Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Tabubruch beim Rentenalter abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.05.2019.
Inhalt

Gewerkschafter rüttelt an Tabu «Altersguillotine 65 überdenken»

  • Der Widerstand auf Arbeitnehmerseite gegen ein höheres Rentenalter scheint zu bröckeln.
  • Der Verband Angestellte Schweiz hält laut seines Geschäftsführers angesichts der finanziellen Schieflage der AHV ein höheres Pensionsalter für unausweichlich.
Legende: Video Stefan Studer: «Rezepte aus der Mottenkiste haben keine Berechtigung mehr» abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.05.2019.

«Wir müssen die Altersguillotine 65 überdenken», sagt Stefan Studer, Geschäftsführer von Angestellte Schweiz, gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Schieflage der ersten Säule

Man sei es den künftigen Generationen schuldig, die AHV in einem gesunden Zustand zu erhalten. «Konkret brauchen wir eine Flexibilisierung des Rentenalters.» Dabei verweist der 58-jährige Gewerkschafter auf die Schieflage der ersten Säule.

Angestellte Schweiz

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Angestellte Schweiz ist ein Dachverband von rund 60 Angestellten-Vereinigungen in Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) sowie der Chemie- und Pharmabrache.
  • Er zählt laut eigenen Angaben rund 16'000 Mitglieder.

Bis zum Jahr 2045 prognostiziert der Bund auch bei Annahme des umstrittenen AHV-Steuer-Deals, der am 19. Mai zur Abstimmung gelangt, ein kumuliertes Defizit von 170 Milliarden Franken, sofern keine weiteren Reformen erfolgen.

Alte Denkmuster verlassen

Eine nachhaltige Sanierung gelinge nur, wenn man alte Denkmuster verlasse, sagt Studer weiter. Ihm schwebt ein Modell vor, wie es in Schweden mit Erfolg praktiziert wird. Dort ist das Pensionsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung gekoppelt. Wenn die Wertschätzung stimme, seien viele bereit, länger zu arbeiten, allenfalls mit einem tieferen Pensum, sagte Studer.

Die meisten Menschen, so fährt er fort, hätten Freude an ihrem Job und seien in einem Beruf tätig, der ihrem Leben einen Sinn stifte. Aber natürlich gebe auch körperlich anspruchsvolle Berufe, zum Beispiel auf dem Bau, die auch künftig keine Arbeit bis 65 zulassen würden.

Tabubruch für Schweizerischen Gewerkschaftsbund

Gabriela Medici, Zentralsekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund, hat den heutigen Artikel über Stefan Studers Forderung in der «NZZ am Sonntag» mit Befremden gelesen. «Es gibt viele Personen, die schon heute nicht bis 65 arbeiten können. Deshalb sehen wir keinen Handlungsspielraum für eine Erhöhung des Rentenalters.» Solange die Situation für ältere Arbeitnehmer so prekär und zunehmend schwierig werde, sehe der Gewerkschaftsbund keine Möglichkeit, das Rentenalter zu erhöhen.

Legende: Video Zentralsekretärin Schweizerischer Gewerkschaftsbund: «Mit Erhöhung des Rentenalters gewinnt man keine Mehrheiten» abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.05.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

79 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @n.schmid: Sie sprechen die Tatsache an, dass absurderweise, Machinenarbeit gegenüber Menschearbeit privilegiert bahandelt wird. Auch hier könnten wir als Zivilgesllschaft dahingehend wirken, dass menschliche Arbeit von der Abgabenlast befreit, während die Machinenarbeit mit Abgaben belastet wird. Gut an der aktuellen Lage ist, dass wollen wir nachhaltig produzieren, ob Nahrung oder Waren, die menschliche Arbeit wieder zum Zuge kommen kann. Doch, dies müssen wir wollen, es geht nicht von selbst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Frau Kunz. Wenn ein Unternehmen dank Robotern produktiver wird, dann wird es automatisch höhere Gewinne einfahren und diese Gewinne müssen wie früher besteuert werden (anstatt Unternehmenssteuern andauernd senken). Problem gelöst. Wenn Sie stattdessen beginnen einzelne Roboter und Maschinen zu besteuern, dann schaffen Sie ein bürokratisches Monster. Die Robotersteuer wurde unter anderem von reichen Unternehmensbesitzern erfunden, welche ihre Steuerverantwortung nicht wahrnehmen möchten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Willi Fetzer  (wi)
    Ich möchte einmal in meinem Leben erleben, dass die SRG genauso viele Beispiele und Beiträge wie hier für eine Abstimmung bringt und uns Arbeiter unterstütz, wenn es zu unseren Gunsten und zu unserem Wohl wäre! Aber das kann ich wohl vergessen. Soweit wird's nie kommen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Willi Fetzer; Der Verband Angestellte Schweiz bringt die Diskussion in die richtige Richtung und dies ist zu Gunsten der Arbeiter. Wenn wir die Altersvorsorge weiterhin mit ideologischen Scheuklappen betrachten, wird sie am Ende auflaufen und wir werden Altersarmut haben, wie vor der Einführung der AHV.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Ich plädiere eher für ein anderes Prinzip, das darauf beruht alle Menschen in einem Land als Werteschaffende anzuerkennen. Ein Salaire à vie à la Qualifikation, das jedem/r ab 18 LJ. bis ans Lebensende als politisch, wirtschafltiches Recht zustünde. Das Gehalt wird an die Person und nicht an die Anstellung gebunden. Bernard Friot ist da wirklich zukunftsweisend. Denn de Facto sieht der Arbeitmarkt fast keine Stellen ab 50+ vor. Wer will kann dann immer noch bis zum St.Nimmerleinstag arbeiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen