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Legende: Audio Immer mehr Fluggäste kompensieren ihren Flug auf MyClimate abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 16.07.2019.
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Flugscham fliegt mit Immer mehr Flugpassagiere kompensieren ihren CO2-Ausstoss

Flugscham begleitet viele Reisende in die Sommerferien. Auf eine Flugreise verzichten wollen aber die wenigsten. Immer mehr Leute kaufen deshalb eine CO2-Kompensation.

Leslie Schnyder hadert mit sich selbst. Eigentlich freut sie sich auf die Ferien. Aber: «Wir kaufen Bio, wie fahren möglichst wenig mit dem Auto – und jetzt haben wir uns einen Traum erfüllt und fliegen weit weg.» Sie fliegt nach Hawaii, «und das hat mir ein bisschen ein schlechtes Gewissen verursacht».

Und so zückte Leslie Schnyder die Kreditkarte. 320 Franken kostet es, die 10 Tonnen CO2 für den Flug von Zürich nach Honolulu zu kompensieren. Dieses Geld wird für Klimaschutzprojekte genutzt. Zum Beispiel werden Wälder in Nicaragua aufgeforstet oder effizientere Öfen in Kenia gebaut.

Nur jeder 20. Passagier macht mit

Wie Leslie Schnyder geht es momentan vielen Schweizerinnen und Schweizern. Der Kompensations-Anbieter MyClimate verzeichnete 2018 schon ein Rekordjahr. Doch 2019 gehen die Buchungen für CO2-Kompensationen geradezu durch die Decke.

«Über die ersten sechs Monate 2019 betrachtet haben wir ein Wachstum bei unseren online zugänglichen Rechnern von ungefähr 400 Prozent», sagt MyClimate-Sprecher Kai Landwehr.

Flugpassagiere warten am Flughafen Zürich
Legende: Viele Schweizerinnen und Schweizer fliegen in die Ferien, teils mit «Flugscham» im Gepäck. Keystone

400 Prozent mehr Kompensation-Zukäufe sind ein markantes Wachstum. Das ändert jedoch nichts daran, dass jene Passagiere, die freiwillig Geld für den Klimaschutz ausgeben, noch immer in der Minderheit sind. Schätzungen gehen davon aus, dass weniger als fünf Prozent der Passagiere ihren CO2-Ausstoss kompensieren.

Balsam fürs Gewissen

Deshalb möchten grosse Fluggesellschaften wie die Lufthansa die CO2-Kompensation vereinfachen, sodass ein Mausklick reicht und sie genauso einfach dazu gebucht werden kann wie ein zusätzliches Gepäckstück.

Flüge machen 60 Prozent des Kompensationsvolumens aus

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  • Die Zahl der Personen, die via Webrechner von MyClimate Flüge, Autofahrten, Events, Kreuzfahrten oder ihren Fussabdruck kompensiert haben, hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verfünffacht.
  • Flüge machen gemäss Angaben von MyClimate 60 Prozent des Gesamtkompensationsvolumens aus.
  • Auch Anfragen von Firmenkunden hätten «deutlich zugenommen», sagt My-Climate-Sprecher Landwehr. Dabei gehe es teils um Kompensation, häufiger aber noch um Möglichkeiten, CO2-Emissionen im eigenen Geschäftsbetrieb zu reduzieren.

Geld zahlen und trotzdem um die Welt fliegen? Darüber, wie viel die CO2-Abgaben wirklich bewirken, gehen die Meinungen auseinander. Für Leslie Schnyder ist klar, dass sie es wieder tun wird, auch wenn die Gewissensbisse nicht ganz verschwunden seien.

Es gab mir das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.
Autor: Leslie SchnyderCO2-kompensierende Flugreisende

«Natürlich nicht ganz», lacht sie. Wenigstens habe sie ein gutes Gefühl, «auch wenn es vielleicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Es gab mir das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.»

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79 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Zurbuchen  (drpesche)
    Wie wäre es, wenn man sich zuerst informieren würde, bevor man hier Stuss-Kommentare abgibt, wie: "Aber seit wann hat die KK was mit dem Klima zu tun?". Vielleicht, haben Sie, U. Felber, das noch nicht mitbekommen, aber die Einnahmen aus der VOC-Abgabe werden in der Schweiz von den Krankenkassen verteilt. "Diese verfügen über ein aktuelles Adressenverzeichnis der Einwohner der Schweiz, da die Grundversicherung für alle obligatorisch ist." (Wikipedia) Für CO2-Abgabe sinnvollerweise analog.
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  • Kommentar von Koel Nipfer  (ImmerLerner)
    @Waeber, Betreffend der E-Prix-Demonstration: Bin mit Ihnen einverstanden. Man überlege sich, was man mit den 400'000.- Schaden hätte machen können... (durchschnittlich 400.- Schaden pro Demonstrant bei 1'000 Teilnehmern!). Und all das CO2, das für die Behebungen nochmals anfiel. Solche Klima-Fundamentalisten sollten ihre Motive ernsthaft hinterfragen. Klimaschutz ok, aber bitte nicht so!
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    1. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      Dabei fand ich die Idee der E-Prix-Gegner eine Velo-Runde auf der Strecke zu drehen sogar Genial. Die dürfen öffentlich Kund tun dass sie das Rennen künftig lieber nicht mehr haben möchten.... Nur: wer randaliert, oder Randale toleriert, verliert, oder besser gesagt "verschenkt" jedwelche politische Legitimation. Dabei bleibe ich, Herr von Känel.
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    2. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Sorry, Herr Kipfer, aber viel wahrscheinlicher ist, dass da 40 Randalierer jeweils 10'000 Franken Schaden verursacht haben und der Rest keinen... Es bringt einfach absolut nichts, ausser ein bisschen mehr Polemik, alle in den gleichen Topf zu werfen!
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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Frage an Herrn von Känel: Da ich - zumindest im Moment und bis auf weiteres - gar nicht fliege wüsste ich gerne wie ich's Ihrer Ansicht nach anstellen soll noch weniger zu fliegen.) Rückwärts fliegen? ;-))
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    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber: Das finde ich wirklich löblich, dass Sie zur Zeit nicht fliegen. Das mögen Ihnen - das meine ich nicht ironisch - andere nachtun. Dann brauchen Sie tatsächlich nicht rückwärts zu fliegen.
      Was mich halt manchmal traurig stimmt oder wütend macht, ist, dass ich den Eindruck gewinne, dass wahrscheinlich wenige Leute zu gewissen Verzichtübungen bereit sind.
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