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Gesundheitsbranche uneinig über Lockerungen
Aus HeuteMorgen vom 24.02.2021.
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Corona-Massnahmen Spitäler strikt gegen Lockerungen? Nicht alle

Eine grosse Privatklinikgruppe fordert mehr Öffnungen, als der Bundesrat vorsieht – Pflegefachleute sind zurückhaltender.

Wie stark gelockert werden soll, darüber sind sich im Gesundheitswesen nicht alle einig. Die Privatklinikgruppe Hirslanden wünscht sich offen einen forscheren Öffnungskurs, als ihn der Bundesrat bisher vorschlägt.

Ginge es nach der Hirslanden AG, dürften ab dem 1. März die Restaurants ihre Aussenbereiche wieder öffnen, und statt der Homeoffice-Pflicht gälte nur noch eine Homeoffice-Empfehlung. So steht es in einem Papier des Dachverbands Economiesuisse und rund 30 weiterer Wirtschaftsverbände, das auch Hirslanden mitunterzeichnet hat.

Die epidemiologische Lage verbessert sich kontinuierlich – und bald steht mehr Impfstoff zur Verfügung.
Autor: Claude KaufmannMediensprecher Hirslanden AG

Nun waren aus Spitälern zuletzt eher Hilferufe zu vernehmen als der Ruf nach Öffnungen. Bei der Privatklinikgruppe erklärt Claude Kaufmann, zwar seien auch die Hirslanden-Spitäler stark gefordert und pflegten viele Covid-Patientinnen und -Patienten. «Trotzdem hat sich in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sich die epidemiologische Lage kontinuierlich verbessert, und es ist absehbar, dass künftig mehr Impfstoff zur Verfügung stehen wird.»

Je nachdem, wie viele Personen geimpft sind, sollen dann weitere Öffnungsschritte folgen – verbunden mit konsequentem Testen und Rückverfolgen der Kontakte, dem Contact Tracing.

Situation in den Spitälern bleibt herausfordernd

Deutlich zurückhaltender ist derweil das Pflegepersonal. Zwar gebe es in den Spitälern derzeit tatsächlich weniger Covid-Patienten, sagt Yvonne Ribi vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK.

So teilte der Verband Zürcher Krankenhäuser etwa gestern mit, die Intensivpflegestationen der Zürcher Spitäler seien derzeit noch zu 21 Prozent mit Covid-Patientinnen und -Patienten belegt.

Aktuell werden viele verschobene Operationen nachgeholt. Hinzu kommt die grosse Unsicherheit wegen der Mutationen.
Autor: Yvonne RibiSchweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner

Trotzdem sei die Situation in den Spitälern noch immer sehr herausfordernd, sagt Ribi: «Aktuell werden viele verschobene Operationen nachgeholt. Hinzu kommt die grosse Unsicherheit wegen der Mutationen. Da ist es schon erstaunlich, dass Akteure aus dem Gesundheitswesen in dieser unsicheren Lage für weitere Öffnungsschritte plädieren.»

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Pflegepersonal am Ende
Aus SRF News vom 19.12.2020.
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Eher für Vorsicht plädiert auch die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin. Auch sie verweist auf Eingriffe, die nun nachgeholt werden, und schreibt daher: «Die seit bald einem Jahr äusserst stark beanspruchten Behandlungsteams der Intensivstationen stehen weiterhin unter hohem Druck.»

Die Situation ist weiterhin stark angespannt und das Personal sehr stark belastet.
Autor: Anne-Geneviève BütikoferDirektorin Spitalverband H+

Zurückhaltung übt auch der Spitalverband H+. Seine Direktorin Anne-Geneviève Bütikofer erklärt: Angesichts sinkender Fallzahlen verstehe sie zwar den Wunsch nach Öffnungen.«Die Situation ist aber weiterhin stark angespannt und das Personal sehr stark belastet. Ein erneuter starker Anstieg der Fallzahlen und Hospitalisierungen würde zu einer Überlastung der Spitäler führen.»

Wie viel Öffnung verträgt das Land? Auch im Gesundheitswesen gehen die Meinungen auseinander.

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Aus dem Archiv: Zweite Welle – Pflegende am Limit
Aus 10 vor 10 vom 11.12.2020.
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Quelle: Bundesrat, 17.01.21* Der Bundesrat wird nach Konsultation der Kantone am 24. Februar definitiv über den ersten Öffnungsschritt entscheiden.LesesälenMuseenZoosErlebnisparks im AussenbereichBotanische GärtenFussballplätzenLeichtathletik-stadienTennisplätzeTennisplätzenDas hat der Bundesrat am 17. Februar kommuniziertÖffnung vonLockerungen1. Möglicher Öffnungsschritt ab dem 1. März* (Entscheid am 24.2.):Kunsteisbahnenim AussenbereichLädenErlaubnis für private Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen im FreienJugendliche bis 18 Jahre sollen den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können.Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sollen wieder zugänglich sein.

SRF 4 News, HeuteMorgen, 24.02.2021, 06:00

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Dietrichstein  (Herbert D)
    Selbst Ärzten und Krankenpflegern sollte klar sein, dass Dauerlockdowns eher nicht dazu führen werden, dass wir uns in Zukunft ein Gesundheitswesen auf diesem Niveau werden leisten können...
  • Kommentar von Kevin Camenzind  (Alex.A)
    Die Miliarden für Kampfjets hätte man für das Gesundheitswesen ausgeben können und so könnte man die Fleissigen Arbeiter besser entlöhnen und neues Personal eistellen. Heute überlegt man es sich zweimal ob man Pfleger, Fage etc. wird weil man bei dem Beruf zu viel leisten und viel verkraften muss, für das was man schlussendlich hatt.
    1. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      @camenzind
      zuerst müssen Sie mehr Personal finden,das auch für die Intensivpflege ausgebildet ist.Viele junge Menschen möchten den Beruf nicht allein aus finanzieller Hinsicht nicht mehr ergreifen,sondern auch wegen unregelmässigen Arbeitszeiten,Empathie,die sie mitbringen müssen,Auseinadersetzung mit den Themen:krank sein, Tod etc.Viele junge Menschen möchten auf Grund dieser Apekte diesen Beruf nicht ergreifen.
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Aha: da sind wir wieder: Spitäler, bei denen es sich unbedingt rechnen muss, versuchen den Ton anzugeben! Bitte erstmal die Pflegenden konsultieren!!