Zum Inhalt springen

Header

Video
FOKUS: BAG-Direktorin Anne Lévy zum Impfpass im Interview
Aus 10 vor 10 vom 24.03.2021.
abspielen
Inhalt

Ferien in der Coronakrise Können wir mit dem Impfzertifikat in die Sommerferien, Frau Lévy?

Sommer, Strand, Sonnenschein – abschalten und die Pandemie vergessen. Dafür braucht es wohl einen Impfausweis. BAG-Direktorin Anne Lévy gibt sich im Interview mit SRF News hoffnungsvoll: Bis im Sommer soll ein Impfzertifikat für die Schweiz da sein.

Anne Lévy

Anne Lévy

Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit BAG

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Bundesrat hat Anne Lévy an seiner Sitzung vom 3. April 2020 zur neuen Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ernannt. Sie trat am 1. Oktober 2020 die Nachfolge von Pascal Strupler an. Davor leitete die gebürtige Bernerin die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Bis 2015 stand Lévy während sechs Jahren dem Bereich Gesundheitsschutz im Gesundheitsdepartement von Basel-Stadt vor.

SRF News: Im Zusammenhang mit den Covid-19-Impfungen haben Sie immer wieder auf Covidvac, ein Modul des Schweizerischen elektronischen Impfausweises, verwiesen. Von einem Impfzertifikat war bisher nicht die Rede.

Anne Lévy: Das ist so. Wir haben mit der Verabschiedung des Covid-Gesetzes eine gesetzliche Grundlage, die uns die Möglichkeit gibt, ein fälschungssicheres Zertifikat zur Verfügung zu stellen.

Es ist natürlich freigestellt, ob man dieses Zertifikat nutzen will oder nicht.

Was wir nach wie vor nicht haben, ist eine gesetzliche Grundlage für ein nationales Impfregister. Aber was wir brauchen und wollen und wofür wir jetzt auch gesetzlich den Auftrag haben, ist ein Covid-19-Zertifikat. Dort kann man den eigenen Impfnachweis draufstellen, sodass er fälschungssicher ist in Papierform und digital. Es ist natürlich freigestellt, ob man dieses Zertifikat nutzen will oder nicht.

Sicherheitsprobleme bei «meineimpfungen.ch»

Box aufklappenBox zuklappen

Anne Lévy äussert sich auch zum Datenleck bei «meineimpfungen.ch»: «Die Plattform ist nicht massgeblich vom BAG unterstützt, wir unterstützen sie seit Jahren mit einem kleinen Anteil. Es gibt andere Partner wie private Firmen, zum Beispiel die FMH oder den Apotherkerverband, die dort ebenfalls dabei sind. Für mycoividvac hingegen hatten wir einen klaren Vertrag mit meineimpfungen.ch mit klaren Bedingungen bezüglich Datenschschutz. Natürlich sind wir ziemlich entsetzt, wenn die Vorwürfe stimmen, die im Raum stehen.»

Seit Anfang Jahr wird geimpft. Warum hat das BAG nicht darauf gedrängt, dass es eine gesetzliche Grundlage gibt? Warum gibt es dieses Zertifikat nicht jetzt schon?

Gesetzliche Grundlagen müssen vom Parlament kommen. Wir begannen auch schon vorher, uns Überlegungen zu machen. Aber jetzt haben wir die Grundlage und können offiziell den Kickoff machen.

Jetzt wollen Sie das bis Juni vorlegen. Spätestens im Mai soll breit geimpft werden. Was passiert denn mit diesen Impfungen?

Da sich jede Person digital zur Impfung anmeldet, gibt es bei jedem Impfzentrum, bei jeder Ärztin oder jeder Apotheke eine digitale Lösung. Mit dieser wird dem Kanton gemeldet, dass die betreffende Person geimpft worden ist. Es gibt also die digitalen Daten bereits. Wir versuchen eine Lösung zu finden, mit der wir das dann automatisch für jene, die das wollen – das ist ganz wichtig – auf ein Impfzertifikat hinüberziehen können.

Das Zertifikat soll überall kontrolliert werden können, auch bei Auslandsreisen. Was lässt Sie hoffen, dass wir im Juni ein funktionierendes Zertifikat haben?

Es ist in der Tat anspruchsvoll. Im Prozess gibt es drei Schnittstellen: Es braucht die Person, die es ausstellt, also den zuständigen Arzt oder die zuständige Ärztin. Dann benötigt man das Zertifikat auf dem Smartphone oder ausgedruckt. Und dann braucht es eine Stelle, etwa einen Flughafen, wo überprüft wird, ob jemand wirklich geimpft ist oder nicht. Das ist nicht trivial, aber es gibt Länder, die das schon haben und weiter fortgeschritten sind. Und wir machen das natürlich nicht allein, wir arbeiten mit Fachleuten, Kantonen, den Datenschutzbeauftragten und auch mit Privaten zusammen. Dies, damit wir etwas erstellen, das wirklich auch brauchbar ist.

Viele interessiert das Thema Sommerferien. Hat man bis dahin das nötige Zertifikat, um beweisen zu können, dass man geimpft ist?

Das hoffen wir sehr. Darauf arbeiten wir hin.

Das Interview führte Gion-Duri Vincenz.

10vor10, 24.03.2021, 21:50 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nicolas Schwarzentrub  (Nicolas Sch.)
    Schon der Name Impfzertifikat, ist seltsam. Es müssten ja bereits von COVID-19 genesenen mindestens gleich behandelt werden.Oder sollten sich diese dann auch noch impfen lassen? Zudem ist es ein weiteres Druckmittel zum „freiwilligen“ Impfen.
  • Kommentar von Emil Diethelm  (EmilD)
    Hoffentlich hat das BAG den Kantonen Vorschläge für die Erfassung der Geimpften gemacht! Ich habe mich im Impfzentrum telefonisch angemeldet. Online? Ist nicht vorgesehen in einem kleinen Kanton.
  • Kommentar von Nina Mathis  (Nina M.)
    Was ich von der EU mitbekommen habe gibt es drei Möglichkeiten zum verreisen: Impfung, eine durchgemachte Infektion oder Testen.