Zum Inhalt springen

Header

Audio
Strassenlaternen als E-Zapfsäule
Aus HeuteMorgen vom 05.07.2021.
abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Inhalt

E-Mobilität Strassenlaternen als Ladestationen – sinnvoll oder nicht?

In Bern verfolgt man diese Idee euphorisch, in Zürich sieht man nach ersten Erfahrungen einen beschränkten Nutzen.

Die Zahl der Elektroautos hat in der Schweiz deutlich zugenommen: Im letzten Jahr waren es knapp 20'000, ein Plus von 49 Prozent gegenüber 2019. Hinzu kommen über 14'000 Plug-in-Hybridfahrzeuge (plus 225 Prozent).

Stecker dran und fertig

Auch das Ladenetz wird laufend ausgebaut. Einzelne Anbieter tun das über die Strassenlaterne – hier besteht ja bereits ein Netz. Die Strassenlaternen bringen Licht und somit Strom in jede Strasse. Stecker dran und fertig ist die Ladestation für Elektroautos im Quartier oder in der blauen Parkzone.

In Bern etwa gibt es zwei Standorte, umgesetzt von Move Mobility. «Es geht darum, Nutzerverhalten zu testen und auch die technischen Möglichkeiten abzuklären, damit man dann später solche Produkte auch national ausrollen kann», erklärt Geschäftsführer Ivo Brügger.

Es braucht mehr Ladepunkte und eine Reservationsmöglichkeit.
Autor: Ivo BrüggerGeschäftsführer Move Mobility

Hinter Move Mobility stehen verschiedene Schweizer Stromversorger, auch jener der Stadt Bern. Erste Rückmeldungen hat Ivo Brügger bereits erhalten. «Es braucht mehr Ladepunkte und es braucht eine Reservation der Ladepunkte, damit die Parkplätze nur für Elektroautos zugänglich sind», zieht er ein Fazit daraus. Eine Ladestation ohne Parkplatz bringt schliesslich nichts.

Mehr Erfahrung mit den Ladestationen an Laternen hat man im Kanton Zürich. Hier gibt es vier solche Ladestationen. Bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich wurden Einschränkungen festgestellt.

Die Beleuchtungsnetze sind nicht so gebaut, dass man grosse Leistungen übertragen kann.
Autor: Jörg HallerLeiter Öffentliche Beleuchtung EKZ

«Das eine ist die Ladezeit, die Beleuchtungsnetze sind in der Regel nicht so gebaut, dass man da grosse Leistungen übertragen kann. Somit ist eine schnelle Ladung eigentlich nicht möglich», erklärt Jörg Haller von den Elektrizitätswerken. «Aufgrund des Ausbaus der Netze kann man auch nicht viele Ladestationen an seinem Netz installieren.»

Als Ergänzung sinnvoll

Somit sei ein flächendeckender Rollout über das Beleuchtungsnetz in der heutigen Form eigentlich nicht möglich. Dennoch ist Haller überzeugt: «Ich glaube, es ist eine sehr gute Möglichkeit, die zukünftige Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu ergänzen.»

Will heissen: Auch wenn künftig noch mehr Elektroautos auf Schweizer Strassen verkehren, werden sie wohl nur punktuell an Strassenlaternen Strom tanken.

SRF 4 News, Heute Morgen, 05.07.2021, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

65 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Der Ladeanbieter Ubitricity bietet genau Lösungen für solche Strassenlaternenladepunkte. In London wurden 2000 Ladepunkte installiert.
    Wieso man jetzt in der Schweiz wieder neue Pilotprojekte macht, ist unverständlich. Man hätte ja grossflächige echte Erfahrungswerte aus London.

    Ubitricity wurde übrigens Anfang 2021 von Shell gekauft!
    1. Antwort von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
      Nachtrag: in der App von Ubitricity werden in Bern drei Ladepunkte angezeigt. Anscheinend ist zumindest die Technologie von Ubitricity.
      Auch schön zu beobachten in London: es wird auch tagsüber an solchen Laternenladepunkten geladen - schätzungsweise 10%.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Den Artikel lesen würde da wohl helfen, es steht da, dass Erfahrungen aus Zürich zeigen dass es da lokal am Netz liegt. Wenn das in London funktioniert, dann könnte es daran liegen, dass es dort mehr Reserven im Versorgungsnetz der Laternen hat. Oder andere Gründe. Auf jeden Fall kann man nicht davon ausgehen, dass hier Erfahrungen von Land zu Land ohne Weiteres übertragbar sind.
    3. Antwort von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
      Herr Reuteler. Ich hab mich jetzt nochmals schlau gemacht.
      In Bern wird tatsächlich Hardware von Ubitricity verwendet. Es wird mit 3.7 kW geladen. Somit kann man z.B. von 19-7 Uhr in 12 h 44.4 kWh laden, was ca.250 km entspricht.
      Was sagen Pilotprojekte in der Schweiz mit 2 Laternen aus? Nichts! In London sind 2000 in Betrieb! Wenn schon, dann sollte man in der Schweiz Pilotprojekte mit mind. 50 Laternen machen.
      In London sieht man schön: oft eine Laterne in Strasse, 3 eher schon Maximum.
  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Tesla hat es allen Skeptikern und Schwarzmalern mehr als deutlich gezeigt wie E-Mobilität funktioniert. Das US Unternehmen hat den Erfolg zu einem großen Teil mit dem permanenten Ausbau der eigenen Ladeinfrastruktur erreicht. Auch die deutsche Antwort, die von allen namhaften Marken der Industrie getragene Firma https://ionity.eu/de ist mit voller Kraft am Ausbau des Netzes und das international. Die Frage wie man Elektromobilität erfolgreich realisiert sollte so zu e. großen Teil geklärt sein
    1. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Ja, aber wo kommen die knapp 80% mehr an Strom her? Wir müssen forschen für eine saubere Energiequelle und uns überlegen wie wir alle Leitungen erneuern.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      @Ehring: Es sind lediglich 15 - 20% mehr elektrische Energie die benötigt werden. Das ist einer der wichtigsten Schlüssel dieser Lösung: Ein Effizienzvorteil von Faktor 3.5 bis 4 gegenüber den heutigen individual-mobilitäts - Lösungen.
  • Kommentar von Steven Baumgartl  (Steven B.)
    Der Ansatz ist da gut, wo realisierbar! Bei geringen kw Leistung kann das durchaus funktionieren. Welche Frage aber eigentlich im Raum steht, wie werden die heutigen Tankstellen in Zukunft ihre Kunden bedienen. Tanken + Shopping ist ja dann eher selten, aber so normal möchte auch der Kunde von E-Autos bedient werden. Die Mineralöl Lieferanten sollten hier ein adäquaten Ersatz am Markt platzieren, um ihre Umsätze weiterhin zu realisieren. Dann wird es auch für den "Normalo" attraktiv umzusteigen!
    1. Antwort von Adriano Granello  (adgr)
      Schnellladesäulen sowie die Tesla Supercharger mit einer Leistung zwischen 150 und 350 kW (!!!), laden den Akku innerhalb von 10 bis 60 Minuten auf. Da kann man durchaus während dem Ladevorgang einen Kaffee trinken und zum Shopping gehen :-)
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Steven Baumgartl: Ich mache mir da keine Sorgen. Wenn die Tankstellen mit Shop weiterhin Geld verdienen wollen, werden Sie anfangen, einige der Treibstoffzapfsäulen abzubauen und durch E-Schnelladestationen zu ersetzen. Dann werden die E-Auto-Fahrer in den 10 Min. Ladezeit in den Laden gehen und nachher ein Glacé essen. Aber eben; wenn die nichts verdienen wollen, dann können Sie ihre Tankstellen so belassen, wie sie sind.
    3. Antwort von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
      Shell kauft einfach Ladestationanbieter: 2017 Newmotion und 2021 Ubitricity (Laternenladestationen).
      Baut aber auch an den eigenen Tankstellen Ladesäulen mit 150 kW, zumindest in einigen Ländern wie Deutschland. Dort sind bis Ende 2021 120 geplant.
    4. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Grundsätzlich gibt es keinerlei Notwendigkeit, dass sich da Mineralölanbieter engagieren. Aber wenn sie weiter im Mobilitätsgeschäft auf der Strasse dabei sein wollen, ja, dann sollten sie es natürlich tun. Aber grundsätzlich kann das irgend jemand tun der das nötige Kapital hat.