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Geplatztes Sportprojekt Kein Startschuss für die neue Leichtathletik-Halle in Zürich

Das Projekt für 21 Millionen Franken war im Stadtzürcher Parlament zu umstritten. Jetzt gerät es zum Scherbenhaufen.

Es war ein Debakel mit Ansage. Schon lange vor der Debatte im Parlament war klar: Links-grün wird das Vorhaben nicht unterstützen. Wegen der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme würde das Projekt einer neuen Leichtathletik-Halle abgelehnt werden. Kurz vor der entscheidenden Debatte im Stadtparlament zog der zuständige Stadtrat deshalb das ganze Geschäft zurück. Wie es jetzt weitergeht, ist unklar. Eine schnelle Lösung dürfte es aber nicht geben.

Eine Wiese auf dem Letzigrund-Areal in Zürich
Legende: Auf dieser Wiese auf dem Letzigrund-Areal sollte die neue Leichtathletik-Halle entstehen. Daraus wird jetzt nichts. SRF/Katrin Oller

SP, Grüne und Alternative Liste (AL) sprachen sich bereits im Vorfeld dagegen aus, dass die Stadt zwar viel Geld investiere, aber nichts zu sagen habe. Die Stadt hätte ihrer Meinung nach wenn schon das ganze Projekt, also 21 Millionen Franken bezahlen sollen, anstatt einen Drittel von sieben Millionen.

Streit um Verantwortung für das Scheitern

Der Rückzug des Geschäfts war für den zuständigen Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) deshalb alternativlos: «Das wären unglaubliche zusätzliche Kosten für die Stadt.» Für die Rückweisung durch die links-grünen Parteien fand er deutliche Worte: «Es ist eine Desavouierung derer, die jetzt mitgemacht haben: den Leichtathletik-Club Zürich und den Kanton.» Abgesehen davon, dass es jetzt keine neue Indoor-Trainingsmöglichkeit gibt, hat der Rückzug weitere Konsequenzen: Drei Jahre Planung und eine halbe Million Franken sind verloren.

So sollte die neue Halle aussehen

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Auf dem Letzigrund-Areal sollte ein Neubau von 4600 Quadratmetern entstehen. Geplant waren multifunktionale Trainingsbereiche, Büros und Lagerräume. Eine Photovoltaikanlage sollte für Strom sorgen. Vorgesehen waren auch Dach- und Fassadenbegrünungen.

Die Leichtathletik-Halle sollte Zürcher Leichtathletik-Vereinen, Schulen und Nachwuchsathletinnen und -athleten zur Verfügung stehen.

Die Stadt wollte das Land dem Leichtathletik-Club Zürich im Baurecht abgeben und sich mit sieben Millionen Franken beteiligen. Die restlichen 14 Millionen Franken hätten Bund, Kanton und private Geldgeber getragen.

Obwohl das Geschäft von der Traktandenliste gestrichen war, entspann sich im Stadtparlament eine sehr emotionale Debatte. AL und Grüne wehrten sich dagegen, für den Scherbenhaufen verantwortlich zu sein. «Wir haben nicht gesagt, man soll das nicht bauen. Wir haben einfach gesagt: nicht in dieser Konstruktion», kritisierte Sophie Blaser von der AL. Für sie wäre zentral gewesen, dass auch andere Sportarten wie Volleyball berücksichtig worden wären. Damit die breite Bevölkerung auch einen Nutzen gehabt hätte.

Wir haben nicht gesagt, man soll das nicht bauen.
Autor: Sophie Blaser Gemeinderätin Alternative Liste

Die Grünen fühlten sich ebenfalls missverstanden. Es werde so dargestellt, als ob der Leichtathletik-Club Zürich ein böser Privatinvestor sei. Dem sei nicht so. Das vorliegende Projekt sei einfach nicht die bestmögliche Lösung. «Das Projekt ist nicht ausgereift», meinte Gemeinderat Urs Riklin. Die SP, als grösste Partei im Parlament, die das Projekt ebenfalls ablehnte, äusserte sich nicht mehr zum Geschäft.

Startschuss an einem Leichtathletik-Meeting in Magglingen
Legende: Der Startschuss für den Bau ist auf unbestimmt vertagt. Keystone/Allessandro Della Valle (Symbolbild)

Heftig fielen dafür die Voten der bürgerlichen Parteien aus. Stefan Urech von der SVP sprach von einem grossen politischen Debakel: «Es ist für mich ein Tiefpunkt dieser Legislatur, dass wir so abschliessen müssen.» Die Ratslinke zwinge den Stadtrat praktisch dazu, das Geschäft zurückzuziehen.

Yasmine Bourgeois von der FDP warf der links-grünen Mehrheit vor, ein Sportprojekt zu verhindern. «Sie haben es so lange mit Forderungen traktiert, bis der Stadtrat die Reissleine ziehen musste.» Das könne sie ihm nicht verübeln. Denn wer wolle ein Projekt, das zum aufgeblasenen Steuerzahler-Projekt mutiere.

Es ist für mich ein Tiefpunkt dieser Legislatur.
Autor: Stefan Urech Gemeinderat SVP

Am Schluss bleiben ein Scherbenhaufen und ein enttäuschter Leichtathletik-Club. Es sei sehr schade, sagt dessen Präsident Martin Nyfeler: «Wir haben viel Herzblut investiert.» Er wolle die Hoffnung aber nicht aufgeben: «Wir hoffen, dass wir das Projekt trotzdem noch umsetzen können. » Und er wünscht sich, das Zieldatum möge nicht in einer absurd fernen Zukunft liegen.

Visualisierung der geplanten Leichtathletik-Halle
Legende: Sie soll kein ferner Traum bleiben: Visualisierung der geplanten Leichtathletik-Halle zvg/Leichtathletik-Club Zürich

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 2.4.2026, 6:32 Uhr ; 

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