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Schwierigkeiten beim Bau von Photovoltaik-Anlagen ausserhalb von Siedlungen
Aus HeuteMorgen vom 02.02.2021.
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Erneuerbare Energie Photovoltaik-Anlagen: Viel Platz, hohe Hürden

In der Schweiz gibt es viel Potenzial für Photovoltaik-Anlagen. Doch die rechtlichen Hürden sind hoch.

Eigentlich wäre es ganz einfach: Würden in der Schweiz alle geeigneten Hausdächer und Fassaden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, könnte mehr als genug Strom produziert werden.

Anlagen auf Gebäuden sind immer davon abhängig, wann man ein Gebäude saniert.
Autor: Felix NipkowLeiter Erneuerbare Energie Schweizerische Energie-Stiftung.

Schaut man aber genauer hin, zeigt sich, dass es nicht reicht, beim Thema Solarstrom nur auf Gebäude zu setzen. «Anlagen auf Gebäuden sind immer davon abhängig, wann man ein Gebäude saniert», erklärt Felix Nipkow, Leiter Erneuerbare Energie bei der atomkritischen Schweizerischen Energie-Stiftung. Und das drosselt das Tempo.

Die Lärmschutzwand als Hoffnungsträger

In einer neuen Machbarkeitsstudie untersucht die Stiftung deshalb, wo sich hierzulande noch anderswo Photovoltaik-Anlagen bauen liessen – auch ausserhalb von Siedlungen.

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Axpo baut grösste alpine Solaranlage der Schweiz
Aus Schweiz aktuell vom 21.01.2021.
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Potenzial bieten zum Beispiel Lärmschutzwände entlang von Autobahnen- oder Eisenbahngleisen, Lawinenverbauungen in den Bergen oder Treibhausdächer in der Landwirtschaft.

In mehreren Nachbarländern werden solche Flächen bereits für die Produktion von Sonnenstrom genutzt. In der Schweiz könnte fast ein Drittel des zusätzlich nötigen Sonnenstrom dort produziert werden. Allerdings bestehen beträchtliche rechtliche Hindernisse. Denn grosse Photovoltaikanlagen sind immer Eingriffe in die Landschaft.

Es gibt Schutzziele, die wichtiger sind, weil sie hoch angesiedelt sind – bis hin in die Bundesverfassung.
Autor: Oliver StreiffExperte Raumplanungsrecht

Besonders gross ist die Herausforderung in einem Gebiet: dem alpinen Raum. «Dort sind wir in einem Bereich, wo wir ganz viele Ansprüche haben. Es gibt Schutzziele, die wichtiger sind, weil sie hoch angesiedelt sind – bis hin in die Bundesverfassung», erklärt Oliver Streiff. Der Jurist und Architekt doziert an der ZHAW im Bereich Raumplanungsrecht.

Unsicherheiten schrecken Investoren ab

Solche planerischen Unsicherheiten haben die Investoren bisher zusätzlich zum wirtschaftlichen Risiko abgeschreckt. Das Parlament könnte in einem neuen Anlauf zur Revision des Raumplanungsgesetzes bald mehr Klarheit schaffen.

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Bilanz zu den erneuerbaren Energien
Aus 10 vor 10 vom 20.05.2020.
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Denn eines ist klar: Nur wenn die Standorte sorgfältig und koordiniert ausgewählt werden, wächst die Akzeptanz und damit die Chance, dass Lärmschutzwände und Lawinenverbauungen bald auch Sonnenkraftwerke sein können.

HeuteMorgen, 02.02.2021, 06:00 Uhr

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Helmut Meier  (Helmu)
    Wer profitiert vom günstigen Solarstrom? Es ist die Industrie!
    Bis auf ein paar Vorzeigeprojekte sind die meisten Industriegebäude ohne Solar.
    Wir Privaten liefern den günstigen Solarstrom und wenn die Industrie Zuwenig hat, kauft sie Dreckstrom billig weil wir ihn nicht kaufen.
    Solar aufs Dach ja, aber nur Eigenverbrauch, Solarstrom kaufen, NEIN ist viel zu teuer.
    Es darf nicht sein, dass Einspeisung 4-6 Rp. und Bezug 20-30 Rp!
    Wer hat das Netz bezahlt? Wir, mit unserem überhöhten Stromp.
    1. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Das Netz wurde noch nicht bezahlt. Wir zahlen die Investition und den Unterhalt laufend ab. Gleich wie mit der Eisenbahn - wer sie nutzt, der muss auch zahlen.
  • Kommentar von Markus Busslinger  (ma_busslinger)
    Jetzt ist der Solarstrom nötig. Darum sollten die Gesetze angepasst werden um möglichst viele Anlagen zu bauen. Bis die Lebensdauer der Solaranlagen abgelaufen ist, ist die Fusion wohl bereit. Dann können die Anlagen wieder "re-naturiert" werden wie es zur Zeit mit den Biotopen gemacht wird.
    1. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Bussinger: Neuester Fusionsreaktor ITER sollte 2016 in Betrieb gehen, heute erhofft man 2025. Die ersten Jahre wird nur Grundlagen-Forschung gemacht, danach (~2030) erhofft man sich bescheidene Energie-Gewinnung. Kosten bis heute über 15Mia€, bis 2025 deutlich über 20Mia€, von geplanten 5Mia€. Moderne, inhärent sichere Kernreaktoren 4.Generation laufen als Prototypen, China, Russland und USA werden in nächsten Jahren mehrere ans Netz gehen. Sind weit näher an Zukunft als Fusionreaktoren.
  • Kommentar von Christian Rusch  (Ch.U.R.)
    Photovoltaik und Windenergie werden nie eine Landesversorgung stellen, das ist schlichtweg unmöglich. Den auf dem eigenem Dach erzeugten Strom selber nutzen macht am ehesten Sinn, dafür braucht es keine Subventionen. Wer unbedingt am Tag ins Netz einspeisen will, um wiederum in der Nacht Kraftwerkstrom zu beziehen, sollte den eingespeisten Strom maximal mit den Tagespreisen vergütet bekommen, wie die Kraftwerke auch. Alles andere ist Betrug an den übrigen Strombezüger.