40 Menschen starben bei der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. Die Katastrophe überlebten viele Besucherinnen und Besucher der Bar mit Verletzungen oder blieben unverletzt. Das Verhalten der Feiernden in Crans-Montana ist komplex und beschäftigt auch die Wissenschaft.
Moderne Forschungen würden zeigen, dass Menschen eher rational, logisch und sozial in einer Notlage agieren, beschreibt ein Artikel, der beim CTIF, dem Internationalen Verband der Feuerwehr, publiziert ist.
Grosses Ereignis und alle in Panik – das ist etwas für den Film und ist untypisch für das menschliche Verhalten.
Matthias Holenstein, Geschäftsführer der Stiftung Risikodialog, hat zum menschlichen Verhalten in Notsituationen gearbeitet. Er erklärt, dass Menschen einander helfen, wenn sie mit Gefahren konfrontiert sind. Zudem machen sie einander auf Gefahren aufmerksam. «Grosses Ereignis und alle in Panik – das ist etwas für den Film und ist untypisch für das menschliche Verhalten», sagt Holenstein.
Die gegenseitige Unterstützung kennt gemäss Holenstein eine Einschränkung. «Wenn ich in Todesangst bin, ist sicher mein Verhalten etwas weniger sozial ausgeprägt», sagt der Geschäftsführer der Stiftung Risikodialog.
Soziale Verbindungen haben Einfluss auf das Verhalten
US-Forschende haben nach einem Brand in einem Nachtclub mit 100 Toten herausgefunden, dass die Todesrate in jenen Gruppen am höchsten war, bei denen sich die Menschen persönlich sehr nahe standen. Verzweifelte würden nach Angehörigen und Freunden suchen.
-
Bild 1 von 35. Ein Meer aus Kerzen – Crans-Montana am Abend des 4.1.2026. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Antonio Calanni.
-
Bild 2 von 35. Feuerwehrleute und Hunderte Menschen trauern an der Gedenkstätte vor dem Unglücksort. Bildquelle: REUTERS/Umit Bektas .
-
Bild 3 von 35. Trauermarsch in Crans-Montana am Sonntag. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
-
Bild 4 von 35. Gedenkmesse für die Opfer der Brandkatastrophe: Feuerwehrleute stehen während der Messe vor der Chapelle Saint-Christophe de Crans zu Ehren der Opfer. Bildquelle: REUTERS/Lisa Leutner.
-
Bild 5 von 35. Bischof Jean-Marie Lovey begrüsst Nicolas Feraud, Präsident von Crans-Montana, vor dem Start des Gedenkgottesdiensts. Bildquelle: Jean-Christophe Bott/Pool via REUTERS.
-
Bild 6 von 35. Ein Kind kniet vor einer Gedenkstätte mit Blumen vor dem Unglücksort. Bildquelle: REUTERS/Umit Bektas.
-
Bild 7 von 35. Bundesrat Beat Jans hat am Samstagnachmittag den Unglücksort besucht und Blumen niedergelegt. Bildquelle: AP Photo/Baz Ratner.
-
Bild 8 von 35. Nach der Brandkatastrophe ist die Trauer in Crans-Montana gross. Bildquelle: REUTERS/Lisa Leutner .
-
Bild 9 von 35. Blumenmeer für die Opfer. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
-
Bild 10 von 35. Menschen zollen den Opfern Respekt. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 11 von 35. Kerzen für die Opfer. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
-
Bild 12 von 35. Zahlreiche Menschen legten in Crans-Montana Blumen nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 13 von 35. Die Trauer ist gross. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
-
Bild 14 von 35. Währenddessen gehen die Ermittlungsarbeiten weiter. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Baz Ratner.
-
Bild 15 von 35. Der italienische Aussenminister Antonio Tajani (2. von links) hat Crans-Montana besucht. Links der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard. Bildquelle: Keystone/EPA/GIUSEPPE LAMI.
-
Bild 16 von 35. Gemeinsam mit dem Walliser Staatsratspräsidenten legte der italienische Aussenminister unweit des Unglücksortes einen Blumenstrauss nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 17 von 35. Die Betroffenheit aus der Bevölkerung ist einen Tag nach der Katastrophe... Bildquelle: SRF.
-
Bild 18 von 35. ... in der Gemeinde spürbar. Bildquelle: SRF.
-
Bild 19 von 35. Die Bar «Le Constellation» – der Ort des Unglücks am Tag danach. Bildquelle: SRF.
-
Bild 20 von 35. Das Medieninteresse auch aus dem Ausland ist nach wie vor gross. Bildquelle: SRF.
-
Bild 21 von 35. Die Schweizer Flaggen am Bundeshaus wehen für fünf Tage auf Halbmast. Die Waadtländer Kantonsregierung folgte dem Beispiel. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.
-
Bild 22 von 35. Vor dem abgesperrten Gebiet um den Unglücksort versammelten sich am Donnerstagabend hunderte Trauernde. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
-
Bild 23 von 35. Die Menschen in Crans-Montana sind tief betroffen. Bildquelle: REUTERS/Stephanie Lecocq.
-
Bild 24 von 35. Unter den Opfern befinden sich viele junge – teils minderjährige – Menschen. Bildquelle: Alessandro della Valle/Keystone via AP.
-
Bild 25 von 35. Am Donnerstagabend fand eine Gedenkmesse in der katholischen Kirche in Crans-Montana statt. Bildquelle: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE.
-
Bild 26 von 35. Am Donnerstagnachmittag machte sich Bundespräsident Guy Parmelin vor Ort ein Bild der Lage. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
-
Bild 27 von 35. Bestattungsfahrzeuge vor dem Unglücksort: Die Walliser Behörden gehen von rund 40 Todesopfern aus. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 28 von 35. Eine Vielzahl von Kriminaltechnikerinnen und -technikern war vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
-
Bild 29 von 35. Die Menschen in Crans-Montana stehen nach der Katastrophennacht unter Schock. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
-
Bild 30 von 35. Die Rega setzte für die Versorgung und Verlegung von Brandopfern auch Ambulanzflugzeuge ein. Bildquelle: REUTERS/Pierre Albouy.
-
Bild 31 von 35. Die Behörden sprachen an der ersten Medienkonferenz am Donnerstagvormittag noch von «Dutzenden Verstorbenen». Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
-
Bild 32 von 35. Chaotisch zurückgelassene Stühle, angelaufene Scheiben, ein Turnschuh: Blick in das Innere der ausgebrannten Bar «Le Constellation». Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
-
Bild 33 von 35. Im Rettungseinsatz standen 13 Helikopter, 42 Ambulanzen und 150 Sanitäterinnen und Sanitäter. Bildquelle: X/Osint World.
-
Bild 34 von 35. Was als Neujahrsfest über die Bühne gehen sollte, endete für viele in einem Drama. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
-
Bild 35 von 35. Die Bar «Le Constellation» steht in Flammen. Die Einsatzkräfte wurden um 01:30 Uhr alarmiert. Bildquelle: Screenshot/Social Media/X@Tyroneking36852.
Mitentscheidend über Leben oder Tod in Notsituationen sei, sagt Holenstein, wie sich die Menschen um die Einzelperson verhalten, denn Gruppeneffekte hätten einen starken Einfluss auf das Verhalten aller Menschen an einem Ort. Zudem sei es wichtig, wie die Menschen ihre eigene Situation einschätzten.
Erfahrung beeinflusst Verhalten
«Menschen, die ein Fest feiern, sind in einer anderen Situation. Das Filmen eines Brandes ist wohl eher Ausdruck, dass die akute Gefährlichkeit nicht immer erkannt wird», erklärt Matthias Holenstein weiter. Das menschliche Handeln in solchen Extremsituationen sei nur schwer voraussagbar, äusserst vielschichtig und mitentscheidend dafür, wer überlebt.