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Schweiz «Es gibt keinen offenen Rassismus in Fussballstadien mehr»

Kein Fussballspiel ohne Hitlergruss oder Hakenkreuz-Tatoo: Das war einmal. Heute sind Rechtsextreme in Fussballstadien kaum noch anzutreffen, wie Kenner der Fan-Szene sagen.

YB-Fans halten im Stadion ein grosses Transparent mit der Aufschrift «Gemeinsam gegen Rassismus».
Legende: Die Berner Young Boys führen seit Jahren Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit im Fussball durch. Keystone

Am Samstag beginnt die Rückrunde der Fussball Super League. Dann werden in den Schweizer Stadien wieder Fangesänge angestimmt, rassistische Beschimpfungen allerdings erklingen nur noch selten.

Die Rechtsextremen seien zwar nicht komplett aus den Stadien verschwunden, aber sie hätten ihre «doch prägende Rolle» ganz klar eingebüsst, stellt Lukas Meier fest. Er ist Fan-Arbeiter bei YB und Schweizer Leiter von Fare, einem internationalen Netzwerk gegen Diskriminierung im Fussball. «Wir haben eine sehr positive Entwicklung: Es gibt keinen offenen Rassismus mehr.»

Mehr Frauen in Stadien

Die Fanarbeiter anderer Klubs, die Kantone und Beobachter der Szene bestätigen Meiers Aussagen. Was hat sich verändert seit den 1990er-Jahren, als Rechtsextreme noch im Stadion für ihre Gesinnung warben?

Grund seien tiefgreifende Umwälzungen im Fussballerlebnis, sagt Meier. «Die Spiele haben mehr Eventcharakter bekommen. Das Publikum ist viel durchmischter – es hat auch einen sehr viel höheren Frauenanteil.» Ganz allgemein habe es im Fussball unglaubliche Umwälzungen gegeben.

Zudem seien in den Mannschaften Spieler aus anderen Kulturen alltäglich geworden. Auch deshalb, sagt Meier, seien Fussballfans heute apolitischer als früher – wenn auch nicht unbedingt weniger gewalttätig. Gewaltausbrüche gehören immer noch zu vielen Spielen dazu, Fussball bleibt eine Herausforderung für Polizei und Fanarbeit.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Müller, Bern
    Die Fifa sollte ein "Rassismus ist ein Eigentor!" Kampagne machen und rassistische Vorfälle mit negativen Toren für die ersten Spiele der Folgesaison sanktionieren. Wer dafür verantwortlich ist, dass die eigene Mannschaft die halbe Saison lang von Beginn weg einem Rückstand hinterherrennt, ist bei den restlichen Fans bald nicht mehr sonderlich gut gelitten.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Warum kann man nicht einfach fröhlich sein, den Match geniessen, mitfiebern und am Schluss entweder Tränen vergiessen oder vor Glück jubeln und Fähnchen schwingen?
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  • Kommentar von E Basler, Schweiz
    Endlich mal wird es in den CH Medien erwähnt. Erklären sie das mal den Kollegen vom Blick. Für diese gibts nur Nazis und Hooligans und keine Ultras und Patrioten. Die ganze Nazisache ist am sterben was mehr als nur zufall ist, da die Menschen mittlerweile sich Gedanken machen über anderes. Einzelne Nazis in Kurven werden oft ausgelacht oder nicht toleriert. Ich erinnere daran das in Basel in den 80er und 90er sehr viele Rechts waren und sich das in wenigen Jahren um 180 Grad gedreht hat.
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    1. Antwort von p.keller, Schweiz
      Den Opfern ist es egal zu wissen, ob der Täter Ultra, Linker, Rechter, vermummt, nicht vermummt, Patriot, Ausländer, Schweizer, Basler, Zürcher oder einfach ein primitiver Schläger ... ist.
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    2. Antwort von Reto Munteler, Schweiz
      @E Basler; Zitat: "Einzelne Nazis in Kurven werden oft ausgelacht oder nicht toleriert." - Also funktioniert das doch?! Schon lange wird von den im Stadion anwesenden friedlichen Fussball-Fans gefordert, dass sie sich um ihre undisziplinierten, gewalttätigen Fangenossen kümmern sollen, die mit ihnen in den Kurven stehen. Wie wäre es, wenn Sie DIE mal auslachen und nicht mehr tolerieren würden?
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