Wie gross ist das Problem in Kreuzlingen? In Kreuzlingen ist eine Fläche von gut fünf Fussballfeldern betroffen. Rund um eine ehemalige Gärtnerei sind ein Sportplatz, Gebäude der Pädagogischen Hochschule Thurgau sowie mehrere Einfamilienhäuser und Wohnblöcke befallen. Konkrete Schäden wie kaputte Elektroanlagen oder Löcher im Boden sind aber laut dem zuständigen Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle bis jetzt keine bekannt.
Welche Probleme können durch die Tapinoma-Ameise entstehen? Für Menschen sind die Ameisen nicht gefährlich. Sie sind aber aggressiver als andere Arten, greifen schneller an und beissen schneller zu. Ausserdem können sie sehr störend sein, da sie riesige Kolonien bilden und dann der Garten oder die Sitzbank voller Ameisen sind. Sie können aber auch Schäden an Gebäuden anrichten oder Stromausfälle auslösen, weil sie in Verteilerkästen Kabel beschädigen. Das bekannteste Beispiel in der Region dürfte die süddeutsche Stadt Kehl sein, wo 2024 ein Spielplatz einstürzte, weil Tapinoma-Ameisen das ganze Areal komplett untertunnelt hatten. Zudem verdrängen sie einheimische Arten.
Was ist der Stand bei den betroffenen Gebieten im Kanton Zürich? SRF berichtete im Juni 2025 über mehrere grossflächig betroffene Gebiete im Kanton Zürich. Thomas Iseli von der Insekta GmbH sagt jetzt auf Anfrage, dass sie in einigen Gebieten das Problem beheben konnten. Bei anderen sei man weiter dran. Es komme dabei vor allem auf die Grösse der betroffenen Gebiete an.
Wie wird die Art in Kreuzlingen bekämpft? Ab Ende März werden die Ameisen in einer klar definierten Zone rund um den betroffenen Sportplatz bekämpft. Einerseits mit heissem Wasser, das in die Erde gespritzt wird. Andererseits mit Insektiziden, die durch die Ameisen im besten Fall in die Nester getragen werden und so möglichst viele Königinnen vergiften. Denn ohne Königinnen gibt es keine Kolonien. Für die Bekämpfung haben die Behörden eine Schädlingsbekämpfungsfirma engagiert. Ob es funktioniert, wird regelmässig überprüft.
Was kostet die Bekämpfung in Kreuzlingen? Für dieses Jahr rechnen die Verantwortlichen mit Kosten von 200'000 Franken. Würde man nichts machen und die Ameisen Schäden am Sportplatz anrichten, würde es in ein paar Jahren mehr kosten, ist Stadtrat Ernst Zülle überzeugt. Für das erste Jahr übernehmen die Stadt, der Kanton und die ebenfalls betroffene Kreuzlinger Schule die Kosten. Wie der Verteilschlüssel aussieht, ist aber noch nicht klar.
Müssen Private nichts bezahlen? Doch. Überall dort, wo es um Innenräume geht. Eigentlich müssten sie auch für die Bekämpfung auf ihren Grundstücken bezahlen. Man habe sich für das erste Jahr aber anders entschieden, sagt Ernst Zülle. «Am Schluss streiten wir um Quadratmeter. Oder wie viele Ameisen man sieht. Wenn wir darum streiten müssen, sind wir nachher zu spät.»