone an seiner Sitzung vom 13. Januar definitiv über die neuen Massnahmen entscheiden. Schon jetzt zeigt sich jedoch, wie umstritten sie bei den Parteien sind.

Erwartungsgemäss klar gegen eine Verlängerung und Verschärfung der Corona-Massnahmen stellt sich die SVP Schweiz. In einer Mitteilung kritisiert sie eine mögliche Schliessung der Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs anbieten. Durchgefallen sind bei der SVP auch die Homeoffice-Pflicht für Arbeitnehmer, eine Maskenpflicht in Innenräumen trotz genügendem Abstand sowie die gesetzliche Einschränkung von privaten Treffen auf maximal zwei Haushalte.

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Aus dem Archiv: Bundesrat will Corona-Massnahmen verlängern
Aus Tagesschau vom 06.01.2021.
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Auch nach Ansicht der FDP Schweiz darf die derzeitige Empfehlung zum Homeoffice nicht zur Pflicht werden. Eine Pflicht würde neue Ungerechtigkeiten und eine unverhältnismässige Bürokratie verursachen, schreibt die Zürcher FDP-Nationalrätin Regine Sauter im offiziellen FDP-Blog. FDP-Sprecher Arnaud Bonvin erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA jedoch, dass die FDP zusätzliche Betriebsschliessungen unterstütze, wenn es die Situation erfordere.

CVP und GLP wollen weitergehende Massnahmen

Zuspruch für Verschärfungen erhält der Bundesrat von der CVP und den Grünliberalen. Die CVP begrüsst den Entscheid des Bundesrats, die Ausnahmeregelungen für die Kantone zu beenden. Sollten nächste Woche zusätzliche Massnahmen nötig sein, so unterstütze die CVP auch weitere Einschränkungen, lässt die Partei verlauten.

Niemand wünsche sich eine Verlängerung oder eine Verschärfung der Einschränkungen. Aber nur indem alle Verantwortung übernähmen, könne diese Krise bewältigt werden.

Wir unterstützen auch notwendige Verschärfungen zur Eindämmung der Pandemie.
Autor: Michael KöpfliGLP-Generalsekretär

Für die Grünliberalen habe die Senkung der Fall- und Todeszahlen klar Priorität, erklärt GLP-Generalsekretär Michael Köpfli gegenüber Keystone-SDA. «Wir unterstützen nicht nur die Verlängerung der bestehenden Massnahmen, sondern auch notwendige Verschärfungen zur Eindämmung der Pandemie», so Köpfli. Beispielsweise eine Homeoffice-Pflicht. Zudem sei für Schulen im überobligatorischen Bereich Fernunterricht vorzusehen.

Die Grüne Partei hat in den vergangenen Tagen vom Bundesrat weitergehende Massnahmen wie eine Homeoffice-Pflicht verlangt und dessen «zögerliche Pandemiebekämpfung» kritisiert.

SP priorisiert Senkung der Fallzahlen

Auch die SP begrüsst die Verschärfung der Massnahmen grundsätzlich. Erste Priorität habe die Senkung der Fallzahlen, sagt SP-Schweiz-Co-Präsidentin Mattea Meyer gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Sozialdemokraten seien klar für eine Homeoffice-Pflicht und auch für Ladenschliessungen – als letzte Massnahme. Gesundheitliche Massnahmen müssten aber im Gleichschritt mit finanzieller Unterstützung für die von diesen Massnahmen Betroffenen geschehen.

Echo der Zeit, 06.01.2021, 19:00 Uhr;

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Georg Kessler  (Hans-Georg Kessler)
    Am 15. Dezember wurde im ‘Science’ eine Studie https://science.sciencemag.org/content/early/2020/12/15/science.abd9338 publiziert, welche die Wirksamkeit staatlicher Massnahmen gegen Covid-19 untersucht hat. Die Resultate der Studie zeigen, dass die Schliessung der Bildungseinrichtungen und eine weitergehende Schliessung von Geschäften (sicher auch von Restaurants) deutlich effizienter sind bei der Eindämmung des Virus als zB. Ausgehverbote, wozu auch das homeoffice zu zählen ist.
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    1. Antwort von Hans-Georg Kessler  (Hans-Georg Kessler)
      an diejenigen, die das ablehnen: Das ist vielleicht nicht das, was wir hören wollten von der Wissenschaft. Aber die Wahrheit ist eben nicht immer eine Wohlfühloase.
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Ich war mit dem Meisten was Sie schreiben einverstanden, habe dann aber trotzdem Ablehnen geklickt, weil der letzte neben-Satz einfach hinten und vorne nicht stimmt. Mit unangenehmer Wahrheit hat das nichts zu tun.
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Home Office? Der Koch kocht zuhause am Computer das Essen. Der Bote verteilt es von zuhause aus mit dem Computer und der Kunde schleckt es zuhause vom Bildschirm ab.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Gähn. Da die Restaurants geschlossen sind, kocht der Koch eigentlich nicht. (Allein in erfinderischen Restaurants, welche sich auf Take Away eingestellt haben, kocht der Koch weiterhin, das ohne PC). Im HO braucht man eigentlich keinen externen Koch, folglich den Boten auch nicht. PS: Polemik bringt uns in dieser Situation auch nicht weiter.
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Ich finde dass Homeoffice nichts ist, was allein Parteien entscheiden sollen, sondern die Wirtschaft und die Betroffenen. Hier wären jetzt auch Gewerkschaften gefragt welche ihre Mitglieder über HO abstimmen lassen sollten um auf dieser Basis mit den Arbeitgebern in die Verhandlung zu gehen.
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