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Annäherung beim Jagdgesetz: Nach dem Nein an der Urne gibt es nun Entspannung zwischen Umweltverbänden und Bergregionen.
Aus HeuteMorgen vom 29.01.2021.
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Jagdgesetz abgelehnt, was nun? Wegen Wölfen: Umweltverbände und Berggebiete suchen das Gespräch

Am 27. September 2020 hat die Schweiz die Revision des Jagdgesetzes abgelehnt. Mit diesem Entscheid blieb alles bei den bisherigen Regeln rund um Schutzgebiete, Zugvogelreservate und Wildtierkorridoren – und auch dem Umgang bislang mit dem Wolf. Der emotionale Abstimmungskampf war für viele Bergler, Bäuerinnen und Jäger enttäuschend und frustrierend.

Konflikte mit dem Wolf wollen wir ja nicht schönreden, aber auch nicht aufbauschen, sondern wir wollen sie gemeinsam lösen.
Autor: Urs LeuggerPro Natura

Auf diese will Urs Leugger von Pro Natura jetzt zugehen. Der Zentralsekretär der Naturschutzorganisation gilt zwar als Sieger des Abstimmungssonntags, aber der Biologe und Naturschützer anerkennt auch, dass das Zusammenleben mit Wölfen herausfordernd ist: «Konflikte mit dem Wolf wollen wir ja nicht schönreden, aber auch nicht aufbauschen, sondern wir wollen sie gemeinsam lösen.»

Bergregionen seien bereit für eine Diskussion

Angesprochen ist damit zum Beispiel Thomas Egger, der Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete. Der Walliser sagt: «Wir sind gerne bereit, mit Umweltschutzverbänden zu diskutieren. Sie müssen anerkennen, dass wir unbedingt rasch Lösungen finden müssen. Und dass wir nicht das Thema jetzt noch x Jahre lang hin- und herdiskutieren können.»

Wir sind gerne bereit, mit Umweltschutzverbänden zu diskutieren. Sie müssen anerkennen, dass wir unbedingt rasch Lösungen finden müssen.
Autor: Thomas EggerBerggebiete-Verband

Angesichts der grösser werdenden Wolfsbestände seien viele Bäuerinnen und Bauern verzweifelt. Die Umweltkommissionen von National- und Ständerat verlangen nun, dass der Bundesrat per Verordnung ein stärkeres Wolfsmanagement ermöglicht. Für Thomas Egger wäre das genau der richtige Weg, weil er unkompliziert und schnell wäre.

Lockerung Abschusskriterien umstritten

Der Berggebietspolitiker hofft, dass mit einer solchen Verordnung die Kriterien für Wolfsabschüsse gelockert werden könnten: «Wir haben heute diese Richtzahlen, die ein Erfolgskriterium für einen Abschuss sind: 25 Nutztiere innerhalb eines Monats, 35 innerhalb von drei Monaten. Über diese Zahlen muss man diskutieren, denn sie müssen aus unserer Sicht runter.»

Das gibt mit den Naturschützern sicherlich viel zu diskutieren. Gleichzeitig signalisiert Urs Leugger von Pro Natura, dass man sich unter gewissen Bedingungen annähern könnte. Die Abstimmung habe gezeigt, dass die Stimmbevölkerung nicht einverstanden sei, dass Regulierungsentscheide an die Kantone delegiert werden, sagt der Interessenvertreter des Naturschutzes und ergänzt: «Es gibt wichtige Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen, aber dem pragmatischen Umgang mit dem Wolf verschliessen wir uns nicht.»

Die Naturschützer verlangen vor allem, dass der Bund mehr Geld für den Herdenschutz und für die Entschädigung gerissener Nutztiere sprechen soll, dies im Interesse beider Seiten.

Jagdgesetz

Eidg. Vorlage: Änderung des Jagdgesetzes

 

  • JA

    48.1%

    1'530'811 Stimmen

  • NEIN

    51.9%

    1'653'873 Stimmen

HeuteMorgen, 29.01.2021, 6 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Martin J. Pérez  (MJP)
    Einmal mehr bildet die CH hier eine seltsame Ausnahme, Herdenschutz funktioniert in Spanien, in Italien und anderen Ländern aber nicht bei uns, wieso? Haben wir hier dermassen gerissene Wölfe oder liegt es eher an uneinsichtigen und sich völlig sperrenden Tierhaltern?
    Wie die letzte Woche zeigt geht sollte man eher die Wölfe stärker schützen, da auf die Vorschriften zum Abschuss gepfiffen wird und man die Wilderer seltsamerweise trotz Waffengesetz nicht findet?
  • Kommentar von Werner Aeschlimann  (wernz)
    Ja wo gehen den Sie wandern, Herr Matzler? Wenn Sie mir einen Wolf treffen, bitte sofort anrufen. Wenn Sie ein Schutzhund anbellt, eine kleine Kurve machen.
    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Man kann auch Witze machen, das Problem wird damit weder für Bergbauern, Jäger und Wanderer gelöst. Zur Sache: Wölfe und Bären gehen in der Regel den Menschen aus dem Weg. Auch wenn man keine sieht weiss man in gewissen Gegenden dass es hat. Zufallsbegegnungen können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Schutzhunde hingegen verteidigen ihre Tiere und greifen an - und nicht überall hat es Raum für "eine kleine Kurve". Bissverletzungen durch Schutzhunde sind Tatsache.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Nein ich will mich nicht für oder gegen den Wolf äussern. Aber ich möchte auch nicht versehentlich einem Wolfsrudel zu nahe kommem und ebenso keinen Schutzhunden bei Ausflügen ins Berggebiet. Das Dilema, wo es Wölfe gibt, muss ich auch mit Schutzhunden rechnen.Schlussfolgerung, ich kann mich auf vielen Bergwanderwegen nicht mehr bewegen. Das ist das Problem und da hätte ich gerne eine Lösung.
    1. Antwort von Martin J. Pérez  (MJP)
      Ich bin oft allein in den Bergen unterwegs, das auch schon Spanien und Österreich... und ich hatte noch nirgends Probleme mit Bären, Wölfen anderen Wildtieren, Schutzhunden oder was man auch oft hört Mutterkühen.
      Falls ich aber einmal in eine solche Situation käme, weiss ich wie ich mich zu verhalten habe. Damit sollte sich jeder befassen bevor er los geht ebenso wie zB. mit 1. Hilfe.
      Denn wer sich in die Natur begibt sollte sich nicht erschrecken wenn er ihr auch begegnet.