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Privilegien für Corona-Geimpfte?
Aus HeuteMorgen vom 03.03.2021.
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Debatte um Privilegien Zutritt nur für Geimpfte – Ein Vorschlag spaltet die Gemüter

Die Corona-Impfung schützt wohl vor einer Weitergabe der Viren. Das befeuert die Diskussion um Privilegien für Geimpfte.

Der Vorschlag spaltet die Gemüter: Personen, die gegen Covid-19 geimpft worden sind, sollen in den Genuss von weniger Einschränkungen kommen. Laut Ethikerinnen und Staatsrechtler könne man darüber durchaus diskutieren. Allerdings frühstens dann, wenn genug Impfstoff für alle da ist.

Impfung scheint Viren-Weitergabe zu verhindern

Zudem sei eine solche Privilegierung nur dann sinnvoll, wenn feststeht, dass die Impfung nicht nur vor einer Erkrankung schützt, sondern auch die Weitergabe des Virus verhindert. Doch genau dies ist möglicherweise der Fall, wie Christoph Berger bestätigt, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF).

Neue Studien aus Israel und England zeigen, dass die Impfung Ansteckungen reduzieren könnte und so die Übertragung beeinflusst.
Autor: Christoph BergerPräsident EKIF

«Jetzt kommen Studien aus Israel und England, die erfreuliche Daten zeigen im Hinblick darauf, dass die Impfung Ansteckungen reduzieren könnte und damit einen Einfluss auf die Übertragung hat», so Berger gegenüber SRF. Damit komme dem Thema Lockerung von Massnahmen für Geimpfte neue Bedeutung zu.

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Q&A zur Reportage «Corona-Impfung: Unheil oder Segen?»
Aus Reporter vom 02.03.2021.
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Über solche Privilegien kann für Berger durchaus diskutiert werden. Allerdings erst dann, wenn die besonders gefährdeten Personen geimpft worden seien – und «wenn den Impfwilligen ein Angebot gemacht werden kann, sonst ist das illusorisch».

Grüne wollen Impfunwillige nicht benachteiligen

Die Bundeshausfraktion der Grünen hat sich in dieser Diskussion bereits letzten Dezember festgelegt. In einem Positionspapier forderte sie, dass es für Impfunwillige keine Nachteile geben dürfe. Wenn Menschen sich frei entscheiden würden, sich nicht zu impfen, dürften sie deswegen nicht diskriminiert werden, sagte Grünen-Präsident Balthasar Glättli.

Solange viele, die sich dringend impfen lassen möchten, diese Möglichkeit noch nicht gehabt haben, darf es keine Diskriminierung geben.
Autor: Balthasar GlättliPräsidenten Grüne Schweiz

Dies gelte umso mehr, wenn eine Impfung tatsächlich vor einer Virus-Weitergabe schütze, so Glättli: «Solange ganz viele, die sich dringend impfen lassen möchten, diese Möglichkeit noch nicht gehabt haben, darf es auf keinen Fall eine Diskriminierung geben.»

Veranstalter darf keinen Impfausweis verlangen

Das geltende Gesetz lässt eine Diskriminierung aus Sicht der Grünen nicht zu. Wenn also zum Beispiel ein Open-Air-Veranstalter den Impfausweis von Konzertbesuchern verlange, bräuchte es dafür eine gesetzliche Grundlage. Und die müsste erst geschrieben werden.

Der Bundesrat hat die Freiheitseinschränkungen per Verordnung befohlen, also kann auch er sie wieder zurückbauen.
Autor: Andrea CaroniPräsident Staatspolitische Kommission des Ständerats

Eine solche Grundlage sei nicht nötig, entgegnet die Staatspolitische Kommission des Ständerats. Sie hätte darauf verzichtet, gesetzgeberisch einzugreifen, so Präsident Andrea Caroni, FDP-Ständerat aus Appenzell Ausserrhoden: «Die massiven Freiheitseinschränkungen, die es gibt, hat der Bundesrat per Verordnung befohlen. Also kann er sie in der gleichen Verordnung ganz oder teilweise auch wieder zurückbauen.»

Eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften kann der Bundesrat laut Caroni also allein festlegen. Das Parlament brauche dafür nicht tätig zu werden. Dennoch: Die Diskussion über ein normaleres Leben für Geimpfte dauert an – solange zumindest, bis genügend Impfstoff da ist.

COVID-19ImpfstoffCOVID-19-ImpfungZielgruppenAnzahl Personen(Schätzungen)(Eine Person kann in mehreren Gruppen gleichzeitig sein)Total Zielgruppen 1 bis 4: 7 bis 8 Mio. Impfdosen notwendigca. 3.5 bis 4 Mio. Personen

HeuteMorgen, 03.03.2021, 06:00 Uhr

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182 Kommentare

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  • Kommentar von Pius Merz  (Pime)
    @Martin Christen (Provinzbewohner) Weil sie nicht ansteckend sind? Ja und ist das ein Alleinstellungsmerkmal für Geimpfte? Nein! Damit wäre ja wohl geklärt, ob Geimpfte privilegiert werden sollen. Man kann vielleicht Immune privilegieren, aber nicht nur Geimpfte. Und welchen Sinn macht das? Gar keinen, denn was bringt es, Immune von den potential Ansteckungsgefährdeten zu trennen? Den Immunen passiert ja eh nichts!
  • Kommentar von Pius Merz  (Pime)
    Was für Bedingungen braucht es, damit jemand ansteckend ist? Er sollte infiziert sein, oder? Kann ein Immuner infiziert sein? Nein. Braucht es eine Impfung, um immun zu werden? Nein. Wer ist denn ohne Impfung immun? Jemand der die Krankheit bereits hatte und noch lebt und all jene, die sich nicht anstecken, obwohl sie mit Infizierten in Kontakt sind.
    Die Überschrift zu diesem Artikel suggeriert, dass nur Geimpfte nicht ansteckend sind. Warum tut SRF so etwas?
  • Kommentar von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
    Gemäss der Illustration hat die Schweiz schon ohne Kinder über 9 Millionen Einwohner? Wie geht denn das?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Konrad Pfister Guten Morgen Herr Pfister, die Zahlen in der Grafik sind nicht additiv zu verstehen, die Priorisierungsgruppen überschneiden sich. Beispielsweise die Gruppe Gesundheitsfachpersonen: Sie enthält erwartungsgemäss auch Beschäftigte, welche parallel zu den besonders gefährdeten Personen (BGP) gehören. Deshalb ist in der Tabelle jede Priorisierungsgruppe separat zu sehen. Eine Person kann in mehreren Gruppen gleichzeitig sein. Liebe Grüsse, SRF News