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Was die Neat-Fertigstellung für die Schweiz bedeutet
Aus Tagesschau vom 13.12.2020.
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Kapazitätserweiterung der Bahn SBB investiert weiterhin Milliarden in die Bahninfrastruktur

Mit Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels am Sonntag mit dem Fahrplanwechsel ist die Neue Eisenbahnalpentransversale (Neat) vollendet. Trotzdem werden auch in den kommenden Jahren Milliarden Franken in den Ausbau der Bahninfrastruktur gesteckt, wie eine Übersicht zeigt:

Léman 2030

Nach der Neat ist Léman 2030 das grösste Bahnprojekt der SBB. Knapp drei Milliarden Franken werden zwischen Lausanne und Genf investiert, um die tägliche Kapazität auf 100'000 Passagiere zu verdoppeln. Mit dem Ausbau des Bahnnetzes und der Bahnhöfe schafft die SBB die Voraussetzungen für den Viertelstundentakt zwischen Lausanne und Genf. Die Arbeiten wurden bereits vor sechs Jahren gestartet und sollen bis 2030 beendet sein. Allein der Ausbau und die Modernisierung des Bahnhofs Lausanne kosten 880 Millionen Franken.

Engpass zwischen Zürich und Winterthur

Nicht nur auf den Strassen wird es zwischen den beiden Zürcher Grossstädten immer enger, auch auf den Schienen herrscht ein Kapazitätsengpass. Der Brüttener Eisenbahntunnel soll hier Abhilfe schaffen. National- und Ständerat haben den Ausbau für 2.4 Milliarden Franken beschlossen. Neben dem Bahntunnel werden die Anlagen mehrerer Bahnhöfe neu gebaut. Baustart ist frühestens 2026.

Ausbauten auf Intercity-Strecken

Für rund 115 Millionen Franken sind Ausbauten auf den Strecken Lausanne–Biel–Olten, Basel–Olten–Luzern und Winterthur–St. Gallen vorgesehen. Zu den grössten Einzelvorhaben gehören dabei der Ausbau der Ein- und Ausfahrten in den Bahnhöfen Neuchâtel, Luzern und Wil. Das restliche Geld wird zwischen Biel/Bienne und Lengnau investiert, um die Bahntechnik zu verbessern.

Sanierung kleiner und mittelgrosser Bahnhöfe

Bis Ende 2023 sollen rund 580 Bahnhöfe modernisiert und behindertengerecht gestaltet werden. Dies macht die SBB nicht freiwillig; das verlangt das Behindertengleichstellungsgesetz. Die Kosten werden auf rund drei Milliarden Franken geschätzt. Weitere rund 100 Bahnhöfe werden erst nach 2023 saniert.

Rollmaterial-Beschaffung auf Kurs

Ebenfalls als Baustelle kann bei der SBB die Beschaffung neuer Züge bezeichnet werden. Um den lange als «Pannenzug» bezeichneten Doppelstockzug von Bombardier ist es ruhiger geworden. Die Zuverlässigkeit ist gestiegen, die Werksauslieferungen sind auf Kurs. Mittlerweile stehen 40 der insgesamt 62 Zugkompositionen im Einsatz. Auf der Strecke St. Gallen–Genf verkehrt der neue Doppelstöcker regelmässig und wird mit dem Fahrplanwechsel noch mehr zum Einsatz kommen. Mit 1.9 Milliarden Franken ist der Zug von Bombardier die grösste Rollmaterial-Bestellung in der SBB-Geschichte.

Fahrplanwechsel: Diese Strecken sind neben dem Ceneri-Tunnel neu

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In Betrieb genommen wird mit dem Fahrplanwechsel nach fünfjähriger Bauzeit noch ein weiterer Tunnel, nämlich der 3.1 Kilometer lange neue Eppenbergtunnel auf der Strecke Olten-Aarau. Der Ausbau von zwei auf vier Spuren erhöht die Kapazität auf der Ost-West-Achse, der Hauptschlagader des Schweizer Bahnnetzes.

Der Fahrplan 2021 bringt auch schnellere und häufigere Verbindungen nach Mailand (I) und München (D). Nach der vollständigen Elektrifizierung auf der Strecke Zürich–München verkehren dort die neuen SBB-Züge des Typs Astoro, was die Reisezeit um 45 Minuten auf vier Stunden verkürzt. Neu verkehren doppelt so viele Züge zwischen Deutschland und der Schweiz.

Neben zahlreichen weiteren Änderungen im Nah- und Fernverkehr in allen Regionen der Schweiz sowie Fahrplananpassungen im Minutenbereich kommt es zu einer Premiere: Die Südostbahn (SOB) steigt erstmals in den Fernverkehr ein. Am Gotthard fährt neu die SOB anstelle des Marktführers SBB über die Bergstrecke. Die SOB fährt stündlich alternierende von Basel respektive Zürich über den Gotthard nach Bellinzona TI.

Anschlüsse in Italien und Deutschland

Die Neat ist gebaut und betriebsbereit. Nur mit den Anschlüssen in Italien und vor allem in Deutschland hapert es. Noch immer hat der nötige Ausbau für den Güterverkehr zwischen Basel und Karlsruhe nicht begonnen. Auf Druck der Schweiz hat Deutschland im 2019 eine Erklärung unterzeichnet, um mehr Kapazitäten für den Güterverkehr auf den Schienen zu schaffen, bis die nötige Zufahrtsstrecke für die Neat zwischen Basel und Karlsruhe auf vier Spuren ausgebaut ist.

Rekordzahl an SBB-Baustellen

Die Zahl der SBB-Baustellen hat 2020 einen neuen Höchstwert erreicht. Auch für 2021 ist keine Entspannung in Sicht. SBB-Chef Vincent Ducrot hatte bereits im Sommer angekündigt, dass sich die Passagiere auch im kommenden Jahr auf viele Ersatzkonzepte einstellen müssen, da es vielerorts zu zusätzlichem Umsteigen, Ausfällen und reduziertem Service kommen wird.

Echo, 11.12.2020, 18.00 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    An alle, die jetzt "Stoppen, nicht nötig wegen Pandemie" brüllen: Das ist ein wunderbares Beispiel von nicht über die eigene Nasenspitze hinaus denken. Investitionen in die Bahninfrastruktur haben einen langen Zeitraum; ein kurzfristiges Ereignis wie die Pandemie kann und darf nicht als Vorwand gelten, die langfristigen Ziele zu stören!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Als Pendlerin sage ich seit langem: es muss nicht alles noch schneller werden! Es wäre schnell genug, wenn die SBB pünktlich wäre. Die Zuverlässigkeit müsste die SBB aber dringend verbessern. Vor Corona gab es jede Woche mehrere Morgen, wo das Passagierkollektiv fast wie auf Kommando das Handy gezückt und Verspätungsmeldung getätigt hat. Züge zum Flughafen haben sogar den frühen Flug nicht erreicht. Rückerstattung? Fehlanzeige. In Corona wurde es auch nicht besser. Agglo ZH prominent betroffen.
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  • Kommentar von Adi Derungs  (1979)
    Das war alles vor Corona geplant gewesen. Die Pandemie hat alles verändert und solche Projekte sollten per sofort auf Eis gelegt werden. Es braucht kein Ausbau mehr, es werden viele dezentral arbeiten und die Städte an Attraktivität verlieren.
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Derungs: Sie meinen so auf Eis legen wie die Beschaffung der 6Milliarden Flugzeuge die nie gebraucht werden und auf Eis gelegt werden sollte? Einen Unterschied gibt es aber, Corona wird vorbei gehen, in 2 bis 3 Jahren braucht das Land eine funktionstüchtige Infrastruktur. Krieg wird es aber die nächsten 20 Jahre nicht geben denn alle Länder, ausser den USA, werden mit Corona und dem Wiederaufbau beschäfftigt sein.
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    2. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Warum soll die Strecken mit einer hohen Personenfrequenz nicht ausgebaut werden. Ich bin beispielsweise dagegen, dass das Anliegen bei uns im Tessin nach einer Röhre von Lugano nach Chiasso umgesetzt würde. Eine Region, die seit einiger Zeit ein gutes S-Bahnnetz nach Mailand, Flughafen Malpensa hat.
      Umsteigen auf ÖV ist auch nach der Pandemie gefragt. Ganz besonders im Tessin.
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    3. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @Nachdenklich: Es gibt nicht nur einen Personennahverkehr. Es gibt auch einen Güterverkehr, und da ist es schon so, dass die Strecke zwischen Lugano und Chiasso schnell einmal überlastet ist (der Abzweiger nach Luino hilft entlasten, aber dort ist die Strecke einspurig, mit entsprechend geringerer Kapazität.
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    4. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      @pdfguru: Die Strecke über Luino ist für den Güterverkehr wesentlich und gehört ausgebaut. Der öV im Tessin und in die Lombardei muss ausgebaut werden (viel Potenzial läge bei sog. «Waterbus», in andern Städten schon Alltag!) aber gleichzeitig müsste die betroffenen Bevölkerung auch lernen, diesen öV sinnvoll zu nutzen: Da ist noch sehr viel (auch abgasfreie!) Luft nach oben (Tessin = schweizweit höchste Dichte von Verbrennungsmotoren pro Haushalt!).
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    5. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @spprSso: Im Ceresio wäre sicherlich Potential vorhanden. Nur ist die dortige Schifffahrtsgesellschaft irgendwie nicht ganz auf dem neuesten Stand, und die Motivation lässt hochgradig zu wünschen übrig.

      So stark unterscheidet sich die Situation im Lago Maggiore auch nicht (insbesondere im grenzüberschreitenden Verkehr.
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