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Datenschützer sieht Probleme bei Homeschooling
Aus Rendez-vous vom 28.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
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Datenschutz und Homeschooling Auch Schüler haben ein Recht auf Privatsphäre

Über gewisse Apps können Lehrer Schüler kontrollieren. Das gehe nicht, sagt der Zürcher Datenschutzbeauftragte Baeriswyl.

Viele der aktuell eingesetzten Lernprogramme erlauben den Lehrerinnen und Lehrern Einblick darüber, wann der Schüler oder die Schülerin die Hausaufgaben gemacht hat. Auch kann der Lehrer kontrollieren, ob die Schülerin die Aufgaben am Stück gemacht hat oder nicht – und wie lange das dauerte.

Das sei nicht zulässig, sagt Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich. Denn auch Schüler hätten eine Privatsphäre. «Diese ist auch von der Schule zu respektieren», so Baeriswyl. Wenn ein Schüler nicht im Unterricht sei, müsse er nicht damit rechnen, von der Lehrperson überwacht zu werden.

Apps mit Überwachungsfunktionen

In vielen digitalen Schulmitteln sei es möglich, solche Überwachungsfunktionen auszuschalten. Das sei unbedingt nötig, sagt der Datenschützer. In Zusammenarbeit mit der Plattform educa.ch des Bundes und der Erziehungsdirektorenkonferenz hat Baeriswyl eine Liste erstellt, auf der empfohlene Dienste und Produkte aufgeführt sind. Beispiele dafür sind Anton, Blizz, Classtime oder Mindsteps.

Ein weiterer Punkt, der dem Zürcher Datenschutzbeauftragten Sorgen macht, ist die Kommunikation zwischen den Schülern und ihren Lehrpersonen. Viele nutzen beispielsweise dazu Whatsapp, das dem Facebook-Konzern gehört. Wenn Schulen via Systeme wie Whatsapp kommunizierten, so sei das ganz klar datenschutzwidrig, sagt Baeriswyl.

Homescreen mit App-Symbolen.
Legende: Manche Apps wie Whatsapp dürften von Lehrern in der Kommunikation mit den Schülern nicht benutzt werden, sagt der Datenschützer. Keystone

Facebook erhält alle Kontaktdaten

Denn durch die Benutzung des Dienstes würden alle Kontakte auf einem Handy an den Facebook-Konzern geliefert. «Als öffentliches Organ kann eine Schule kein solches Tool einsetzen», betont Baeriswyl deshalb. Wenn jemand für sich entscheide, alle Kontakte an Facebook zu übergeben, so sei das sein persönliches Problem. Aber eine öffentliche Institution dürfe das von niemandem verlangen.

Für die Kommunikation gebe es gute Alternativen, sagt der Zürcher Datenschützer. Dazu gehörten etwa die Schweizer App Threema oder die amerikanischen Apps Signal und Wire, die die Privatsphäre der Menschen schützten.

Rendez-vous vom 28.4.2020, 12.30 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Pellaton  (ThePelikan)
    Ich soll als Lehrer also nicht sehen dürfen, wann ein Kind eine Aufgabe gelöst hat, und wie lange es dafür gebraucht hat? Darf ich dann wenigstens wissen, wie viele Fehler es gemacht hat, oder fällt das auch unter den Datenschutz? Das sehe ich im Unterricht doch alles auch. Problematisch wird's, wenn auch andere Leute das sehen können, aber doch nicht der Lehrer! Leute, wisst Ihr überhaupt, wie Unterricht funktioniert? Menschliches Miteinander, gegenseitiges Vertrauen und so?
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  • Kommentar von Anita Mannhart  (lupus)
    wir alle sind bestens informiert über diese Datenkracken, aber es ist ja sooooo praktisch. Niemand, der diesen Mist auf seinem digitalen Diktator installiert hat, darf sich je darüber beschweren, wenn im alle Daten abgezügelt und an Facebook und Co.übermittelt werden. Alle wissen es, keiner kann mehr sagen, er/sie hätte es nicht gewusst. Solange Datenschutz nicht verstanden ist, werden immer neue Apps zur Verfügung stehen und alle werden sie haben. Datenschutz muss Hauptfach in Schule werden.
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  • Kommentar von Ueli Steinemann  (Ueli Steinemann)
    In meiner Klasse nutzten alle Schüler Whatsapp bereits vor der Coronakrise, warum soll ich es dann nicht nutzen? Die Daten waren ja bereits bei Facebook. Natürlich darf man die Schüler nicht zwingen die app zu installieren, ist aber nicht nötig, wird eh schon genutzt.
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