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Autovermieter Sixt verrechnet nachträglich zweifelhafte Schäden
Aus Kassensturz vom 13.10.2020.
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Folgenschwere Automiete Autovermieter Sixt verrechnet nachträglich zweifelhafte Schäden

Sixt beanstandet Schäden am Autodach. «Kassensturz» macht den Selbsttest, und stösst prompt auf Ungereimtheiten.

Als ob der Umzug nicht schon stressig genug gewesen wäre: Jetzt ist Beat L. auch noch im Clinch mit Sixt, wo er seinen Zügelwagen gemietet hatte. Drei Tage nach der Rückgabe beanstandete Sixt nämlich einen Schaden am Fahrzeugdach und verrechnete über 2200 Franken dafür. Beat L. fiel aus allen Wolken: «Der Schaden ist zweifellos vorhanden, aber ich habe ihn nicht verursacht, das hätte ich doch wahrgenommen.».

Sixt lässt nicht mit sich reden. Beat L. beisst in den sauren Apfel und bezahlt. Doch einige Tage später macht ihn eine Geschichte in der «Kassensturz»-Partnersendung «Espresso» hellhörig: Ein junges Paar mietete in der gleichen Sixt-Filiale einen Lieferwagen, um Möbel für ein Kinderzimmer zu transportieren. Auch hier informierte Sixt erst Tage nach der Rückgabe über einen Schaden am Fahrzeugdach. Kostenpunkt für die Reparatur: über 5000 Franken.

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Anita B.: «Es ist nicht möglich, dass wir den Schaden verursacht haben.»
Aus Kassensturz vom 15.09.2020.
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Die jungen Eltern sind überzeugt, diese Beulen und Kratzer nicht verursacht zu haben: «Wir haben nichts gemerkt. Der Schaden wurde erst zwei Tage später festgestellt und im System eingetragen.» Wie es sich gehört, prüften Sie bei der Übernahme das Auto. «Aber aufs Dach konnten wir nicht schauen.» Ärgerlich dazu: Für Schäden am Mietauto bietet Sixt eine Versicherung an. Doch ausgerechnet Schäden am Dach sind nicht gedeckt.

Verbeultes Fahrzeugdach
Legende: Für dieses ramponierte Dach soll das junge Paar nachträglich 5000 Franken bezahlen. SRF

Gleiche Filiale, gleicher Schaden

Weil das junge Paar sich wehrt, reduziert Sixt die Rechnung auf 1000 Franken. Keine befriedigende Lösung: «Wir sollten nichts bezahlen müssen, wir haben den Schaden nicht verursacht.»

Beat L. meldet sich darauf bei «Kassensturz». So viele Parallelen: Beide Male ein Dachschaden, beide Male war die Rückgabe ausserhalb der Sixt-Öffnungszeigen, beide Male in der Filiale Schlieren. Kann das Zufall sein? «Kassensturz fährt mit ihm die Zügelstrecke ab. Die Kamera auf dem Autodach zeigt: Auf den eineinhalb Kilometern gibt es keine einzige Stelle, wo das Lieferwagen-Dach hätte eingedrückt werden können. Trotzdem besteht Sixt auf die 2200 Franken Schadenersatz.

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Beat L.: «Ich wüsste nicht, wo ich auf dieser Strecke den Schaden hätte Verursachen können.»
Aus Kassensturz vom 13.10.2020.
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Vor der Kamera will die Autovermietung nicht Stellung nehmen. Sie schreibt «Kassensturz», man überprüfe vor jeder Vermietung das Fahrzeug genau und halte das Ergebnis in einem Protokoll fest. Und weiter: «In beiden Fällen weist das Übergabeprotokoll keinen Dachschaden aus. Bei der Fahrzeug-Rückgabe wurde dann ein Dachschaden festgestellt und protokolliert.»

«Kassensturz»-Stichprobe: Auch hier kein Dachschaden vermerkt

Aber wie zuverlässig sind diese Übergabeprotokolle? Auch «Kassensturz» mietet bei der Sixt-Filiale in Schlieren einen Transporter. Nach wenigen Metern überprüft das Team das Auto. Alle Schäden sind protokolliert – ausser jene auf dem Dach. Diese Kratzer und Beulen sind nicht registriert.

Dass der Schaden im Protokoll nicht aufgeführt war, sei ein Fehler, sagt Sixt. Mittlerweile sei er vermerkt. Der Autovermieter hält zudem fest, dass die «Kassensturz»-Stichprobe nicht vergleichbar sei mit den vorangegangenen Fällen. Bei der Stichprobe hätte man den Defekt unmöglich selbst feststellen können.

Automiete: So vermeiden Sie böse Überraschungen

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Tipp: Immer Fotos machen

Sixt empfiehlt, den Mietwagen während den Geschäftsöffnungszeiten zurückzubringen. Da die Filiale aber nur bis 16.00 Uhr geöffnet ist, kann das schwierig werden. Daher unser Tipp: Bei der Auto-Übernahme und -Rückgabe ausreichend Fotos machen. Das gilt generell, auch für Mietautos in den Ferien.

Espresso, 13.10.2020, 8.13 Uhr/ Kassensturz, 13.10.2020, 21:05 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von isabelle düblin  (zazita68)
    Uns ist dasselbe passiert, CHF 1000.- für einen angeblichen Lackschaden. Obwohl der Schaden durch unsere VISA Kreditkartenversicherung übernommen und gezahlt wurde, wurden wir betrieben. Im Betreibungsamt haben sie uns gesagt, sie können nichts machen und wir sollen mit der Inkassofirma der Autovermietung reden. Die Inkassofirma hat uns regelrecht abblitzen lassen, sie empfangen niemand wegen Corona. Ein einziger Narrengang! Und die Betreibung sind wir immer noch nicht los...
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  • Kommentar von MIKE Dreher  (Mike Dreher)
    Der Ansatz liegt u.a. im Fehlen eines Rückgabeprotokolls und Behauptung des Schadens Tage, nachdem der Wagen abgestellt wurde.
    Für uns ein klarer Fall für eine gerichtliche Beurteilung. Ich wagen die Prognose, dass beide Betroffene gewinnen würden.
    Wie wenig überzeugend die Position von SIXT ist, zeigt ja bereits die enorme Reduktion der Schadenforderung von CHF 5,000+ auf CHF 1,000 nach Intervention des Kassensturzes. DRAN BLEIBEN!

    MIKE DREHER
    Stiftung AUTOALLIANZ, Zollikon
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  • Kommentar von Werner Basler  (Basileo)
    Ähnliche Erfahrung mit Europcar am Flughafen Stockholm gemacht. VW Golf returniert u. Bestätigung verlangt. Diese werde per E-Mail gesandt. Anstelle kam 7 Tage später eine Rechnung über SEK 7'000.- (ca. Fr. 800.-) mit Foto von zwei leichten Kratzern, die bestimmt nicht von mir waren.
    Auf Nachfrage ging während 4 Monaten nichts. Dann Mahnungen, auf die ich nach einiger Zeit nicht mehr eingegangen bin. Zuletzt Intrum Schweiz über Fr. 1'048.45, die ich zurückgewiesen habe. Seitdem habe ich Ruhe.
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