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Auch in Beizen passieren Virus-Übertragungen
Aus Rendez-vous vom 18.02.2021.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Diskussion um Restaurants Auch in Beizen finden Ansteckungen statt

Gastrosuisse möchte Restaurants möglichst rasch öffnen, man habe schliesslich Schutzkonzepte. Unbekannt ist, wie viele Ansteckungen in Beizen passieren. Klar ist aber: Auch dort wird das Coronavirus übertragen.

Bei vielen Ansteckungen weiss man bis heute nicht, wo sie stattgefunden haben. Das gilt für die Monate im Frühsommer und Sommer 2020, weil zu dieser Zeit das Contact Tracing erst aufgebaut wurde. Und es gilt noch mehr für die zweite Welle, also die Herbst- und Wintermonate.

Für diese Zeit ist klar, dass ein grosser Teil der Ansteckungen geschah, ohne dass sie in einer Statistik erfasst wurden. Es gibt also so viele Wissenslücken, dass man kaum sicher sagen kann, in Restaurants passiere wenig.

Auch in Beizen wird das Virus übertragen

Verschiedene Studien aus den USA, aus Korea und anderen Ländern belegen, dass in Restaurants tatsächlich Infektionen stattfinden. Demnach genügt Abstandhalten oft nicht.

Epidemiologisch ungünstig ist ausserdem, dass sich in Restaurants verschiedene Haushalte – in der Beiz oft ganze Quartiere – mischen. Das Virus wird von dort in verschiedene Richtungen weitergetragen.

Je leerer das Restaurant, desto sicherer

Nun kam diese Woche eine Modellierungsstudie der Technischen Universität Berlin heraus, der zufolge Restaurants, die nur zu 50 Prozent belegt sind, sehr viel besser abschneiden als etwa halbvolle Büros, in denen die Angestellten Maske tragen.

Das klingt gut – aber sogar der Studienautor selbst betont, dass sein Papier eine sehr vereinfachte Abschätzung sei, die längst nicht alle Faktoren, gerade die aus dem echten Leben, berücksichtigen kann.

Noch besser auf der Terrasse

Was die Wissenschaft relativ sicher sagen kann ist, dass der Betrieb auf Terrassen wegen des natürlichen Luftaustauschs deutlich sicherer ist als jener in Innenräumen. Wenn die Innenräume gut gelüftet werden, sinkt aber auch dort das Ansteckungsrisiko.

Und wenn sich mit der Zeit zeigt, dass sich die ersten Öffnungsschritte zum 1. März nicht zu sehr in wieder steigenden Fallzahlen niederschlagen, dann wäre mehr Öffnung zum 1. April vertretbar.

Am Ende ist aus epidemiologischer Sicht nicht nur wichtig, ob nun das Arbeiten im Büro oder der Restaurantbesuch mehr Infektionen auslösen, sondern wie viele Infektionen insgesamt tolerabel sind.

SRF 4 News, Rendez-vous, 18.2.2021, 12:30 Uhr

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Mauerhofer  (mmhofer)
    Da wir ja gleich zu Beginn der 2ten Welle den Überblick zu den Ansteckungsorten mehr oder weniger verloren haben, finde ich die angeregte Diskussion zum Thema interessant. Vor allem, die Schlussfolgerungen. Diese müssten ehrlicherweise in der Begründung Worte wie hätten, könnten, würden, nehmen wir an usw. enthalten. Da dies aber selten der Fall ist - könnte es sein, dass es dabei einfach Behauptungen handelt?
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Schön, dass man sich in Hotels offensichtlich nicht anstecken kann. Diese sind geöffnet und bieten auch Verpflegung für ihre Gäste. Das ist anscheinend zulässig. Ich mag aber nicht eine Übernachtung buchen, wenn ich nur ein Abendessen einnehmen will. Der Hotelgast darf - ich nicht. Offensichtlich sind Hotelgäste nicht gefährdet, weshalb aber Tagesgäste mehr gefährdet sind als Hotelgäste, welche sich noch länger im Gebäude aufhalten ist nicht belegt. Die Massnahmen sind nicht evidenzbasiert.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Die Ansteckungsgefahr bei der Verpflegung von Hotelgäste besteht auch, aber sie ist kleiner, als wenn ständig neue Gäste ein gut besuchtes Restaurant frequentierten .
  • Kommentar von Willi Andres  (AndiWilland)
    In Innenräumen nützen Hygiene-Masken nichts und geben keinen Schutz, wenn sie nicht richtig getragen werden. Bei den meisten Maskenträger bildet die Hygiene-Maske oben eine gerade Linie, die nur den Nasenrücken berührt. Dadurch bleiben unterhalb der Augen Öffnungen, durch die die ganze Atemluft hinten durchströmt, und nicht durch den Filter der Maske.
    Michael Riediker hat im TV gezeigt, wie viele Aerosole mit Viren neben der Maske ausströmen, wenn sie nicht richtig am Gesicht anliegt.
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Verzeihung, dass die Luft seitwärts entweicht, ist völlig richtig, aber diese Diskussion geht an der Sache vorbei. Die Maske lenkt den Luftstrom ab, vergleichbar mit dem Atmen durch die Nase. Beim Sprechen entweichen übrigens auch viel mehr feine Tröpfchen als beim Atmen, beim Singen, Lachen, Husten noch extrem viel mehr. Und auf die Tröpfchenmenge kommt es an, nebst der Distanz und Zeit der Aussetzung. Zwei Meter machen eine Ansteckung im Gegensatz zu einem Meter sehr viel unwahrscheinlicher...