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Wenn die Schutzkonzepte nicht eingehalten werden, droht, dass Grossanlässe schnell wieder eingeschränkt werden.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 22.09.2020.
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Grossanlässe ab Oktober Sorgen trüben Vorfreude bei Fussballclubs

Für die Fans sind die Lockerungen erfreuliche Aussichten, gleichzeitig hängt das Damoklesschwert über den Spielen.

Reihenweise wurden sie während der Pandemie abgesagt: Grossanlässe. Ab Oktober sind in der Schweiz Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen aber wieder erlaubt. Die Erleichterung über diesen Entscheid des Bundesrats dürfte bei vielen Event-Organisatoren gross gewesen sein – so die Erwartung. Doch gerade bei Fussballclubs wachsen auch die Bedenken im Hinblick auf das erste Spielwochenende im Oktober.

Sportanlässe mit mehr als 1000 Personen ab Oktober möglich

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Anlässe mit mehr als 1000 Zuschauern/Teilnehmern sind erst ab dem 1. Oktober wieder erlaubt, hat der Bundesrat Mitte August entschieden. Diese Vorgabe soll den Clubs, Verbänden und Sport-Veranstaltern in der Schweiz eine gewisse Planungssicherheit geben.

Am ersten Samstag im Oktober empfängt Lausanne Sport den FC Zürich im Heimstadion Pontaise. Die Behörden haben zwar noch nicht definitiv grünes Licht gegeben, trotzdem bereitet sich der Club für einen Match mit 4'500 Gästen vor. «Wir freuen uns darauf. Unsere Erfahrung mit 1000 Besuchern hat gezeigt, dass unser Schutzkonzept funktioniert», sagt Lausanne Sport Mediensprecher Christophe Chaillet. Gleichzeitig habe er aber auch Bedenken: «Wir sind darauf angewiesen, dass sich die Gäste an die strengen Regeln halten. Sonst droht, dass solche Grossanlässe schnell wieder verboten werden.»

Wir sind uns der grossen Verantwortung bewusst. Es droht, dass nach einem solchen Grossevent auch die Fallzahlen steigen.
Autor: Roland HeriFCB-Geschäftsführer

Auch in der Fussballstadt Basel zeigt sich ein ähnliches Stimmungsbild. Der FC Basel empfängt am ersten Sonntag im Oktober den FC Luzern. «Wir freuen uns auf eine gute Stimmung, die nur mit Fans möglich ist», sagt FCB-Geschäftsführer Roland Heri.

Sind Clubs unter Zugzwang?

Allerdings bereiten Heri die 15'000 Fans, die am Spieltag den St. Jakob-Park strömen dürfen, auch Bauchschmerzen. «Es droht, dass nach einem solchen Grossevent auch die Fallzahlen steigen.» Gleichzeitig fühle sich der Club auch unter Zugzwang: Der Bundesrat hat entschieden, dass bis zu zwei Drittel der Sitze besetzt werden dürfen – da sei eine schrittweise Steigerung bei den Gästen schwierig zu verargumentieren.

Wir riskieren, das Vertrauen der Bevölkerung zu verlieren. Es ist keine klare Strategie mehr ersichtlich.
Autor: Sarah WyssSP-Gesundheitspolitikerin

Auch aus der Basler Politik gibt es viele skeptische Stimmen zum 15'000 Besucher schweren Anlass. Die SP-Gesundheitspolitikerin Sarah Wyss kritisiert, dass zum Beispiel in Läden strenge Schutzkonzepte gelten, gleichzeitig mit Grossanlässen aber ein grosses Risiko eingegangen wird: «Mit dieser massiven Lockerung riskieren wir, das Vertrauen der Bevölkerung zu verlieren. Es ist keine klare Strategie mehr ersichtlich.»

Kopfschütteln über Bundesrats-Entscheid

Auch Joël Thüring von der Basler SVP teilt diese Kritik: «Die An- und Abreisen in den vollen Bussen und Trams sind während der Pandemie ein grosses Risiko.» Es sei darum problematisch, Anlässe mit Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern zu erlauben.

Wenn wir eine starke Zunahme bei den Fallzahlen feststellen, müssen wir auch kurzfristig Anlässe wieder einschränken; auch wenn sie schon bewilligt wurden.
Autor: Lukas EngelbergerGesundheitsdirektor Basel-Stadt

Das sind Bedenken, die man auch beim FCB teilt. Geschäftsführer Roland Heri hofft, dass der erste Match ohne Nachspiel über die Bühne geht. «Wir wissen nicht, ob das die Rückkehr zur Normalität bedeutet. Es kann auch ein Testlauf sein, den wir im schlimmsten Fall wieder abbrechen müssen.» Das ist eine Einschätzung, die auch der Basler Gesundheitsdirektor und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger, teilt: «Wenn wir eine starke Zunahme bei den Fallzahlen feststellen, müssen wir auch kurzfristig Anlässe wieder einschränken; auch wenn sie schon bewilligt wurden.»

Damoklesschwert hängt über den Spielen

Der Basler Gesundheitsdirektor beobachtet die Entwicklung des Corona-Virus mit Argusaugen und hält sich vor, wenn nötig, einzugreifen. Damit gehören die Fussballspiele im Oktober zu den ersten Grossanlässen in der Schweiz. Für die Fans und die Clubs sind das erfreuliche Aussichten, gleichzeitig hängt aber auch das Damoklesschwert über den Spielen.

Echo der Zeit, 21.09.2020, 18:00 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Es muss nicht unweigerlich zu mehr Fallzahlen führen. Wir sind gefangen in der Panik, 100% Sicherheit gibt es nicht, fangt an mit dem Risiko Covid zu leben. Bin selber in Brasilien, vor 3 Wochen war Feiertag, Strände wurden frei gegeben, die Fallzahlen sind nicht gestiegen im Bundestaat ind in Brasilien. Haben sich in den letzten 3 Wochen um ca 30% gesenkt, tja...warum, keiner weiss warum, auch die Wissenschaftler nicht...wird Zeit Normalität hin zu kriegen
  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Frau Wyss liegt falsch!! Mit anderen Krankheiten haben wir auch gelernt umzugehen. Jetzt ist es langsam genug. Schaute gestern den Club zum Thema Corona Skeptiker. Das Volk hat genug von Bevormundung. Man muss nicht verwundert sein, wenn es auf die Strasse geht und protestiert.
    1. Antwort von mahmut alane  (holundder)
      Schon krass wie empfindlich und verwöhnt, ja sogar verdorben, die westliche Gesellschaft ist. Ein bisschen Maske tragen und schon gehen sie auf die Barrikaden... Geht mal nach Saudi Arabien oder Nordkorea oder China oder Russland. Dann könnt ihr euch über mangelnde Freiheit beklagen aber nicht in der Schweiz.
    2. Antwort von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
      Wir sind aber in der Schweiz und nicht in Saudi Arabien oder weiss der Gugger wo.
      So kanns nicht weitergehen.
  • Kommentar von Pascal Fröhlich  (PascalZH)
    Ich gehe davon aus, dass spätestens in der 3. Oktoberwoche diese Grossanlässe wieder eingeschränkt werden wegen Ansteckungen, die darauf zurückzuführen sind. Die Menschen im Stadion werden sich kaum an alle Punkte des Schutzkonzeptes halten.
    1. Antwort von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
      Das stimmt so nicht! Glauben sie an die Menschen und ihre Eigenverantwortung
    2. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Ich hoffe zumindest, dass die Zuschauerlisten den Contract Tracing Teams zugespielt werden und transparent kommuniziert wird, wieviele Sportzuschauer nachher positive Coronatests aufweisen.