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Nicht alle wollen sich testen lassen
Aus HeuteMorgen vom 19.03.2021.
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Coronatests im Bundeshaus Jedes dritte Ratsmitglied liess den Spucktest aus

Nicht alle Parlamentarier nahmen am Massentest teil. Selber fordern Politiker aller Couleur: «Testen, testen, testen.»

Erstmals konnten sich während der Frühlingssession alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier freiwillig aufs Coronavirus testen lassen – bis zu zweimal pro Woche, mit einem verhältnismässig einfachen Speicheltest.

Nun zeigt sich: Die National- und Ständerätinnen und -räte nutzten diese Gelegenheit mit Teilnahmequoten zwischen 65 Prozent in der ersten Sessionswoche und knapp 70 Prozent in den beiden weiteren Sessionswochen, wie Zahlen der Parlamentsdienste zeigen. Das bedeutet auch: Jede und jeder Dritte liess sich jeweils nicht testen.

55 Ratsmitglieder ohne Test

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Über die ganzen drei Sessionswochen hinweg liessen sich insgesamt 191 von 246 Ratsmitgliedern mindestens einmal testen. Diese Zahl publizierten die Parlamentsdienste am Freitagvormittag. Das bedeutet: 55 Ratsmitglieder verzichteten ganz auf einen Test – wobei darunter auch einzelne Parlamentarierinnen und Parlamentarier fallen können, die für die Session entschuldigt waren. Insgesamt ausgewertet wurden 834 Tests. Theoretisch möglich gewesen wären 1476 Tests: Dies wäre dann der Fall gewesen, wenn jedes Ratsmitglied immer anwesend gewesen wäre und sich konsequent zweimal wöchentlich hätte testen lassen (2x246x3).

Wasser predigen, Wein trinken – einfach mit Tests

Dabei sind sich im Bundeshaus von links bis rechts alle einig: In der Schweiz müsse getestet werden – und zwar richtig viel. «Für eine Rückkehr zur Normalität braucht es jetzt umfassende Tests», schrieb die SVP Ende Januar und forderte Tests an den Landesgrenzen, in Unternehmen, später auch bei Kultur- und Sportveranstaltungen.

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Aus dem Archiv: Spucktest fürs Parlament
Aus Tagesschau am Vorabend vom 01.03.2021.
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Die SP wiederum hält in einem Positionspapier vom Februar fest: «Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, ist es notwendig, so viele Tests zu machen wie nur möglich. Man kann nicht zu viel testen.»

Wir fordern die Bevölkerung zum Testen auf – doch von uns gehen nur zwei von drei.
Autor: Barbara GysiSP-Nationalrätin

Als «beschämend tief» bezeichnet SP-Gesundheitspolitikerin Barbara Gysi daher die Testquote im Parlament. «Da sprechen wir von Testoffensive, fordern die Bevölkerung und die Firmen auf, diese Tests zu machen – und dann gehen kaum mehr als zwei Drittel des Parlaments sich selber testen.»

Mehr als zwei Drittel ist ein gutes Resultat
Autor: Thomas HeftiFDP-Ständerat

Ganz anders sieht das der Glarner FDP-Ständerat Thomas Hefti von der Verwaltungsdelegation des Parlaments, dem Gremium, das die Massentests im Bundeshaus beschlossen hat: «Mehr als zwei Drittel ist ein gutes Resultat», sagt er. «Vor allem, wenn man sieht, wie viele negativ sind – das ist ein Anlass zur Freude.»

Nur eine Person positiv getestet

Tatsächlich fiel nur ein einziger Corona-Test positiv aus in den drei Sessionswochen. Vielleicht hätten sich deshalb manche sicher gefühlt und weniger getestet, vermutet SVP-Gesundheitspolitiker Albert Rösti.

Nationalrat der Grünen Balthasar Glättli registriert seinen Covid-19 Test, bevor er ihn der Mitarbeiterin der Parlamentsdienste, Agathe Casutt gibt.
Legende: Nationalrat der Grünen Balthasar Glättli registriert seinen Covid-19 Test, bevor er ihn der Mitarbeiterin der Parlamentsdienste, Agathe Casutt gibt. Keystone/Archiv

Er bilanziert: «In Anbetracht dessen, dass der Test absolut freiwillig war, sind 70 Prozent eine anständige Quote. Von der Vorbildwirkung des Parlaments her gesehen könnte die Quote vielleicht noch etwas besser sein.»

An Mittelschulen nehmen fast alle teil

Als Vorbilder präsentierten sich zuletzt Teenager im Kanton Zug: 99 Prozent betrug da die Teilnahmequote bei Massentests in Sekundar- und Mittelschulen gemäss Behördenangaben. Wobei im Schulzimmer wohl auch Gruppendruck und die Aufsicht der Lehrperson eine Rolle spielen.

Ich gebe zu: Die Schüler können auch Vorbilder sein – auch für uns.
Autor: Albert RöstiSVP-Nationalrat

Jedenfalls sei das Testen eine persönliche Angelegenheit und müsse freiwillig sein, betont Rösti. «Aber ich gebe zu: Die Schüler können auch Vorbilder sein – auch für uns.»

Sowohl Albert Rösti als auch Barbara Gysi und Thomas Hefti liessen sich nach eigenen Angaben selber während der Session testen. Wie das Parlament sein Testregime in den kommenden Wochen weiterführt, will es demnächst bekannt geben.

HeuteMorgen, 19.03.2021, 06:00 Uhr

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139 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Blöchliger  (Xoxilo)
    Relevant zu wissen wäre wie viel Prozent der Räte abwesend waren und darum nicht testen konnten. Erst dann könnten wir die Testbereitschaft beurteilen.
  • Kommentar von Kurt Steuble  (Thinkabout)
    Wenn jeder dritte Parlamentarier sich selbst per einfachem Spucktest nicht testen lassen will, dann aber im Rat für strenge Massnahmen plädiert, dann schliesse ich mit diesem Trachtenverein innerlich ab. Mir muss kein Politiker mehr irgend etwas über Verantwortung für die Allegemeinheit erzählen. Schlimm, dass diese traurigen Gestalten über das Schicksal vieler Berufsgruppen entscheiden und viele Menschen extrem in ihrer Entwicklung behindern. SCHANDE!
  • Kommentar von Wolfgang Hartmann  (Wolfgang Hartmann)
    @srf Danke SRF für die Infobox, die manche Frage beantwortet. Die Räte sind nicht verantwortungslos wie viele in ihrer pauschalen Verurteilungswut schreiben.