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Feuertaufe für die neue Deza-Direktorin Patricia Danzi
Aus Tagesschau vom 27.07.2020.
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Deza-Chefin Patricia Danzi Die Coronakrise überschattet die ersten hundert Tage im Amt

Patricia Danzi leitet seit dem 1. Mai die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Nun zieht sie eine erste Bilanz.

Nicht in einem schicken Büro, sondern zwischen Kisten und Gestellen im Depot der humanitären Hilfe steht die neue Deza-Chefin und Botschafterin Patricia Danzi heute Vormittag. Die Symbolik dahinter ist klar: Hier ist eine, die weiss, wovon sie spricht, die selbst anpackt. «Eigentlich hätte ich gerne mit Ihnen vom Feld aus geredet», sagt sie. «Irgendwo in einer unserer Vertretungen, die gute Arbeit leisten. Aber das war leider nicht möglich.»

Die Pandemie habe auch sie daran gehindert, zu reisen. Noch wichtiger sei in dieser ersten Zeit deshalb die Kommunikation gewesen, mit sehr vielen Videokonferenzen mit den Leuten im Feld, in den einzelnen Ländern.

Guter Rat vom Roten Kreuz

Dass die Schweiz in der Coronakrise entschieden habe, zusätzliches Hilfsgeld zu sprechen sowie die eigenen Leute vor Ort zu belassen und nicht zurückzuholen, sei ein wichtiges Zeichen gewesen, sagt Danzi. Eines, das in den betroffenen Ländern gut angekommen sei: «Wenn man in einer Krise ist, erinnert man sich immer daran, wer einem zur Seite steht.» Das Feld kennt sie bestens. Sie hat in vielen Ländern gelebt, spricht sieben Sprachen und ist im Kanton Zug mit einem internationalen Background aufgewachsen.

Ihr Vater war ein nigerianischer Diplomat, die Mutter aus der Zentralschweiz. Bereits mit 15 Jahren bewarb sie sich beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und erhielt dort den Rat, sie solle doch zuerst studieren.

Was sie tat: Geografie, Umwelt- und Agrarwissenschaften, zum Teil mit einem Sportstipendium in den USA. 1996 nahm sie für die Schweiz an den Olympischen Spielen im Atlanta teil – im Siebenkampf. Beim IKRK machte sie dann Karriere. Als Delegierte war sie auf dem Balkan, in Lateinamerika, im Kongo, in Angola. Sie war in Kriegsgebieten, half nach Umweltkatastrophen, verhandelte mit Rebellenführern. Zuletzt war sie Afrika-Chefin des IKRK.

Mehr bewegen als beim IKRK

Nun folgte der Wechsel weg von der Hilfsorganisation zum Staat. Weshalb? Sie könne hier mehr bewegen, sagt Danzi: «Mit einer internationalen Organisation gibt es Sachen, die man nicht tun kann. Ein Staat hat eine gewisse Stellung. Deshalb kann man die Dinge anders bewegen.»

Dass sie die erste Nicht-Diplomatin ist auf diesem Posten, sieht sie eher als Vorteil: «Auch wenn ich nicht reisen konnte, kann ich mir vorstellen, wie die Situation vor Ort ist. Ich habe Bilder von Bevölkerungsgruppen, weiss, was sie verlangen, was sie erwarten und was ihnen wichtig ist.»

Nun muss sie aber die Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2021 bis 2024 umsetzen. Elf Milliarden Franken sieht der Bund in den nächsten vier Jahren für Entwicklungszusammenarbeit und Auslandshilfe vor.

Zeit, die Ärmel hochzukrempeln

Eine Vorgabe ist, dass die Migrationspolitik künftig vermehrt mit wirtschaftlichen Interessen der Schweiz verknüpft und auch Partnerschaften mit Privaten eingegangen werden sollen. Diese Eckpunkte wurden vor ihrem Amtsantritt beschlossen. Doch Danzi sagt: «Man kann immer Einfluss nehmen, nicht immer gleich.» Für sie stimmt die Richtung, die der Bundesrat vorgegeben hat und die der Ständerat noch bestätigen muss.

«Wenn man etwas umsetzen muss, ist das der zweite Teil der Arbeit», erklärt sie. «Eine Strategie zu haben ist schön, aber dann muss man die Ärmel hochkrempeln und arbeiten.» Und darauf freue sie sich, auch wenn sie dafür künftig wohl weniger im Feld und mehr in ihrem Büro sein wird.

Rendez-vous, 27.07.2020, 12:30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich habe Hochachtung vor Patricia Danzi für ihre engagierte DEZA-Arbeit. Es ist wichtig, dass sich die Schweiz beteiligt - als reiches Land und mit dem hoffentlich immer noch vorhandenen Anspruch auf humanitäres Handeln. Aber es weht zum Teil ein rauher Wind gegen die Entwicklungszusammenarbeit, die politisch eher gekürzt wird, vor allem getrieben von politisch rechten Parteien. Leistung und Geld werden in der Schweiz manchmal höher gewichtet als Mitgefühl mit Armen und als Hilfe an ihnen.
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    1. Antwort von Christophe Bühler  ((Bühli))
      Cool, wenn das Deza 11 Milliarden ohne Langzeitevaluation mit Pseudokontrolle ausgeben kann und die eigene Bevölkerung in Heimen 90 Rappen für Schimmel Coronamasken der Fantasie Armee zahlt.
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    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Bühler, ich gehe dennoch davon aus, dass sie einer gewissen Kontrolle untersteht,auch in ihrem Interesse und das der gesamten DEZA. Aber der Argwohn von Teilen der Schweizerbevölkerung ist bisweilen gross, dass Hilfsgelder irgendwo versickern könnten - auch in Drittweltländern.Aber zum Beispiel die grossen Hilfswerke HEKS und Caritas machen das gut, sind verlässlich. „Argwohn“ kann aber bei vielen der Vorwand sein, selber-ohne Not!! -nichts spenden zu wollen, behauptend,es komme nichts an.
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