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Corona-Pandemie SwissCovid-App: Darum ist die Bevölkerung nach wie vor skeptisch

  • Angst vor Überwachung, nicht wahrgenommener Nutzen oder fehlendes Interesse: Das sind einige der Gründe, wieso Menschen die Corona-Warn-Apps nicht installieren.
  • Dies zeigt eine in der Schweiz, Deutschland und Österreich durchgeführte Umfrage der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).
  • Die Forschenden untersuchten die Vorbehalte der Menschen gegenüber den Smartphone-Apps, die über mögliche Kontakte mit Infizierten informieren.
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Aus dem Archiv: Update der Abläufe bei SwissCovid-App notwendig
Aus 10vor10 vom 11.11.2020.
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Obwohl grosse Werbekampagnen zur Installation der SwissCovid-App raten und der Bund mehrfach dazu aufgerufen hat, liegt die Zahl der Personen, welche die Contact-Tracing-App installiert haben, weit hinter den Erwartungen der Behörden. Drei Monate nach der Einführung haben nur 46 Prozent der Befragten die SwissCovid-App installiert. In Deutschland (38 Prozent) und Österreich (18 Prozent) luden noch weniger der von der ZHAW Befragten die App herunter.

Um die Infektionsrate aber effektiv zu senken, müssten laut einer Studie der Oxford University ungefähr 60 Prozent der Gesamtbevölkerung beziehungsweise 80 Prozent der Smartphone-Nutzenden eine Contact-Tracing-App in Betrieb haben.

Der gesellschaftliche Nutzen steht hinten an

Datenschutzbedenken waren bei den Schweizerinnen und Schweizer der am häufigste genannte Grund, die App nicht zu installieren. Ein Fünftel der Befragten hatte demnach sogar Angst, dass die Pandemie zur Überwachung missbraucht werde. Auch fehlendes Interesse (31 Prozent), nicht wahrgenommener Nutzen (26 Prozent) oder nicht wahrgenommene Betroffenheit (11 Prozent) wurden genannt.

«Personen, die die App nicht installieren, scheinen eigene Befindlichkeiten höher zu gewichten als den persönlichen und gesellschaftlichen Nutzen», sagte die Studienautorin Caroline Brüesch.

Vertrauen hilft

Wer die Contact-Tracing-App installiert hatte, nannte als Gründe am häufigsten die Kampagnen der Behörden und die Berichterstattung in den Medien. «Personen, die die Contact-Tracing-App installieren, haben grosses Vertrauen in die nationale Regierung, in der Schweiz insbesondere in den Bundesrat sowie in die staatlichen Gesundheitsbehörden», sagte Achim Lang, Mitautor der Studie. Tendenziell haben mehr Männer als Frauen die App auf ihrem Smartphone. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Installation der Tracking-App mit zunehmendem Bildungsgrad.

Eckdaten zur Studie

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Für die ZHAW-Studie wurden zwischen dem 8. und 20. September 2020 in der Schweiz 1024 Personen, in Deutschland 1033 Personen und in Österreich 1040 Personen über 18 Jahren befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung in Bezug auf das Geschlechterverhältnis und die regionale Zusammensetzung. (Quelle: ZHAW)

Rendez-vous; 19.11.2020; 12.30 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Sehe ich das richtig: es wurden anfangs September pro Land ca. 1000+ Menschen befragt? "repräsentativ"?. O.k. da stehen wir doch recht gut da in diesem Vergleich?, nachdem mir die Einführung in Sinn/Zweck dieser App nicht so wunderbar gelungen scheint, ist es einfacher zu sagen: "Datenschutz", statt "chume nöd druus"! Was mich/uns betrifft, kann ich copy paste bei Frau Probst16.37Uhr machen. Situationen, bei denen die App aktiv werden können, finden sich in meinem/unserem Leben bewusst nicht
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  • Kommentar von Bernhard Cozatti  (Bernhard Cozatti)
    Es liegt ja nicht an der App. Die ist gut gemacht, transparent kommuniziert und Angst vor Überwachung völlig unbegründet. Es liegt daran, dass Beamte beim Erstellen der Codes involviert sind. Die müssen ein solches Dokument zuerst ein paar Tage auf dem Stapel "reifen" lassen, bis sie es bearbeiten. Wenn ich höre, dass es bis zu 7 Tage geht, bis man den Code erhält, weiss ich, dass das System zum Scheitern verurteilt ist, da habe ich absolut keine Lust, mich anzuschliessen.
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  • Kommentar von Ernst Boller  (BOER)
    So wie es jetzt läuft, ist die App nutzlos. Wir waren an einem Freitag mit einem befreundeten Ehepaar unterwegs. Am Samstag drauf wurde der Freund getestet. Am Montag erhielt er den Bericht "positiv". Er wartete bis Mittwoch auf den Code. Am Freitag und Samstag schlugen unsere Apps an. Der Freund hatte uns am Montag gewarnt, so dass wir sofort in Quarantäne gingen. Wenn ich mir vorstelle, dass die Begegnung mit Unbekannten stattgefunden hätte ... Fazit: echt nutzlos.
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