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Neue Selbsthilfegruppe in Bern für junge Menschen
Aus HeuteMorgen vom 22.03.2021.
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Coronavirus Gegen die Einsamkeit: Neue Selbsthilfegruppen für junge Menschen

Selbsthilfe für junge Menschen gibt es in der Schweiz kaum. Nun entstehen in Bern gleich vier Angebote gegen Einsamkeit in der Pandemie.

Alleinsein ist ein Zustand, Einsamkeit dagegen fühlt der Mensch. Und in der Pandemie hat dieses Gefühl zugenommen. Jeder dritte Mensch in der Schweiz leidet gemäss Studien an Einsamkeit. Auch Enea aus Bern: «Ich kenne das Gefühl gut, weiss, was es heisst, einsam zu sein.»

Enea heisst nicht Enea. Ihren richtigen Namen will sie nicht preisgeben. Sie ist Anfang 30, hat studiert, arbeitet, ist in einer Beziehung, hat eine Familie und einen Hund. «Mir würde man auf den ersten Blick wahrscheinlich auch nicht ansehen, dass ich mich einsam fühle», sagt Enea.

In diesem Pandemie-Jahr – nach überstandener Corona-Erkrankung – sei ihr Leidensdruck zu gross geworden, schildert Enea. Dann sei ihr die Idee gekommen, eine Selbsthilfegruppe für junge einsame Menschen zu gründen. Angesprochen werden Menschen zwischen 25 und 40 Jahren, jünger ginge auch.

Kaum Angebote für junge Menschen

Enea suchte Informationen zum Thema und fand fast nichts dazu. Keine Selbsthilfe gegen Einsamkeit und erst recht nicht für junge Erwachsene. Im Kanton Bern gibt es 232 Selbsthilfegruppen. Nur drei richten sich an junge Menschen. Immerhin entstünden nun mit Unterstützung des Vereins Selbsthilfe Bern vier neue. Eine davon ist jene von Enea.

Schweizweit ist das Verhältnis ähnlich: 2700 Gruppen zählt Selbsthilfe Schweiz. Davon richten sich 39 explizit an junge Menschen. Jüngere Menschen seien nur schwer zu erreichen, teilt Selbsthilfe Schweiz mit. Das könne daran liegen, dass sich der grösste Teil der Selbsthilfegruppen mit Krankheiten beschäftige, die erst ab einem gewissen Alter zunehmen.

Aber man sei dran, die junge Selbsthilfe zu stärken, sagt Daniela Baumgartner von der Selbsthilfe Bern. «Das ist auch ein Grund, weshalb es seit 2019 das nationale Projekt ‹Junge Selbsthilfegruppe› gibt. Die Arbeitsgruppe trifft sich regelmässig und schaut, welche Angebote es braucht, um die Jungen zu Selbsthilfe zu motivieren.»

Angst vor Stigmatisierung

Dass es in der Schweiz nur wenige Angebote für Junge gebe, habe wohl auch damit zu tun, dass junge Menschen die Angst vor Stigmatisierung stärker beschäftige als ältere, so Baumgartner. Sie sehe das auch so, sagt Enea: «Hilfe zu suchen ist etwas, das stigmatisiert ist» und vielleicht helfe ihre Gruppe dabei, Ängste und Schamgefühle vor der Selbsthilfe abzubauen.

Sieben Personen haben sich in der Gruppe von Enea bereits ein erstes Mal getroffen, coronabedingt virtuell. Das sei ein Anfang – gegen Einsamkeit und für mehr junge Selbsthilfe in der Schweiz, so Enea.

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HeuteMorgen, 22.3.2021, 6 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Liniger  (Retoo)
    Wann werden die Alten mit den Jungen solidarisch sein? Das Warten auf Godot?
  • Kommentar von Rahel Uster  (Rahel Uster)
    Sehr gut, "Enea"! Ich hoff, d macht Schule. Genau um solche Faktoren geht es; dass die Leute lernen, dass Einblick ins Seelenleben zu geben was Gutes ist. Hierzu haben wir während d Pandemie 1 Gelegenheit, weil sich viele (junge) Leute ohne Trubel mit ihrem Seelenleben auseinandersetzen müssen. Ich (damals deckungsgl. Profil mit "E") hab mich auch ohne C schreckl einsam gefühlt in 1 kaltschnäuzig. D-CH Erfolgsstadt.
    Die Welt ist aus den Fugen geraten: Die F müssen mit Interesse gefüllt werden.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das ist toll, dass Enea eine Selbsthilfegruppe für Junge gegründet hat. Schön auch, dass sie nicht bei der Klage hängen blieb,sondern selber mit anderen handelt. Wir leben in einer sehr fordernden Gesellschaft.Als ich ein Jugendlicher war,vor42 Jahren 20-jährig- hatten wir viel mehr berufliche und freizeitliche Weite vor uns.- Beruflich und in der Freizeit werden Topleistungen bzw.-angebote gefordert. Die Menschen zählen als gut, wenn sie top sind.Engnis für Jugendliche! Und jetzt noch Corona!