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Legende: Video Ungewisse Zukunft für Ju-52 abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 07.05.2019.
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Ju-52-Revision blockiert «Gravierende Mängel» bei Ju-Air

Die Ju-Air hat die Lizenz verloren, ihre Flugzeuge reparieren zu dürfen. Nun erklären die Behörden, was sie beanstanden.

Der Bund hat die Totalrevision der Oldtimerflieger Ju-52 blockiert: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt entzog den beiden Betrieben, die bisher die Maschinen reparierten und instand hielten, die Bewilligung dafür. Dies berichtete die «Sonntagszeitung».

An den drei nach dem Absturz vom vergangenen August verbliebenen Ju-52 dürfen bis auf weiteres weder durch Betriebe noch durch Einzelpersonen Wartungen durchgeführt werden.

Gravierende Mängel festgestellt

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) präzisierte nun in der Sendung «Schweiz aktuell» die Vorwürfe gegenüber dem Wartungsbetrieb der Ju-52. Die bei Inspektionen gefundenen Mängel seien gravierend und verletzten höchste in der Luftfahrt übliche Sicherheitsstufen.

Im Interview sagt Bazl-Mediensprecher Urs Holderegger: «Wir haben bei mehreren Inspektionen, respektive Audits im Frühling festgestellt, dass systemische Mängel vorhanden sind. Dies führt bei einem zertifizierten Betrieb dazu, dass man denen das Zertifikat wegnehmen muss.»

Wir hatten gleich mehrere Level1-Mängel festgestellt.
Autor: Urs HoldereggerMediensprecher Bazl

Die Mängel seien gravierend gewesen, so der Bazl-Sprecher. «Es gibt bei diesen Untersuchungen sogenannte Level1- und Level2-Findings. Grundsätzlich kann man schon bei einem einzigen Level1-Finding den Betrieb vorläufig schliessen. Wir hatten aber gleich mehrere Level1-Mängel festgestellt.»

Holderegger nennt ein Beispiel aus der Untersuchung: «Wenn sie bei einem Unterhaltsbetrieb Werkzeugkoffer finden mit fehlendem Werkzeug, dann ist das ein Level1-Finding. Denn dieses Werkzeug könnte theoretisch im Flieger sein, in einem Flügel stecken, beim Start nach hinten rutschen und ein Querruder blockieren, und dann würde das Flugzeug abstürzen. Dies ist alles schon mal passiert.»

Mängel nur organisatorischer Art

Ju-Air-Mediensprecher Christian Gartmann lässt die Kritik nicht gelten: «Die Mängel, die festgestellt wurden, sind organisatorischer und bürokratischer Art. Da geht es um die Organisation des Wartungsbetriebs selber, also nicht um mangelhaft ausgeführte Arbeiten.»

Nach dem Absturz einer Ju-52 beim Piz Segnas (GR) am 4. August 2018 mit 20 Todesopfern hatte das Bazl der Ju-Air die Genehmigung für kommerzielle Passagierflüge entzogen. Dafür erfüllten die Oldtimer die heutigen Sicherheitsanforderungen nicht mehr. Der Bericht der Untersuchungsbehörde Sust wird den Ausschlag geben, ob und wann die Ju-52 wieder abheben kann.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Hess (MH)
    Egal wer wo und warum geschlampt wurde. Die Dinger gehören in's Museum. Weiss nicht warum man sich so krampfhaft an ein Weiterfliegen klammert.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das BAZL hat immer gut gearbeitet, es wurde mit falschen Angaben der Ju -Air eingedeckt - nun nach dem Unfall mussten sie die Kontrollarbeiten aus Sicherheitsgründen völlig ohne die Herren Ju -Air unter die Lupe nehmen und stellten die versteckten Mängel fest. Nun das BAZL von einigen hier, zum Mitschuldigen zu machen, ist doch hanebüchener Unsinn.
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Der Unfall hatte nichts mit Wartungsarbeiten zu tun. Es war ein Pilotenfehler. Zu tief in den Talkessel geflogen beim Versuch stärker zu steigen erfolgte ein Strömungsabriss.
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    2. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Strömungsabriss - ? um so schlimmer wenn es einer war -mit so einem überforderten Piloten setzt man 20 Leute aufs Spiel ? Bewiesen ist einzig , dass Mängel vorliegen die tödlich enden können, daher macht das BAZL alles richtig .
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    3. Antwort von Simon Reber (kokolorix)
      Hätte das Bazl gut gearbeitet, wären die Mängel schon vor Jahren ein Thema geworden. Nach einem solchen Unfall nun mit eisernen Besen zu kehren ist wohl der Versuch von den Versäumnissen der Vergangenheit abzulenken. Die Herren vom Bazl sind eher dafür bekannt, Flugstunden auf exotischem Gerät zu sammeln, als für anstrengende Kontrollarbeiten. Diese werden wenn immer möglich an private Vereine delegiert, das Bazl lässt nur den Amtsschimmel dazu wiehern
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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    M.E. teilt das BAZL hiermit mit, dass es schlampig gearbeitet hat. Sehe ich dies falsch? Verwundern würde es mich bei einer Bundesinstitut leider nicht.
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