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Fragwürdige Selbsttests bei er Mobiliar-Versicherung
Aus HeuteMorgen vom 13.04.2021.
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Coronatests für Angestellte Mobiliar verschickt fragwürdige Selbsttests

Bevor sie dereinst wieder ins Büro gehen, sollen sich die Angestellten selber testen. Doch die Testkits sind vom BAG nicht bewilligt.

Kurz vor Ostern erhielten die Mobiliar-Angestellten ein Paket von ihrer Arbeitgeberin. Sie erhielten einen Speichel-Schnelltest für zu Hause namens «Hotgen». Für den Versicherungskonzern ist die Abgabe des Testkits ein Teil der zukünftigen Lockerungsstrategie.

Die Mobiliar-Angestellten sollen, wenn der Bundesrat die Homeoffice-Pflicht aufhebt, gesund und getestet ins Büro zurückkehren können. Die konsequente Umsetzung des Testkonzepts werde ein Stück Normalität in den Arbeitsalltag bringen, heisst es in der internen Kommunikation an die Angestellten.

In der Schweiz nicht zugelassen

Doch leider ist der abgegebene «Hotgen»-Speichel-Selbsttest in der Schweiz bislang nicht validiert. Es ist also nicht unabhängig überprüft worden, ob er die Anforderungen erfüllt. Deshalb darf der Test in der Schweiz auch nicht verkauft werden.

Frau nimmt selber eine Probe in der Nase.
Legende: Vom BAG ist bislang nur ein Schnelltest von Roche für die Selbstanwendung zugelassen, der einen Nasenabstrich erfordert. Speichel-Selbsttests sind in der Schweiz noch keine validiert. Keystone

Ist aber eine Abgabe durch eine Privatfirma an ihre Angestellten zulässig? Das Bundesamt für Gesundheit schreibt auf Anfrage: «Sars-CoV-2-Selbsttests dürfen gemäss der Covid-19-Verordnung 3 nur durch Apotheken abgegeben werden. Die Tests müssen die Anforderungen der Verordnung erfüllen.»

Keine Speichel-Schnelltests

Derzeit seien keine Speichel-Selbsttests in der Liste mit validierten Tests aufgeführt, schreibt das BAG. Das bedeute für Speichel-Schnelltests generell, «dass diese nicht abgegeben werden dürfen».

Das gilt also auch für die Mobiliar. Die Versicherung mit Sitz in Bern hat diese Tests zusammen mit einem Beratungsunternehmen beschafft. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als in der Schweiz noch unklar war, ob es Schnelltests für zu Hause überhaupt geben wird. Die Mobiliar wollte sich bereithalten, wenn es zu weiteren Lockerungsschritten kommt.

Tests sind viel zu ungenau

Bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist die Skepsis gegenüber den Speichel-Selbsttests aber gross. Studien zeigen, dass diese Tests eine Sensitivität von weniger als 30 Prozent unter Nicht-Labor-Bedingungen haben. Das heisst: von 100 Virenträgern werden im Alltag nur 30 oder weniger entdeckt.

Heute Morgen teilte die Mobiliar in einer Stellungnahme mit, dass die Versicherung keine weiteren Selbsttests mehr an die Angestellten abgeben werde. Was mit den bereits verteilten Testpackungen geschehen soll, wollen die Verantwortlichen der Mobiliar mit dem Bundesamt für Gesundheit abklären.

SRF 4 News, Heute Morgen vom 13.4.2021, 06.00 Uhr

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Günther Stonig  (Sto-Corona)
    Deutschland: 35 Test für den privaten Gebrauch zugelassen und z.B. von Paul Ehrlicher Institut validiert. Das BAG fordert nun als einziges Land, dass die Test Studien aus der Schweiz haben müssen, warum! Es stimmt nicht, dass die Tests nur 30% genau sind, das zeigen ja all die Studien, welche vorhanden sind. Die Tests sind bei genügender Viruslast nach ca. 4 Tagen und korrekter und repektiver Anwendung 2 x innert 4 -7 Tagen sehr genau. Monopolist Roche verkauft nun Biosensor aus Korea!
  • Kommentar von René Widmer  (Widmer)
    Gut gemacht liebe Mobi! Die CH Validierung ust ein Witz: Gammel - und unwirksame vom Bund beschaffte Masken beweisen, dass die Validierung keine Qualitätsgarantie darstellt. Ich vertraue einigen Gerstelkern und Lieferanten mehr als dem Staat. Und lieber heute eine Test- oder Impfmöglichkeit ad-hoc als morgen und übermorgen gar keine!
  • Kommentar von Stefan Gisler  (GiJaBra)
    Typisch Schweiz und BAG, in D zugelassen in der CH verpennt man es. Selbst wenn es nur 30 oder 50 Sensivität, es schadet nicht. Wenn so nur eine kleine Anzahl aufgedeckt wird ist es ein Beitrag der hilft. Da die Mobiliar jetzt mit diesem Artikel, an den Pranger zu stellen isr reisserisch. Die Mo iliar übernimmt Selbstverantwortung und Initiatve, was man von BAG etc nicht immer sagen kann. Gut so Mobiliar. Danke.
    1. Antwort von Alain Rothenbühler  (pls)
      Naja wenn Menschen dann glauben negativ zu sein und sich entsprechend verhalten, stecken sie mehr Menschen an als sonst, weil sie die Vorsicht verlieren. Ungenaue Tests verursachen also sehr wohl Schaden.