Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Die Kantone müssen noch viel mehr tun, um die Klimaziele zu erreichen abspielen. Laufzeit 05:58 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 13.08.2019.
Inhalt

Debatte um CO2-Ausstoss Das grosse Klima-Potenzial der Schweizer Gebäude

Wohnhäuser und Bürogebäude brauchen 40 Prozent unserer Energie und sind für einen Drittel des CO2-Ausstosses der Schweiz verantwortlich. Im Gebäudebereich besteht also ein beträchtlicher Hebel für die Klimapolitik. Wie dieser Hebel genutzt werden sollte, ist Thema von gleich zwei Studien, die heute publiziert worden sind.

Ehrgeiz der Kantone

In der einen Studie analysiert das Beratungsunternehmen EBP im Auftrag des WWF die Politik der Kantone im Gebäudebereich.

Fazit: Die Kantone sind ganz unterschiedlich ehrgeizig. Und selbst der engagierteste unter ihnen, der Kanton Basel-Stadt, wird die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen, wenn er nicht noch nachbessert.

Auf Grund der Studie fordert der WWF vom Bund, dass er den Kantonen strengere Vorgaben macht, was den CO2-Ausstoss von Gebäuden betrifft. Die Kantone könnten dann weiterhin selbst entscheiden, wie sie diese Ziele erreichen wollen – ob mit dem Verbot klimaschädlicher Heizungen oder eher mit zusätzlichen Fördergeldern für beispielsweise klimafreundliche Warmwasserboiler.

Potenzial Solarenergie

In der anderen Studie kommt die Schweizerische Solaragentur in Zusammenarbeit mit vier Hochschulen zum Schluss, dass die Schweiz die Pariser Klimaziele mit einem massiven Ausbau der Solarenergie erreichen könnte.

Würden die Schweizer Dächer konsequent mit Photovoltaik-Modulen zugebaut, so könnten die CO2-Emissionen bis 2045 um 90 Prozent gesenkt werden. Die Kosten dieses Umbaus würden laut Studie mehr als kompensiert. Denn es müssten deutlich weniger fossile Brennstoffe gekauft werden.

Neue Abgaben wären laut den Autoren nicht nötig. Ein grosser Teil der Schweizer Gebäude könnte künftig mehr Strom produzieren als sie selbst benötigen und diesen unter anderem dem Verkehr zur Verfügung stellen. Die in jüngster Zeit viel diskutierte Gefahr einer «Winterstromlücke» wäre gemäss der Solaragentur gebannt.

Der Weg ist noch lang

Beide Studien zeigen einfache, radikale Wege auf in eine klimafreundlichere Zukunft. Ob der Bund den Kantonen strengere Vorgaben machen will, wie vom WWF gefordert, ist allerdings offen. Gar eher unwahrscheinlich scheint, dass das Parlament der Solaragentur folgt und ausschliesslich auf Solarenergie setzt.

Beide Untersuchungen machen aber deutlich, dass die Schweiz noch weit weg ist, den Hebel der Gebäude in der Klimapolitik effektiv zu nutzen. Beim Bauen, Dämmen, Heizen, Stromproduzieren sind noch grosse Schritte nötig, wenn die Schweiz die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen will.

Immerhin: die Schritte sind laut den beiden Studien noch möglich und sie wären sinnvoll, nicht zuletzt auch wirtschaftlich.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

55 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Köbi Leu  (Köbi Löwe)
    Der Mensch kann sich drehen und winden wie er will:
    Er muss längerfristig gesehen lernen, mit erneuerbaren Energien zu leben. Das sind: Wasserkraft, Windkraft, Fotovoltaik (el.), Solarkollektoren (th.), usw. Auch Wasserstoff (H), gewonnen mit der Elektrolyse bei lichtintensiven Schönwettertagen (Fotovoltaik), wird zunehmend eine Rolle spielen. Alles längst bekannt. Kann man, wenn man will, alles in der Umweltarena in Spreitenbach anschauen.
    Aber eben, man muss wollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Wärmegewinnung ist die einfachste nur mögliche physikalische Umwandlung eines Energieträgers.
    Zum heizen sollte man einfach nicht einen so wertvollen Brennstoff wie Heizöl (fast das Selbe wie Kerosin und Diesel) vergeuden. Da gibt es heute schon so viele andere Möglichkeiten, viel mehr als für die Mobilität.
    Zum heizen ist übrigens Photovoltaik ungeeignet, da sie nur einen Wirkungsgrad von 16-19% hat, thermische Solaranlagen dagegen über 80%.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von N. Schmid  (Schmid)
    Alleine angesichts der Tatsache, dass die Schweiz ohnehin bereits Europameister im Heizölverbrauchen ist, die Schweiz keine Ölquellen hat und die Ölscheiche ohnehin nicht ewig liefern können, wäre es so oder so sehr begrüssenswert, wenn die Schweiz ihre enorme Ölabhängigkeit etwas reduzieren würde.
    Ganz unabhängig von der Luftverschmutzung und dem Klimawandel.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen