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Homeoffice-Pflicht seit heute aufgehoben
Aus HeuteMorgen vom 28.06.2021.
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Ende der Homeoffice-Pflicht Nicht alle müssen heute ins Büro zurückkehren

Die Homeoffice-Pflicht gilt nicht mehr. Der Arbeitgeberverband rechnet aber nicht mit einer grossen Rückkehr. Gewerkschaften mahnen zur Einhaltung der Schutzkonzepte.

Die Schweiz macht in Sachen Corona einen grossen Schritt zurück zur Normalität: Die Homeoffice-Pflicht entfällt. Man darf den Pausenkaffee also wieder offiziell mit dem Team im Büro trinken anstatt zu Hause vor dem Bildschirm. Und auch der direkte Austausch kann wieder ungezwungener, spontaner stattfinden.

Dabei gibt es allerdings Einschränkungen: Wer etwa an Herz-Kreislauf-Problemen leide oder schwanger sei, müsse nach wie vor nicht ins Grossraumbüro zurückkehren, sagt Luca Cirigliano, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes.

Mehr Kontrollen nötig

Wenn die Unternehmen ihr Personal wieder in die Büros zurückbeordern, müssten sie die Corona-Sicherheitsmassnahmen garantieren, betont er.

Geschehe das nicht, könnten Angestellte das melden. Um das durchzusetzen, brauche es jedoch mehr Kontrollen. Es sei deshalb wichtig, dass die Kantone mehr Ressourcen einsetzen, so Cirigliano.

Es ist kein Geheimnis, dass die schweizerischen Arbeitsinspektorate personell unterdotiert sind.
Autor: Luca CiriglianoZentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes

Das Problem sei jedoch, dass umfassende Kontrollen derzeit gar nicht möglich seien. «Es ist kein Geheimnis, dass die schweizerischen Arbeitsinspektorate personell unterdotiert sind und sich bisher auf Hochrisikobranchen konzentriert haben oder erst auf Anzeige hin in einen Betrieb gehen.»

Beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) heisst es auf Anfrage, dass die Schutzmassnahmen zwar weiterhin Pflicht seien. Flächendeckende Kontrollen seien jedoch nicht vorgesehen.

Wir erwarten keine massive Reduktion bei den Leuten, die im Homeoffice arbeiten.
Autor: Fredy GreuterSchweizerischer Arbeitgeberverband

Während die Gewerkschaften zur Einhaltung der Schutzkonzepte mahnen, rechnet Fredy Greuter vom Schweizerischen Arbeitgeberverband nicht mit allzu raschen Veränderungen. Zwar habe man lange auf die Aufhebung der Homeoffice-Pflicht gewartet, bestätigt er. «Wir erwarten aber nicht, dass es gleich zu einer massiven Reduktion bei den Leuten kommt, die bis jetzt im Homeoffice gearbeitet haben.»

Künftig Mischformen

Denn in vielen Unternehmen habe sich die Arbeit von zu Hause aus etabliert. Greuter ist allerdings überzeugt, dass jene, die in die Büros zurückkehren, nicht grösseren Risiken ausgesetzt seien. Vieles deute darauf hin, dass die Arbeit an einem Arbeitsplatz mit Schutzkonzept nicht gefährlicher sei als die Arbeit zu Hause.

Wichtig sei, dass die Arbeitgeber eruierten, welche Arbeitsmodelle langfristig gelten sollen. Greuter geht von Mischformen aus: Nicht alle kehren Vollzeit an den Arbeitsplatz zurück. Ein grosser Teil der Angestellten werde aber regelmässig im Büro anzutreffen sein.

HeuteMorgen, 28.06.2021, 06:00 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Katica Öri  (Katiöri)
    Ich habe einen Minijob 20-30% arbeitet auch als Selbstständige. In der Firma mit Minijob hatten wir nur für 2-3 Wochen Homeoffice und danach war es verboten und einige Mitarbeiter haben oft keine Maske getragen. Der Chef kümmerte sich nicht darum.
    Viele Angestellte dürfen nichts sagen den sie werden sanktioniert und schief angesehen. Die Behörden haben nichts unternohmen. Das ganze Covid Hilfe Packete und Massnahmen waren viel zu oft nur ein Witz, leider!
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Wenn eine Firma im nicht manuell produzierenden Bereich nicht auch im Homeoffice kann, ist sie für die Zukunft generell nur sehr schlecht gerüstet, und dürfte so oder so bald untergehen.
    Davon betroffene Mitarbeiter sollte sich lieber jetzt schon nach einem neuen Arbeitgeber umsehen: Nicht nur wegen Homeoffice, sondern wegen der Sicherheit in einer Firma zu arbeiten, die Zukunft versteht und kann.
  • Kommentar von Andreas Grünkraut  (Grünkraut)
    Viele Chefs kümmerten sich gar nie im die Home Office Pflicht. Bei uns durfte praktisch niemand ins Home Office trotz Möglichkeit dazu. Etwa 60 Leute, Projektleiter, Finanzen, IT etc. Amt für Arbeit kam um zu kontrollieren, schauten sich 1 von 3 Gebäuden an wo sich kaum jmd befand weil alle in Gebäude 3 sind und ging wieder. Im Anschluss schrieb er einen Brief wie vorbildlich wir uns an die Regeln hielten. Einen Coronatest gabs NIE. Absolut lächerlich seitens des Amtes.
    1. Antwort von Heike Miller  (Heike Miller)
      Das kenne sehr gut. Wir konnten ins Homeoffice. Sie hatten angst, dass wir krank hätten werden können und in einem kleinen Team das Aus für die Firma. Aber jetzt sind wir wieder die ersten, die ins Büro müssen. Für mich ein Zeichen, dass es zu viele Machtmenschen, die ihre kleine Funktion ausüben müssen, beschäftigt sind. Es war ersichtlich, dass es keine künstliche Leitungen im Homeoffice braucht. Meines Erachtens geht es hier um Macht, die nicht ausgeübt werden kann im Homeoffice
    2. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Insbesondere in der Schweiz haben wir immer noch viel zu viele "Manager", "Leiter" etc. die sich ihre Existenz einzig und allein dem Glauben zu verdanken dass ein Geschäft nur läuft wenn man die Leute vor Ort kontrolliert. Das ist so erbärmlich wie diese Leute überflüssig sind.
      Jetzt wäre die Zeit wo ALLE die einfache Frage beantworten müssen: Was genau leiste ICH persönlich (und nicht die mir Unterstellten) für meinen Lohn?