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Manuel Battegay nimmt Stellung zum Deal
Aus 10 vor 10 vom 11.08.2020.
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Covid-19-Medikament reserviert Spielen Sie nicht Lotterie mit Steuergeldern, Herr Battegay?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat mit dem Schweizer Unternehmen Molecular Partners einen Reservierungsvertrag für ein Covid-19-Medikament unterzeichnet. Das finanzielle Engagement beläuft sich auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Die klinischen Studien seien für den kommenden Herbst geplant.

Manuel Battegay ist Mitglied der Covid-19-Taskforce und hat das BAG mitberaten beim Entscheid, in das Medikament zu investieren. Gegenüber SRF bezieht er Stellung dazu.

Manuel Battegay

Manuel Battegay

Infektiologie und Vizepräsident der Covid-19-Taskforce

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Der 60-jährige Professor leitet seit fast 19 Jahren als Chefarzt die Klinik Infektiologie und Spitalhygiene am Universitätsspital Basel und ist Vizepräsident der Covid-19-Taskforce des Bundes.

SRF News: Der Bund hatte viele Möglichkeiten, um in Medikamente zu investieren. Was waren die Entscheidungsgründe für das jetzige Medikament?

Manuel Battegay: Es handelt sich um eine Schweizer Firma, es sind auch schweizerische Institutionen dabei. Und das Medikament befindet sich in einem vielversprechenden Stadium, in welchem es weiterentwickelt werden könnte.

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Battegay: «Das Scheitern ist nach wie vor möglich»
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Das Medikament ist aber noch nicht einmal in Phase 1 – erfahrungsgemäss weiss man von dieser Phase, dass bereits 95 Prozent der Medikamente darin scheitern und nicht auf den Markt gelangen. Spielen sie hier nicht Lotterie mit den Steuergeldern?

Wir müssen auch international einen Beitrag zur Medikamentenentwicklung leisten. Haben also alle Länder diese kleine Wahrscheinlichkeit, addiert sich diese Zahl und wir hoffen, dass in irgendeinem Land etwas gefunden wird.

Aktuell braucht es aber neue Medikamente und diese gibt es nicht wie Sand am Meer, auch nicht in anderen Ländern.

Die Firma hat mit den Resultaten gezeigt, dass das Konzept mit den Eiweissen, welche die Viren am Eindringen in die Zellen blockieren, gut ist. Auch die Tierversuche waren erfolgversprechend. Aber klar: Das Scheitern ist nach wie vor möglich.

Zurzeit wird geforscht, was das Zeug hält. Da hat man schnell viele Möglichkeiten zu investieren und bekommt viele Anfragen. Wie muss man sich das vorstellen?

Für neue Medikamente gibt es nicht derart viele Anfragen. Wir haben viele Anfragen von Medikamenten wie zum Beispiel Entzündungshemmer, die für andere Indikationen gebraucht werden. Und gefragt wird, ob man grössere Studien machen könne. Aktuell braucht es aber neue Medikamente, und diese gibt es nicht wie Sand am Meer – auch nicht in anderen Ländern. Deshalb ist es wichtig, erfolgversprechende Gelegenheiten wie jetzt zu nutzen. Das ist gut investiertes Geld, welches man auch in Relation zu den sonstigen Kosten sehen muss.

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Battegay: «Gut investiertes Geld»
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Hat der Bund hierfür ein bestimmtes Budget zur Verfügung?

Es gibt ein Unterstützungsbudget, das ist korrekt, dessen Höhe mir aber nicht bekannt ist. Ich gehe davon aus, dass ähnlich wie bei den Impfstudien, auch ein Budget für die Medikamentenentwicklung vorhanden sein wird.

Club um 22:25 Uhr

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Heute Abend sind die beiden Infektiologen Pietro Vernazza und Manuel Battegay im Club, die im Umgang mit Corona verschiedene Meinungen vertreten. In den Medien hat der Schlagabtausch nach dem Interview von Vernazza in der Sonntagszeitung stattgefunden. Nun treffen sich die beiden im Club persönlich.

Wann könnte Ihrer Meinung nach ein Medikament gegen Covid-19 auf dem Markt sein?

Sicherlich später als ein Impfstoff. Wichtig zu sehen ist, dass Medikamente komplementär zu den Impfstoffen sind. Wir wissen extrem viel über das Virus, wie die Andockstellen sind. Es wird ein Medikament geben, aber das kann leider etwas dauern.

Das Gespräch führte Bigna Silberschmidt.

SRF 4 News, 11.8.2020, 7:30 Uhr;

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Besser vorsehen als nachsehen
  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Es gibt Immuntherapien von Harnwegsinfektionen (Bakterien) URO-Vaxom.
    Würde dieses Medikament auf einer ähnlichen Ebene funktionieren einfach bezüglich Viren. Für mich ist das Verstehen der Funktionsweise wichtig. Für mich als Laie sollte mehr darüber informiert werden. Irgendwie ist es doch ein Unterschied ob ich etwas oral einnehme oder ob ich eine Spritze erhalte.
  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Für mich wäre es erstrebenswert zu wissen wer Hauptaktionär ist. Die Firma wurde 2004 gegründet
    SHAB: 232 / vom 29.11.2004
    Gründung der Firma, Statuten, Änderung des Firmenzwecks, Personen/Zeichnungsberechtigte, Revisionsstelle, Kapital, SIC Codes: ZH Neueintragungen Molecular Partners AG (Molecular Partners SA) (Molecular Partners Ltd), in Zürich, CH-020.3.028.228-2, c/o Biochemisches Institut der Universität Zürich, Winterthurerstrasse 190, 8057 Zürich, Aktiengesellschaft (Neueintragung).