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Legende: Video Michael Lauber und die FIFA: Der Bundesanwalt im Offside abspielen. Laufzeit 10:26 Minuten.
Aus Rundschau vom 05.06.2019.
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Geheimtreffen mit Infantino Bundesanwalt droht die Verjährungsfalle

Der ehemalige Fussballfunktionär Theo Zwanziger wirft dem Bundesanwalt Befangenheit vor. Er hat eine neue Beschwerde eingereicht.

  • Der ehemalige Fussballfunktionär Theo Zwanziger wirft dem Bundesanwalt Befangenheit vor. Er hat eine neue Aufsichtsbeschwerde eingereicht.
  • Auch Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter kritisiert die Geheimtreffen.
  • Ein Teil der Fifa-Verfahren droht zu verjähren. Das wäre laut Korruptionsexperte und Fifa-Kenner Mark Pieth eine «grosse Peinlichkeit».
  • Die Bundesanwaltschaft will sich zu den aktuell geäusserten Vorwürfen nicht äussern.

«Kumpanei zwischen der Bundesanwaltschaft und der Fifa»: Das moniert Theo Zwanziger Bundesanwalt Michael Lauber in seiner neuen Beschwerde vom 31. Mai 2019.

Der «Rundschau» liegt die Eingabe des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fussball-Bundes vor. «Gerade wenn sie als Amtsperson tätig werden, dürfen sie nicht im Ansatz den Anschein der Befangenheit erwecken», unterstreicht Zwanziger seine Vorwürfe.

Legende: Video «Da kommt der Verdacht der Kumpanei auf» abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.06.2019.

Theo Zwanziger ist selbst Beschuldigter im Verfahren rund um die Vergabe der Fussball-WM 2006, das die Bundesanwaltschaft 2015 eröffnet hat.

Zwanziger hat bereits mehrere Ausstandsgesuche und Anträge gegen Bundesanwalt Michael Lauber und seine Ermittler eingereicht. Auch andere ehemalige Fussballfunktionäre wehren sich juristisch.

Zwanziger geht in die Offensive

Diese Gegenoffensiven zeigen, wie sich Lauber mit seinen «informellen Treffen» angreifbar gemacht hat. Der Bundesanwalt hatte sich dreimal mit Fifa-Präsidenten Gianni Infantino getroffen – diese Treffen aber nicht protokolliert und eines der Aufsicht nicht gemeldet. Deshalb läuft ein Disziplinarverfahren gegen Lauber.

«Der Bundesanwalt hat sich in grösste Schwierigkeiten gebracht und ich habe Zweifel, ob er noch unbefangen ist», kritisiert Strafrechtsprofessor und Fifa-Kenner Mark Pieth die Treffen. Der Bundesanwalt habe sich in eine missliche Lage gebracht. Eigentlich müsste er einen «grossen Bogen» um die Fifa-Verfahren machen, so Pieth. «Aber das kann er nicht, weil er der Chef ist.»

Bundesanwalt Laubers missliche Lage

Auch der ehemalige Fifa-Präsident Joseph Blatter kritisiert die umstrittenen Treffen: «Es ist unfair, weil diese nicht dokumentiert wurden und wir nicht wissen, das da gesprochen wurde. Vielleicht wurde sogar über mich gesprochen», so Blatter gegenüber der «Rundschau». Auch er ist selbst Beschuldigter in den Fifa-Verfahren.

Legende: Video «Vielleicht haben Sie auch über mich gesprochen» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.06.2019.

Bereits im nächsten Frühling könnten die ersten Verfahren zum Thema Fussball verjähren. «Wenn ein Gericht findet, Bundesanwalt Lauber oder einer seiner Mitarbeiter sei befangen, dann kann man praktisch nochmal von vorne anfangen», so Strafrechtsprofessor Pieth. Schlimmstenfalls würden dann Verfahren verjähren: «Das wäre eine grosse Peinlichkeit», so Pieth und ein «Armutszeugnis» für die Schweizer Justiz.

Die Bundesanwaltschaft wollte gegenüber der «Rundschau» nicht Stellung nehmen. Lauber hatte gegenüber den Medien mehrmals betont, solche «informellen Treffen» seien bei grossen und komplexen Verfahren notwendig und üblich. «Solche Treffen sind zulässig», hatte er an einem emotionalen Auftritt am 10. Mai dieses Jahres noch einmal betont.

Legende: Video «Es handelt sich möglicherweise um eine Amtsgeheimnisverletzung» abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.06.2019.

Dass die Anwälte der Fussballfunktionäre seine Unabhängigkeit in Zweifel ziehen, hatte Lauber wie folgt kommentiert: «Die Ausstandsbegehren sind etwas, das heute zum täglichen Handwerk der Strafverteidiger gehört.». Zu beurteilen seien diese Gesuche vom Bundesstrafgericht.

Die FIFA teilte der Rundschau heute mit, die Treffen zwischen Gianni Infantino und Michael Lauber seien Ausdruck davon, dass die FIFA voll mit den Behörden kooperiere und grösstes Interesse an der Aufklärung begangener Verbrechen habe.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Es mag ja Verschwörungstheorie sein, aber die Vermutung ist nicht ganz abwegig, dass Lauber und Infantino beschlossen haben, etwas Tempo wegzunehmen und die Sache verjähren zu lassen.
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Leider macht die Bundesanwaltschaft schon wieder negativ Schlagzeilen. Wer die Rundschau gesehen hat kann nur zum Schluss kommen, dass die BA unprofessionell arbeitet. Lauber stellt sich selbst ein Bein und kritisiert erst noch, dass das Aufsichtsorgan seiner Tätigkeit nachkommt. So geht es nicht - einmal mehr!
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  • Kommentar von Ramon Lopez  (Lopi)
    Leider ist das nicht die einzige Angelegenheit wo man der Bundesanwaltschaft Befangenheit vorwirft. Der Bundesrat und Parlament stehen in der Pflicht dies gemäss der Verfassung zu bereinigen.
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