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Flugpläne zusammengestrichen Was die gesperrte Piste am Euroairport für Passagiere bedeutet

Am Basler Flughafen Euroairport beginnen heute umfassende Bauarbeiten. Die Hauptpiste ist für mehrere Wochen ausser Betrieb – mit spürbaren Folgen für Reisende. Was bedeutet das konkret?

Warum ist die Hauptpiste über einen Monat lang komplett gesperrt? Der Flughafen muss einen stark benutzten Abschnitt der Hauptpiste erneuern. Nach Jahrzehnten mit intensivem Betrieb reicht es laut der Flughafenleitung nicht mehr, nur einzelne Schäden zu beheben – der Belag muss komplett ersetzt werden. Arbeiten im laufenden Betrieb oder nur in der Nacht wären mit grossem Aufwand und Einschränkungen möglich, zudem würden diese länger dauern. Die Hauptpiste durchgehend zu sperren erlaube es nun, die Arbeiten effizient und vor allem deutlich schneller abzuschliessen.

Pisten, Bild aus der Luft.
Legende: Saniert werden muss die Hauptpiste 15/33 (grün). Während der Sanierung bleibt die deutlich kürzere Sekundärpiste 07/25 (rot) in Betrieb. In der Bildmitte unten das Flughafengebäude. zvg, Euroairport

Wie lange dauert die Sperrung – und was heisst das für meinen Flug? Die Hauptpiste 15/33 bleibt vom 15. April bis voraussichtlich 20. Mai 2026 geschlossen. Während dieser Zeit läuft der gesamte Flugbetrieb über die deutlich kürzere Querpiste 07/25. Für Passagiere heisst das: Das Angebot ist stark reduziert, viele Verbindungen fallen weg oder sind zeitlich eingeschränkt. Der Flughafen rät aus diesem Grund: Wer in diesem Zeitraum fliegt, sollte unbedingt vor dem Abflug den aktuellen Flugstatus prüfen.

Welche Fluggesellschaften fliegen überhaupt noch ab Basel? Im Passagierverkehr hält praktisch nur Easyjet ein reduziertes Angebot aufrecht. Die Airline bedient während der Sperre rund 30 Kurz- und Mittelstreckenziele in Europa. Angeflogen werden insbesondere näher gelegene Grossstädte wie London, Madrid, Hamburg oder Berlin. Andere Fluggesellschaften verzichten ganz auf Starts und Landungen in Basel – ihre Flugzeuge können die kurze Piste nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen nutzen. Der Flughafen rechnet bei Passagierflügen während der Bauzeit mit einem Verkehrsaufkommen, das noch rund zehn Prozent des normalen Betriebs entspricht.

Eine Abflugtabelle in einer Flughafenhalle.
Legende: Praktisch alle Fluggesellschaften ausser Easyjet verzichten auf Flüge ab Basel in den nächsten Wochen. SRF/Sedrik Eichkorn

Wie läuft der Betrieb am Flughafen selbst – ist noch alles offen? Der Euroairport ist während der Sperre geöffnet, rechnet aber mit deutlich weniger Passagieren. Der Flughafen geht davon aus, dass über das ganze Jahr 2026 rund 900'000 Passagiere weniger in Basel ankommen oder abfliegen als im letzten Jahr. Entsprechend wird das Angebot angepasst: Im Schweizer Teil und im französischen Teil des Flughafens gibt es je ein Restaurant, ebenso ein Restaurant nach der Sicherheitskontrolle. Weitere Geschäfte und Gastronomiebetriebe bleiben vorübergehend geschlossen oder haben reduzierte Öffnungszeiten. Auch der Fahrplan des Flughafenbusses wird ausgedünnt.

Restaurant mit Stühlen auf Tischen.
Legende: Der Betrieb wird auch im Flughafengebäude deutlich eingeschränkt. SRF/Sedrik Eichkorn

Was bedeutet die Pistensperrung für die Anwohnenden? Während der Sperre gibt es insgesamt deutlich weniger Starts und Landungen. Viele lärmgeplagte Gemeinden erleben deshalb ruhigere Wochen. Gleichzeitig führen die An- und Abflüge teilweise über neue Gebiete, da eben nur noch die Querpiste genutzt wird. Gemeinden, die sonst kaum Flugverkehr haben, bekommen diesen nun stärker zu spüren. Der Flughafen überwacht die Situation und weist darauf hin, dass sich die Lärmbelastung je nach Wetterlage kurzfristig verschieben kann.

EAP – Ein Flughafen mit Sonderstatus

Box aufklappen Box zuklappen
Zollbeamte beim Ausgang
Legende: Keystone/Christian Beutler

Der Euroairport Basel‑Mulhouse‑Freiburg EAP wurde 1946 als gemeinsames Projekt von Frankreich und der Schweiz eröffnet. Er liegt zwar auf französischem Staatsgebiet, wird aber binational betrieben.

Bis heute verfügt der Flughafen über einen französischen und einen schweizerischen Sektor mit jeweils eigener Zoll‑ und Grenzabwicklung. Damit ist er ein Flughafen für die Schweiz und Frankreich und damit ein Sonderfall.

Wichtige Entscheide zu Betrieb und Infrastruktur werden gemeinsam von beiden Staaten getroffen. Das gilt auch für Grossprojekte wie die aktuelle Sanierung der Hauptpiste.

Regionaljournal Basel 15.04.2026, 12:03 Uhr ; 

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