Zum Inhalt springen

Header

Audio
Fluor-Wachs für Hobby-Langläufer: «Unnötig und überteuert»
Aus Espresso vom 03.02.2021.
abspielen. Laufzeit 05:45 Minuten.
Inhalt

Fluor im Skiwachs Fluor-Wachs für Hobby-Langläufer: «Unnötig und überteuert»

In fast jedem dritten Engadiner Fisch steckt Fluor. Das Gift stammt vom Skiwachs der Langläufer.

Es sind beunruhigende Resultate, welche eine Untersuchung im Auftrag des «K-Tipp» zutage gebracht hat: In fast jedem dritten Engadiner Fisch steckt Fluor. Das Gift stammt vom Skiwachs der Langläufer. Besonders im Startbereich des Engadiner Skimarathons, auf dem Silsersee, sind die Resultate alarmierend. Umwelttoxikologin Joelle Rüegg von der schwedischen Universität in Uppsala warnt: Fluorcarbone bauen sich weder in der Umwelt noch im menschlichen Körper ab und sind krebserregend.

Das Problem der Fluorcarbone im Skiwachs ist schon länger bekannt. Die EU hat eines der giftigsten dieser Gruppe bereits im letzten Jahr verboten, die sogenannten PFOA. In der Schweiz sind PFOA erst ab Juni 2021 verboten. Andere Fluorcarbone sind aber weiterhin erlaubt, auch in Skiwachs.

FIS mit radikalem Verbot vorgeprescht

Das Problem anpacken will auch der Internationale Ski-Verband FIS. Letztes Jahr hat sich der Verband ein Verbot aller Fluor-Wachse auferlegt. Offenbar ist er damit etwas zu schnell vorgeprescht. In der Praxis stellt sich heraus, dass es bei nassen Verhältnissen im Langlauf noch keine ebenbürtige Alternative gibt. Nur Fluor ist derart wasserabweisend und macht das Material derart gleitfähig. Anders ist es offenbar bei trockenen Verhältnissen, erfährt «Espresso» bei Toko, dem grössten Hersteller von Skiwachs.

Es braucht keinen Fluor-Wachs im Amateurbereich

Die Untersuchungen der Fische auf der Strecke des Engadiner Ski-Marathons lassen vermuten, dass auch Hobby-Langläuferinnen und -Langläufer fleissig ihre Bretter mit Fluor-Wachs behandeln. «Das ist teuer und nicht nötig», sagt dazu SRF-Langlauf-Experte Adriano Iseppi. Als ehemaliger Trainer bei Swiss Ski und Organisator des Engadiner Ski-Marathon kennt er sich im Wachs-Dschungel bestens aus: «Man soll sich nicht verrückt machen lassen von all den Marken, Wachs-Farben oder den verschiedenen Temperaturbereichen. Da kann man sich schon verlieren.»

Fluor-Wachs ist teuer und unnötig.
Autor: Adriano IseppiSRF-Langlauf-Experte

Es reiche völlig aus, wenn man die Skis jedes fünfte oder sechste Mal mit Wachs behandle. «Dazu benötigt man ein rotes Wachs für die mittleren Temperaturbereiche, ein gelbes für wärmere Temperaturen und das blaue Wachs für kalte Zeiten.» Die liessen sich dann auch mixen. «Es ist keine Hexerei.» Dazu soll man sich ein altes Bügeleisen der Grossmama besorgen, es brauche kein teures Gerät aus dem Sportgeschäft.

Tipp:

Verlangen Sie im Sportgeschäft explizit Wachs ohne Fluor. Sie tun damit der Umwelt einen Gefallen und sparen Geld. Wenn Sie noch Fluor-Wachs im Haus haben, bringen Sie dieses zur nächsten Giftsammelstelle und werfen Sie es auf keinen Fall in den Hausmüll.

Espresso, 04.02.2021, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Felix NIsset  (Felix Nisset)
    Auch Anglerschnüre von Hobbyfischern sind aus Fluorcarbon. Vorteil: Gegenüber herkömmlichen Nylonschnüren sind diese für Fische im Wasser kaum sichtbar. Reissen diese im Drill trägt sie der Fisch sein Leben lang im Maul mit
  • Kommentar von Willy Rueegg  (WULE)
    Genauso wichtig ist der Artikel vom Februar 2020. Mindestens empfehlen (nur Empfehlung) Hersteller Maske und Handschuhe zu tragen und in gut gelüfteten Räumen zu arbeiten. Ich sehe keine Hinweise bezüglich Entsorgung von Wachsresten nach dem Wachsen ( nicht in Hausmüll) oder andere Umweltrisiken wie im Artikel erwähnt. Warum?
  • Kommentar von Thomas Steiner  (Tom Stone)
    Danke für den Tipp am Schluss. Hier muss man wirklich klar Stellung beziehen und aufzeigen, wie es besser geht. Auch die Anleitung von Herr Iseppi zeigt, dass oft übertrieben wird. Wie immer zum Unwohl der Natur.