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Spitzensport: Wann werden die ersten gegen Covid-19 geimpft?
Aus SRF 4 News aktuell vom 18.12.2020.
abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
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Covid-Impfplan Zuerst besonders Gefährdete und Pflegende, dann Profisportler?

  • Die Arzneimittelbehörde Swissmedic rechnet in der Schweiz mit einem Impfstart gegen Covid-19 noch im Dezember. Das meldete am Donnerstag der Tagesanzeiger.
  • Der Schweizer Impfplan sieht vor, dass zuerst besonders gefährdete Personen geimpft werden, danach die Pflegenden.
  • Für Profisportlerinnen und Profisportler kann eine Covid-Impfung über Sein oder Nicht-Sein entscheiden. Ob sie eine Risikogruppe darstellen und damit früher geimpft werden, ist noch nicht klar.

Patrick Noack ist Chief Medical Executive Officer von Swiss Olympic. Als Arzt habe er auch schon gehadert, wenn die Schweizer Zulassungsbehörde für Arzneimittel jeweils länger brauchte, bis ein Medikament freigegeben wurde.

Dass Covid-19 Impfungen in der Schweiz im Gegensatz zu Ländern wie den USA, Grossbritannien und Russland noch nicht eingesetzt werden dürfen, gehe aber in Ordnung, sagt Noack: «In diesem Fall bin ich nicht traurig, dass es ein bisschen länger geht und wir die ersten Erfahrungen aus dem Ausland abwarten können.»

Impfpflicht für Olympia 2021?

Sobald Covid-Impfungen in der Schweiz freigegeben werden, dürften international aktive Profi-Sportler praktisch zu einer Impfung genötigt werden, glaubt Noack: «Ich könnte mir vorstellen, dass gewisse Fluggesellschaften – also gewisse Länder, wenn wir in Richtung Olympische Spiele in Tokio 2021 schauen – eine Impfpflicht einführen.»

Der Swiss-Olympic-Mediziner ist sich jedoch bewusst, dass es auch Profi-Sportler gibt, die einer solchen Pflicht skeptisch gegenüber stehen. Er findet diese Haltung in Sport und Gesellschaft übertrieben. Wer in anderen Situationen ferne Länder bereise, lasse sich ohne Diskussion impfen: «Wenn jemand in Kenia Safari machen will und eine Gelbfieber-Impfung braucht, kräht kein Hahn danach. Dann ist es einfach so. Hat man die Impfung nicht im Büchlein, kann man wieder umkehren.» Und so werde es auch mit Covid-19 sein.

Die Mehrheit der Sportlerinnen und Sportler sieht die Vorteile einer Impfung. Und Sportmediziner finden, man solle Schweizer Spitzensportler gar so rasch wie möglich impfen.

Spitzensportler als eine Art Risikogruppe

Für Walter Kistler, Teamarzt des Hockeyclub Davos, gibt es auch Argumente, die dafür sprechen, dass Spitzensportler eine Art Risikogruppe darstellen: «Wenn man immer an der Grenze der Leistungsfähigkeit ist, leidet auch das Immunsystem ein wenig. Insofern kann man das gut rechtfertigen.»

SRF 4 News, Heute Morgen, 18.12.2020, 6 Uhr

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Profi-Sportler sind nicht wichtiger als Profi-Musiker, Profi-Ingenieure, Profi-Bauarbeiter usw. Wer beruflich ins Ausland muss, hat (vielleicht) ein grosses Problem.
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    1. Antwort von Paul Wagner  (päule)
      Herr Egger, es geht nicht um die Wichtigkeit von Profi-Sportlern. Es geht darum, dass die Profi-Sportler auf maximale physische Leistungsfähigkeit angewiesen sind. Wenn ein Dario Cologna, eine Mujinga Kambundji oder ein Nino Schurter nur 90% abrufen, dann haben sie international keine Chance.
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  • Kommentar von Martin Ordody  (Martin Ordody)
    Hallo, mal innehalten. Schon mal nachgedacht um wie viele dich da handelt? Wenn es gut geht ein paar tausend, so what?
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  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Profisportler schnell impfen macht insofern Sinn, als man mögliche längerfristige Probleme mit der Impfung schnell an ihrer Kondition erkennen kann. Eine brandneue, noch nie vorher breit angewandte Impftechnik mit der Gelbfieberimpfung zu vergleichen, ist dreist. Ich wurde vor über zwanzig Jahren gegen Gelbfieber geimpft, und die Impfung gab es damals schon länger. Sie durchlief auch nicht ein beschleunigtes Verfahren, sondern wurde ganz normal entwickelt und getestet.
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    1. Antwort von Janis Wolfisberg  (immensitas)
      Auch dieser Impfstoff ging durch kein beschleunigtes Verfahren, einzelne Prozesse wie Herstellung haben einfach statt Jahre Monate gedauert. Und übrigens gabe es noch nie für ein Medizinalprodukt so viele Testpersonen vor Zulassung (>70000). Bin mir sicher das die Profisportler sich viel lieber die Impfung spritzen lassen wollen, als sich mit den potentiellen Langzeitfolgen von Covid herumzuschlagen.
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