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Anteil an Elektroautos auf Schweizer Strassen wächst
Aus Tagesschau vom 03.07.2021.
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E-Mobilität Boom bei E-Autos: Gründe und Herausforderungen

Der Verkauf von Neuwagen stockt. Der Anteil von Elektroautos aber steigt und steigt. Gründe sind grössere Reichweite, dichtere Ladenetze und tiefere Kaufpreise. Doch das Wachstum birgt auch Probleme.

Jahrzehntelang haben die Verbrennungsmotoren unserer Strassen beherrscht. Ihr Dröhnen war allgegenwärtig. Jetzt zeichnet sich eine Zeitenwende ab. Im Juni wurden zum ersten Mal überhaupt mehr vollelektrische Autos als Dieselfahrzeuge verkauft.

Das leise Summen reiner Elektrofahrzeuge wird nicht nur gegenüber den Dieselfahrzeugen häufiger. Mit Blick auf den Gesamtmarkt zeigt sich: Über 14 Prozent der Neuwagen waren im Juni vollelektrisch. Dieser Boom hat vielfältige Ursachen.

E-Auto – schneller, weiter, günstiger

Das Bedürfnis, elektrisch zu fahren, sei bei den Menschen schon lange vorhanden gewesen, sagt Martin Bolliger, Leiter Mobilitätsberatung Touring Club Schweiz. Neu und damit entscheidend für den Boom sei das Ökosystem, das sich in den letzten Jahren rund um die E-Mobilität entwickelt hat.

Die Auswahl an attraktiven Fahrzeugen, die im Durchschnitt 350 km Reichweite oder mehr haben, hat zugenommen. Hinzukommt, dass auch das Netz an Ladestationen in Häusern und entlang der Schnellstrassen ausgebaut wurde.

Doch das sei nicht alles, sagt der Experte: «Fragen, die verunsichert haben, konnten geklärt werden. Insbesondere bezüglich Kosten und Umweltverträglichkeit.» Ängste wurden ab- und Infrastruktur aufgebaut.

Bolliger sieht auch keinen Grund, wieso der E-Boom abreissen sollte. Er geht davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren der Zeitpunkt kommen wird, wo mehr Neuwagen elektrisch angetrieben werden als mit Verbrennungsmotoren.

Das Schweizer Stromnetz – fit genug?

Weniger Benzin, weniger Diesel – dafür mehr Strom. Für das Elektrizitätsnetz bedeutet das eine erhöhte Belastung. Des Guten zu viel?

«Das Schweizer Stromnetz kann diesen Boom bewältigen. Doch die Stromversorgungsunternehmen, die Netzbetreiber, die müssen sich darauf vorbereiten.» so Marianne Zünd Leiterin Medien und Politik vom Bundesamt für Energie.

Noch sei Zeit genug, diese Anpassungen vorzunehmen. Die E-Autos boomten tatsächlich. Das Ausmass, bei dem das ganze Netz auf sie abgestimmt werden müsste, sei aber noch nicht erreicht.

Ein möglicher Strommangel, den elektrische Autos durch ihr vermehrtes Aufkommen verursachen könnten, würden sie teilweise selbst entschärfen. «Die Batterien in diesen Autos können nützlich sein, wenn sie bidirektional genutzt werden. Dann können sie als kleine Stromspeicher dienen. Und damit helfen, das Stromnetz zu entlasten», so Zünd.

Das Wachstum der E-Mobilität und damit auch der Elektro-Autos auf Schweizer Strassen dürfte sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Und der einstige Trend wandelt sich fast unmerklich zur Normalität.

Tagesschau Mittag, 03.07.2021, 13:00 Uhr

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80 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    «Die Batterien in diesen Autos können nützlich sein, wenn sie bidirektional genutzt werden. Dann können sie als kleine Stromspeicher dienen. Und damit helfen, das Stromnetz zu entlasten», Heisst das, dass das Auto zum Beispiel in der Nacht auch vom Netz her ENTladen statt GEladen werden kann?
    1. Antwort von Hans Jürg  (Hans Jürg)
      Ins Netz speisen vom E-Auto kann ich mir nicht so recht vorstellen. Ausser, man kann eine Limite programmieren und der Strom wird vergütet.
      Könnte mir aber vorstellen bei 1 Fam-Hauseigentümer mit PVA auf dem Dach: Wenn man abends nach Sonnenuntergang kocht und/oder tagsüber keine Gelegenheit hatte zum Kleider waschen, kann der Strom vom Auto genommen werden. Die zwei drei Kw weniger beim Auto am nächsten Morgen wären verkraftbar und man könnte sich evtl eine Speicherbatt. im Keller sparen.
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Auch wenn Elektromobilität die Umwelt weniger belastet, ist diese immer noch eine grosse Belastung! Pneuabrieb, versiegelte Oberflächen durch Strassen und Parkplätze, Herstellung und Entsorgung der Fahrzeuge bleiben. Zudem macht die zunehmende Bevölkerung und Mobilität jeden Fortschritt zunichte. Mit E-Mobilität die Umwelt schonen wollen und gleichzeitig das Billigfliegen mit Steuergeldern unterstützen, zeigt auch deutlich, dass wir bei der Entlastung der Umwelt nicht einmal am Anfang stehen!
  • Kommentar von Christoph Coltellino  (coltellino)
    Der Trend geht nach oben, aber 86% nicht elektrisch ist viel zu viel. Ich fahre auch noch einen Verbrenner, weil mein vor einigen Jahren gekauftes 6000.- teures Auto so wenig km macht, dass es mir leider noch zu teuer ist umzusteigen. Ich hoffe, das im unteren Preissegment und bei Gebrauchtwagen noch etwas geht, damit auch für mich der Umstieg finanziell vernünftiger wird. So oder so fahre ich meinen letzten Verbrenner.