Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Kirchenratspräsident findet klare Worte zur «Ehe für alle». abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.02.2019.
Inhalt

Gleichgeschlechtliche Ehe «Die Kirche hat eine Art Sexualneurose»

Die zuständige Kommission des Nationalrats will die Ehe grundsätzlich auch für homosexuelle Paare öffnen. Doch wie sieht das die Kirche? SRF News hat beim Kirchenratspräsidenten nachgefragt.

Michel Müller

Michel Müller

Kirchenratspräsident

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Seit dem 1. Mai 2011 Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Ausserdem ist er Präsident des deutschschweizerischen Konkordats zur Pfarrausbildung.

SRF News: Michel Müller, wie beurteilen Sie diesen Schritt hin zu einer «Ehe für alle»?

Michel Müller: Persönlich freue ich mich. Es ist an der Zeit, diesen Schritt zu tun. Wir sind als Zürcher Kirche schon seit 20 Jahren sehr positiv eingestellt gegenüber verschiedenen Liebesformen, so kann man da auch einen Schritt weiter machen.

Die «Ehe für alle» ist kirchenintern umstritten. Warum?

Ganz verstehe ich das ehrlich gesagt nicht immer. Das muss ich ganz offen sagen. Die Kirche hat da irgendwie eine Art Sexualneurose. Man ist da irgendwie in allen Religionen in derselben Thematik. Ich meine, man sollte sich doch einfach freuen über die Liebe. Das ist der Kernauftrag der Kirche. Insofern kann ich das nicht ganz verstehen. Aber ich nehme das auch zur Kenntnis, dass es da immer wieder grosse Diskussionen gibt.

Wenn nun lesbische und schwule Paare vor dem Standesamt heiraten, würde das die Diskussionen in der Kirche wieder beschleunigen?

Ich denke, es gäbe wieder einen Ruck. Wir haben in den letzten Jahren eigentlich nichts mehr getan. Die eingetragene Partnerschaft ist liturgisch nicht eingetragen worden. Man kann keine Trauungen machen, man hat einfach Segnungsfeiern. Man müsste sich wieder weiter entwickeln. Ich gehe davon aus, dass sich ein rechter Teil der Kirche dem staatlichen Wandel auch anschliessen würde.

Das Gespräch führte Matthias von Wartburg.

Was sagen Teile der Katholiken?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Das Bistum Chur verweist in der Frage auf Papst Franziskus, der im Schreiben ‹Amoris Laetitia› (251) festhält: «Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.»

Legende: Video «Ehe für alle» – Uneinigkeit innerhalb der CVP abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.02.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

34 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Steven Hill  (LevelsHint)
    Überraschend fortschrittliche Worte für einen Kirchenmitglied. Vielleicht kommt die Schweiz doch noch im 21. Jahrhundert an ;) Hoffentlich hören wir bald auf, sexuelle Minderheiten zu diskriminieren und führen die Ehe für alle ein :) Liebe ist Liebe, unabhängig davon welches Geschlecht die Person hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Unsere Kultur har ein grosses Problem. Im letzten Jahrhundert sind beide christlichen Kirchen, zuerst die evangeiische und anschliessend die katholische als Hueter der moralischen Grundwerte gestorben. Da diese Aufgabe von niemandem übernommen wurde erleben wir den Zerfall dieser Werte. Die Heirat war und sollte es auch heute noch sein ein Gelübte die Familie zu schützen. Da dies in Wirklichkeit schon lange nicht mehr gilt hat auch das Wort Heirat heute keine Bedeutung mehr.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Frey  (Freyma)
    Wieso interessiert eigentlich SRF dieses Thema so sehr, wo heutzutage wohl die meisten dieser Menschen ja gar nichts mehr mit Kirche bzw. dem lebendigen Glauben an Jesus Christus am Hut haben? Dass Pfr M. Weber nun unbedingt die kirchl. Sakramente für alle propagiert, ist mir wenig verständlich. Zuerst sollte die ref. Kirche die Inhalte des Evangeliums mit Freude und Leidenschaft verkünden und erst danach mit Einzelnen das Gespräch suchen, die persönlich darunter leiden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      Denke Jesus hätte mit der heutigen Kirche wol auch nicht mehr viel am Hut
      Ablehnen den Kommentar ablehnen