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Baldige Zulassung Astra-Zeneca-Vakzin in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 06.03.2021.
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Kampf gegen Corona-Pandemie Impfstoff von Astra-Zeneca: Kommt die Zulassung zu spät?

Bald dürften die Hürden für die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca in der Schweiz aus dem Weg geräumt sein: Neue Studien belegen nämlich eine gute Wirksamkeit – auch bei Älteren. Doch bis es soweit ist, könnte es ihn womöglich gar nicht mehr brauchen.

Impfstoffe sind rar, viele warten auf die Spritze mit dem immunisierenden Wirkstoff. Der Bund hat bisher Verträge mit fünf Impfstoffherstellern abgeschlossen und sich folgende Anzahl Impfdosen vertraglich gesichert:

  • Pfizer/Biontech: 3 Millionen Impfdosen
  • Moderna: 13.5 Millionen Impfdosen
  • Astra-Zeneca: 5.3 Millionen Impfdosen
  • Curevac: 5 Millionen Impfdosen
  • Novavax: 6 Millionen Impfdosen

Von diesen fünf Herstellern sind bisher jedoch nur die beiden ersten zugelassen. Geliefert wird erst, wenn die Zulassung durch Swissmedic erfolgt ist.

Von Oxford entwickelt, von Swissmedic ausgebremst

Der Impfstoff von Astra-Zeneca, der von der Universität Oxfort entwickelt wurde, ist bisher in der Schweiz nicht zugelassen – im Gegensatz zur EU wie auch zu Grossbritannien.

Swissmedic begründet dies gegenüber SRF wie folgt: «Bei den bisher in der Schweiz zugelassenen Covid-19-Impfstoffen standen Swissmedic aussagekräftige Ergebnisse grosser klinischer Studien zur Verfügung. Bei Astra-Zeneca ist dies bisher anders: Swissmedic wie auch die US-amerikanische FDA können im Moment gestützt auf die vorliegenden Daten die Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität nicht abschliessend beurteilen.»

SVP-Politikerin fragt: Was kann Swissmedic besser?

SVP-Gesundheitspolitikerin Verena Herzog goutiert dies nicht. Für sie ist klar, dass weitere Impfstoffe dringend nötig sind. «Die Sicherheit des Impfstoffes ist zweifellos wichtig. Aber wenn in Grossbritannien 6.5 Millionen Menschen damit geimpft wurden und man sehr gute Erfahrungen gemacht hat, dann Frage ich mich, was kann denn Swissmedic besser?»

Wenn in Grossbritannien 6.5 Millionen Menschen damit geimpft wurden und man sehr gute Erfahrungen gemacht hat, dann Frage ich mich, was kann denn Swissmedic besser?»
Autor: Verena HerzogNationalrätin SVP

Der Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen, der Infektiologie-Professor Christoph Berger, kann diese Forderungen verstehen. Bis jetzt haben jedoch Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Astra-Zeneca für Ältere gefehlt. Neue Studien scheinen diese Wirksamkeit jedoch inzwischen zu belegen.

«Neue Studien zeigen eine hohe Wirksamkeit»

Berger: «Die neuen Studien zeigen eine 80-prozentige Reduktion der Hospitalisationen bei geimpften Patienten mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff. Und sie zeigen in England eine 60-prozentige Reduktion der symptomatischen Infektionen nach einer Dosis. Diese Daten sind sehr gut, sie müssen einfach noch – wie üblich – wissenschaftlich überprüft werden.» Dies dauere in der Regel drei bis vier Wochen.

Die neuen Studien zeigen eine 80-prozentige Reduktion der Hospitalisationen bei geimpften Patienten mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff. Und sie zeigen in England eine 60-prozentige Reduktion der symptomatischen Infektionen nach einer Dosis.
Autor: Christoph BergerPräsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen

Kann man davon ausgehen, dass in wenigen Wochen allenfalls schon die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca erfolgt? Berger tönt positiv: «Die wissenschaftliche Überprüfung der neuen Studien erfolgt durch die medizinische Fachzeitschrift, wo das nachher publiziert wird. Unter Umständen gibt es nachher noch Anpassungen. Das sind dann sicher sehr wichtige Dokumente für die Zulassungsbehörden.» Die Entscheidung über eine Zulassung wird aber Swissmedic fällen.

Bisherige Impfstoffe «unschlagbar»

Berger betont: Nach wie vor seien aber die beiden in der Schweiz bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffe demjenigen von Astra-Zeneca überlegen: «Die mRNA-Impfstoffe zeigen eine Wirksamkeit von über 90 Prozent nach zwei Impfungen, und die sind sozusagen unschlagbar», sagt der Präsident der eigenössischen Kommission für Impffragen.

Er geht davon aus, dass bis im Mai genügend Impfstoffe der bisher zugelassenen Impfstoffe in der Schweiz vorhanden sein werden. Ob es dann den Impfstoff von Astra-Zeneca noch braucht, ist also zumindest fraglich.

Quellen: Nature- Florian Krammer; NYT; FDAhttps://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/30/opinion/corona-virus-covid-vaccine.htmlhttps://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie?veaction=edit&section=6Der Impfstoff-SprintEs dauert meist viele Jahre, einen Impfstoff zu entwickeln. Die Corona-Pandemie zwingt Unternehmen, Institute und Behörden zu neuen Wegen.COVID-19ImpfstoffNormales VerfahrenBeschleunigtes VerfahrenProduktionZulassung1 2345678 9101112131415JahreJahreMit Risiko auf NichtzulassungPhase III nach frühzeitigen Zwischen-analysenIn rollendem ProzessBasierend auf existierenden Prozessen von SARS- und MERS DesignEntwicklung15 Jahre oder mehrProduktionmehrere JahreKlinische TestsVerträglichkeitstests (~20-80 Personen)Phase I1 – 2 JahreDesignPräklinische Experimente und Design eines möglichen Impfstoffesmehrere Jahre10 – 18 MonateKlinische TestsIIIIIIEntwicklungEntwicklung des Produktionsprozesses und toxikologische Studien (Tierversuche)2 – 4 JahreZulassung1 – 2 JahreLizenzierungdurch BehördenPhase II2 JahreKlinische TestsÜberprüfung Konzept, Bestimmung der Dosis(~50-200 Personen)Klinische TestsPhase III2 – 3 JahreWirksamkeitsnachweis Marktzulassung der Therapie(~1000+ Personen)

Tagesschau vom 06.03.2021, 19.30 Uhr

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116 Kommentare

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  • Kommentar von Jonas Ingold  (Jonas Ingold)
    Swissmedic hätte den Impfstoff ja zunächst bei U-65 zulassen können. Stattdessen bleiben wir wegen unflexiblen Behörden länger im Lockdown.
    1. Antwort von markus ellenberger  (ELAL)
      @Herr Meuri was haben wir dann, wenn gesamt Wirtschaftszweige geschlossen werden sind das dann Ferien, oder was? Warum wir nicht schon nach dem letzt Jährigen Lock down keinen anderen Weg eingeschlagen haben als das Ausland ist mir bis heute zweifelhaft. In einer Firma würde das nie und nimmer Funktionieren, das wird Tag täglich neue Anpassungen gemacht. Aber in der Momentaner Situation hat der Bundesrat nur das eine mittel Massnahmen Massnahmen und nochmals Massnahmen.
  • Kommentar von René Leutwyler  (Rgolfer)
    Swissmedic ist für mich schon lange nicht mehr akzeptabel.
    Medikamente werden jedes Jahr in die höhere Katogorie gesetzt.
    Und im Bussen verteilen,wenn ich im Ausland bestelle sind Sie Könige.
    Dank Swissmedic steigen die Gesundheitskosten,da ich für jedes normale Medikament ein
    Rezept benötige. Mit den Impfungen schlafen Sie dafür
  • Kommentar von Walter Zaugg  (Saturn)
    Ja Frau Herzog, weitere Impfstoffe sind wichtig. Wichtig und richtig ist das Swissmedic unabhängig,mit allen nötigen Zulassungs-Unterlagen die Entscheide fällt ob denn ein Medikament zugelassen wird in der CH. Nicht die SVP, nicht der Bundesrat oder sonst wer entscheidet. Swissmedic entscheidet unabhängig. Komisch nur das gerade die SVP sagt schauen wir doch nach Grossbritannien. Ziel der SVP . Fachleute Mundtot machen und deren Kompetenzen absprechen. Die SVP kann halt alles besser.
    1. Antwort von Oskar Wagner  (wingman)
      @Zaugg: Ihr Wort in Gottes Ohr... Aber wie man hier allenthalben bemerkt, ist es einfacher, jemandem die Schuld zuzuschieben. Wir brauchen halt einfach Sündenböcke, sei es Der BR, das BAG, Die Swissmedic und wer einem noch so in den Sinn kommt. Wir haben schon zwei Zulassungen. Es fehlen nur die bestellten Mengen. Aber daran sind natürlich auch die obgenannten Schuld, weil all diese Kommentarschreiber hier könnten natürlich viel besser und schneller liefern. jedenfalls mit dem Maul...