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Dieses Jahr soll es keinen Osterstau ins Tessin geben
Aus Tagesschau vom 02.04.2020.
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Kampf dem Coronavirus Gotthardtunnel präventiv über Ostern sperren?

Viele Deutschschweizer verbringen Ostern traditionell im Tessin. Dieses Jahr wäre es besser, sie blieben zu Hause.

Giovanni Cossi ist Bürgermeister von 20 Gemeinden des Malcantone, einer beliebten Feriendestination oberhalb von Lugano. Er sagt: «Es ist extrem wichtig, diese Strassentunnel für Touristen zu schliessen. Die Situation in den Tessiner Spitälern ist sehr angespannt.» Wenn jetzt noch Touristen erkrankten, dann komme das Tessiner Gesundheitssystem an den Anschlag.

Viele hängen an der Ostertradition

Bundesrat Alain Berset rief schon vor ein paar Tagen dazu auf, über Ostern nicht ins Tessin zu reisen. Das tat auch der Tessiner Regierungsrat Norman Gobbi. Tessin Tourismus hat ebenfalls eine Videobotschaft mit einem entsprechenden Appell lanciert. Doch das nütze alles nichts, sagt Cossi.

In den letzten Tagen seien viele Familien mit älteren Personen gekommen. «Sie sagen mir, Ostern im Tessin sei Tradition. Es sei nicht verboten herzukommen. Was soll ich darauf antworten?» Cossi hofft daher auf eine Tunnelschliessung für Privatfahrzeuge.

Dazu sagt Stephan Blättler, Präsident der kantonalen Polizeikommandanten: «Es ist letztlich eine politische Frage, ob man eine Durchgangsstrasse schliessen will.»

Deutschschweizer verkennen den Ernst der Lage

Dass der Bundesrat beschliesst, die Nord-Süd-Achse für den Privatverkehr zu schliessen erachtet SVP-Nationalrat Piero Marchesi als unrealistisch. Auch er lebt im Malcantone. Er versteht die Forderung nach einer Tunnelschliessung als Appell an die Deutschschweizer, wirklich zu Hause zu bleiben.

Das sei nötig, denn viele Deutschschweizer hätten den Ernst der Lage nicht verstanden. Er erhalte täglich Nachrichten von Unternehmern aus dem Raum Zürich, die ihn aufforderten, aktiv zu werden, dass die Tessiner Betriebe wieder normal arbeiten sollen. «Ich hoffe einfach, dass die Deutschschweizer nicht bald solche Zustände haben wie wir hier», sagt er.

Tessiner tragen Masken

Das Tessin hat mit Abstand die meisten Corona-Toten der Schweiz. Die Verantwortlichen der Spitäler betonen, dass sie die Situation im Griff haben, solange sich alle an die Vorgaben des Bundes halten und zu Hause bleiben.

Diese angespannte Situation macht vielen Tessiner Angst. Im Gegensatz zur Deutschschweiz trägt hier weit über die Hälfte der Menschen Masken. Die meisten Autofahrer tragen sie gar, wenn sie allein im eigenen Gefährt unterwegs sind.

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Fast eine Million Ansteckungen weltweit
Aus Tagesschau vom 01.04.2020.
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Echo der Zeit vom 02.04.2020, 18 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Meyer  (HaWe)
    Das "Gotthardloch" sperren ist sicher richtig. Es ist aber schon wichtig, dass der Kanton URI und/oder einfach alle Institutionen das "umgehend" beschliessen und sofort und wiederholt in die Medien setzen. Selbstverständlich auch nördlich des Rheins, bis zu den Holländern.
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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Eine Ausgangssperre für die Wochenenen und vielleicht sogar Abende muss her. Die Leute schallen es ganz offensichtlich nicht.
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  • Kommentar von Simon Klingler  (klisim84)
    Bei allem Verständnis für die aktuelle Lage im Tessin, wage ich doch zu bezweifeln, dass die Zahl der Ansteckungen in diesem Kanton nach oben gehen wird, wenn Personen mit dem Auto in ihr Feriendomizil reisen. Das Aufrechterhalten einer Ostertradition hingegen bringt wieder ein Stück Normalität in den momentanen Alltag. Das ist auch von Bedeutung.
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