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Eis und Schnee So kämpft die SBB gegen die Eiseskälte

360 Personen stehen schweizweit bei der SBB gegen Eis und Schnee im Einsatz.

Die Polarkälte führte zu Bahnstörungen: Es scheint jedes Jahr ähnlich abzulaufen: Sobald uns Minustemperaturen zum Schlottern bringen, gerät der Bahnverkehr ins Schlittern. So kam es am Dienstag etwa im Zürcher S-Bahn-Netz zu Verspätungen. Auch in und um Basel kam es zu Zug-, Bus- und Tramausfällen. Laut SBB waren Weichenheizungen ausgefallen. Die SBB-Medienstelle schrieb: «Diese laufen aufgrund der sehr tiefen Temperaturen seit Tagen unter Volllast – da sind Störungen leider nicht ausgeschlossen.»

Ein Zug fährt durch den Bahnhof Arth-Goldau, wo viel Schnee liegt.
Legende: Die SBB werde nicht vom Schnee überrascht, kontert das Bahnunternehmen die jährliche Kritik, sie sei nicht vorbereitet. Bereits im Frühling beginne jeweils die Planung für den nächsten Winter. Keystone / GAETAN BALLY

So kämpft die SBB gegen die Eiseskälte: 7500 Weichenheizungen an neuralgischen Punkten sorgen dafür, dass Züge auch bei minus 20 Grad fahren können. 65 Prozent wärmen elektrisch, 35 Prozent verbrennen Gas. Nicht beheizte Weichen werden von Hand enteist. Auch Züge können vereisen, vor allem Türdichtungen und Wassertanks in den Toiletten. Damit dies nicht geschieht, bleiben abgestellte Züge beheizt. Trotzdem könne es aufgrund der Kälte am frühen Morgen zu Verzögerungen kommen, schreibt die SBB auf Anfrage. «Wir entschuldigen uns bei den Reisenden für die Unannehmlichkeiten.»

Eine Fotografin steht vor einer Weichenheizung.
Legende: Warme Weichen im Winter – 7500 solcher Weichenheizungen sorgen dafür, dass die Züge auch bei Minustemperaturen verkehren können. Keystone / WALTER BIERI

Nach dem Eis kommt jetzt der Schnee: Auch am Mittwoch wird es nochmals eiskalt. Mit Temperaturen bis weit unter null. Doch ab Donnerstag könnte es ein paar Grad wärmer werden. Gemäss SRF Meteo steigt das Thermometer im Unterland auf etwas über null Grad an. Mit der wärmeren Luft kommen auch der Schnee und starke Winde. Vor allem aufs Wochenende hin soll es Schnee bis in tiefe Lagen geben. Das heisst, die SBB kämpft dann nicht mehr gegen die Polarkälte, sondern gegen den Schnee.

Eine Schneefräse vor am Bahnhof Ambri (TI) befreit die Gleise vom Schnee.
Legende: Wenn viel Schnee auf den Schienen liegt, setzen die SBB auch Schneefräsen ein – wie hier zum Beispiel in Ambri im Tessin. Keystone / GABRIELE PUTZU

Und das macht die SBB gegen den Schnee: Bereits im Frühling beginne die Planung für den nächsten Winter. Und zwar mit der Analyse des letzten Winters, dem Kauf von neuem Material und mit Funktionskontrollen, schreibt die SBB in einem Online-Beitrag. Zudem liefere ein Wetterdienst genaue Prognosen für 800 Standorte. So könnten die Wintereinsätze exakt geplant werden. Rund 360 Mitarbeitende stünden schweizweit gegen Eis und Schnee im Einsatz. Auch spezielle Schneefrässchleudern kommen in den Bahnhöfen und auf den Bergstrecken, zum Beispiel auf der Gotthard-Panoramastrecke, zum Einsatz. Und vom Winter würden die SBB nicht überrascht, auch wenn dieser Vorwurf immer wieder gemacht werde.

SRF Meteo, 6.1.2026, 19:50 Uhr;brus

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