Zum Inhalt springen

Header

Video
Der Wolf soll in die Schranken gewiesen werden
Aus Tagesschau vom 10.03.2021.
abspielen
Inhalt

Debatte um Wolf geht weiter Ständerat billigt den vereinfachten Abschuss von Wölfen

Das Jagdgesetz ist nach dem Nein des Stimmvolkes vom Tisch, der Wolf noch da. Das Parlament reagiert mit einer Motion.

Der Wolf beschäftigt weiter, auch nachdem die Revision des Jagdgesetzes abgelehnt wurde. Deshalb erklärte Umweltministerin Simonetta Sommaruga «Nichtstun ist keine Option». Was der Bundesrat zu tun hat, sagte ihnen das Parlament mit einer Motion: Er solle seinen Handlungsspielraum innerhalb des geltenden Jagdgesetzes ausnutzen und die Schwellenwerte, ab wann ein Problem-Wolf geschossen werden darf, herabsetzen.

Das ist einigermassen schwammig formuliert, und wohl gerade deshalb ist die Motion im Ständerat ohne Gegenstimme durchgekommen. Damit werde vielleicht der eine oder andere Wolf etwas früher geschossen, sagt der Walliser Ständerat Beat Rieder, Vertreter der Mitte-Fraktion. Die Probleme aber würden damit überhaupt nicht gelöst.

Wir werden in den nächsten zwei bis vier Jahren eine Verdoppelung des Wolfsbestands haben.
Autor: Beat RiederStänderat (Mitte/VS)

«Die Wolfspopulation wird sich nicht um diese Verordnung kümmern und sie wird sich weiter vermehren. Schweizweit flächendeckend werden wir in den nächsten zwei bis vier Jahren eine Verdoppelung des Wolfsbestands haben», so Rieder.

Video
Beat Rieder: «Sie können den Wolf nicht mit Motionen in den Griff bekommen»
Aus News-Clip vom 09.03.2021.
abspielen

Auch drüben im Nationalrat, wo die Motion am Mittwoch zur Abstimmung kommt, sehen die Vertreter der Bergkantone darin bloss einen bescheidenen Anfang. Es sei ein kleiner Schritt, sagt der Bündner Mitte-Nationalrat Martin Candinas. «Die grossen Diskussionen, die werden stattfinden: Was ist zu tun? Und hier werden die Meinungen massiv auseinandergehen.»

Die Bergkantone wollten weg vom geltenden System, das auf sogenannte «Schaden stiftende» Wölfe reagiert, so Beat Rieder. Es brauche ein aktives System – das, was im Jagdgesetz vorgeschlagen gewesen wäre. «Ein aktives System, wo die Kantone unter Sicherstellung der Existenz der Wölfe in die Populationen eingreifen können.»

Video
Daniel Jositsch: «Ausgleich zwischen Regulierung und Schutz»
Aus News-Clip vom 09.03.2021.
abspielen

Die Wölfe seien mittlerweile in den Dörfern, mahnt der Bündner Candinas. Menschen würden sich am Abend nicht mehr aus dem Haus trauen. «Da muss eine Anpassung kommen. Von dem her ist das nur konsequent, dass wir jetzt einen richtig grossen Schritt in diese Richtung tun.»

Irritierte Umweltschützer

Das aber löst bei den Umweltschützern Irritationen aus. Die Grünen, die der Motion in der nationalrätlichen Kommission noch zugestimmt hatten, beantragen dem Rat am Mittwoch die Ablehnung. Die Gegenseite habe aus der Abstimmung über das Jagdgesetz nichts gelernt, kritisiert Nationalrat Bastien Girod.

Man wollte bei der Biodiversität zum Schutz bedrohter Tierarten mehr sehen. «Diese Motion ist leider sehr einseitig nur auf die Wolf-Thematik fokussiert. Deshalb können wir so nicht mehr zustimmen.» Er sehe zwar den Handlungsbedarf beim Wolf und die Grünen würden auch Hand bieten zu einem Kompromiss, sagt Girod. Aber dazu brauche es beide Seiten. Die andere Seite ist derweil überzeugt, dass die Zeit für sie arbeite.

Einschneidende Begegnungen

Beat Rieder ist der Meinung, die Bevölkerung müsse wissen, was sie will. «Es wird eine Frage der Zeit sein, bis sie im Mittelland, im Jura Wolfsrudel haben. Und das sind einschneidende Begegnungen.» Mit der Wolfsmotion ist der Streit um das Raubtier mitnichten beendet.

Echo der Zeit, 09.03.2021, 18 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

125 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Christen  (Provinzbewohner)
    @SRF: Ich hatte heute hier eine Antwort auf einen Kommentar geschrieben. Bis jetzt wurde er nicht veröffentlicht. Ich verstehe nicht warum.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Martin Christen
      Guten Tag Herr Christen. Wir kontrollieren alle Kommentare anhand unserer Netiquette. Kommentare, welche gegen diese verstossen, werden nicht freigegeben und gelöscht. Freundliche Grüsse, SRF News

      www.srf.ch/hilfe/rechtliches/netiquette-und-user-generated-content-ugc
  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Dokumentation vom Deutschen Bundestag 2018 über Wolfsangriffe: Obwohl die Zahl der Wölfe steigt, nach aktuellen Schätzungen zufolge leben 10-20'000 Wölfe in Eu, 40'000 in RUS und 60.0'0 in Nordamerika, waren in den letzten 50J nur 4 Personen in Eu, 4 in RUS u.0 in Nordamerika zu beklagen, die durch nichttollwütige Wölfe getötet wurden. Da von Bedrohung zu sprechen ist beinahe schon lächerlich. Und hört doch endlich auf, den Raubtieren eure Nutztiere oder euren Güsel auf dem Tablett zu servieren.
    1. Antwort von Sascha Stalder  (Sascha Stalder)
      Schon anmassend zu behaupten das Jemand die Tiere auf dem "Tablett serviert".
    2. Antwort von Christoph Heierli  (help)
      Ist leider so Herr Stalder. Immer noch werden Schafe auf dem Tablett serviert. Danach wird dann lauthals über Medien gejammert.
    3. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Nun der wohlgefüllte Tisch bezieht sich ja nicht nur auf die Schafherden, sondern auch auf das Wild. Die Schweiz ist für die Wölfe sozusagen eine wohlgefüllte Speisekammer, einmal drin sind die Ernährungssorgen weggeblasen. Fressi, Fressi soweit das Auge reicht und die Nase schnüffelt! Die Vorstellung, dass Herdenhunde das Problem lösen, ist eher naiv. Wie Frankreich zeigt, haben sich dort die Wölfe daran gewöhnt. Sie dringen tagsüber in die Herden ein und lenken die Hunde ab.
    4. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Soeben im Badener Tagblatt gelesen: Binnen drei Monaten haben Kojoten in Vancouvers Stanley Park 15 Jogger und Spaziergänger angegriffen. In zwei Fälle gingen die Tiere auch auf Velofahrer los. Mehrere Wege im Park mussten gesperrt werden.

      Irgendwann wird es bei uns auch so weit sein. Wölfe vermehren sich sehr rasch und in Rudeln sind sie auch nicht mehr so furchtsam.
  • Kommentar von Erich Furrer  (rico1)
    Lasst uns nochmal abstimmen ... der Wind hat gedreht... die linken haben ausgeträumt...
    1. Antwort von Christoph Heierli  (help)
      Welcher Wind? Keiner hat gedreht. Könnte euch so passen gell.