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Genf wehrt sich gegen Autobahnprojekt in Frankreich
Aus HeuteMorgen vom 13.01.2020.
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Konkurrenz zum Léman Express Stadt Genf ärgert sich über geplanten Autobahnausbau

Nur einen Monat nach der Eröffnung des Léman Express sorgt ein französisches Autobahnprojekt in Genf für Unmut.

Endlich weniger verstopfte Strassen. Dies war die grosse Hoffnung in Genf, als die S-Bahn Léman Express in Betrieb genommen wurde. Weil seither bei der französischen Bahn gestreikt wird, lässt sich zwar noch nicht abschätzen, wie viele Grenzgängerinnen und Grenzgänger tatsächlich von der Strasse auf die Schiene wechseln.

Doch der zuständige Genfer Stadtrat Rémy Pagani ist überzeugt, mit dem Bau des Autobahnteilstücks würde der erhoffte Effekt bei den Grenzgängern ohnehin wieder verpuffen. «Sie werden weiterhin das Auto nehmen und so die Strassen der Stadt Genf belasten», glaubt er.

Kein Verständnis in Frankreich

Die französische Regierung will die Autobahn auf der Südseite des Genfersees von Machilly bis Thonon verlängern. Es ist ein Ausbauschritt, den die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Region mehrheitlich begrüssen.

Der Stadtpräsident von Machilly, Jacques Bouvard, hat kein Verständnis für die Einmischung von Genf. «In einem Projekt, das auf französischem Boden beginnt und auf französischem Boden endet, braucht es Ihren Beitrag nicht», äusserte er sich im Westschweizer Fernsehen.

Demonstrantinnen mit einem Schild, das Genf ohne Autos fordert.
Legende: Die Bevölkerung der Stadt Genf will weniger Verkehr. Erst letzten Samstag demonstrierten Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers St-Gervais für autofreie Strassen. Keystone

Gegen den Bau sind in Frankreich Umweltverbände und einige Anwohner des geplanten Autobahnabschnitts. Gemeinsam mit ihnen will die Stadtregierung Genf beim obersten französischen Verwaltungsgericht Rekurs einlegen. Ob das Autobahnteilstück also je gebaut wird, ist noch offen. Falls ja, wäre es frühestens 2024 fertig.

Video
Léman Express nimmt Fahrt auf
Aus SRF News vom 15.12.2019.
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15 Kommentare

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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Habe lange genug in Genf gelebt, um zu wissen, dass die verstopften Strassen Genf‘s nur sehr bedingt mit den Frontarliers zusammenhängen. So wird seit einer Ewigkeit (erfolglos) über eine Überquerung oder Unterführung der Rade rive gauche - rive droite diskutiert und abgestimmt. Nur weil ein paar Tausend Grenzgänger auf die s-Bahn ausweichen, wird sich das Verkehrschaos in der Rhonestadt nicht beruhigen...
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Schizophren ist das Ganze schon. Zu Hunderttausenden werden Billiglohnfranzosen nach Genf geholt aber das Drumherum will man dann nicht.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Billiglohnfranzosen? Was für einen Unsinn sie abgeben! Das Pflegepersonal, z.B., in meinem Spital sind zu 80% Ausländer mit dem gleichen Lohn (wenig) wie die Schweizer. Uebrigens, in der Spitex das Gleiche.
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    2. Antwort von Verena Bensaddik  (V. Bensaddik)
      1. Es sind nicht nur Franzosen, die in der CH arbeiten, sondern auch Schweizer, die in F leben.
      2. Die meisten Grenzgänger haben wohl denselben Lohn wie die hier wohnenden.
      Es ist eher so, dass der Wohnraum in Grenznähe für Nicht-Grenzgänger unerschwinglich geworden ist.
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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
    Es macht schon Mühe, wenn eine Schweizer Stadt einfach dem Nachbarland in dessen ureigenste Projekte hineinreden will. Die Staus in und um Genf herum werden durch ein neues Autobahnteilstück gewiss nicht einfach verschwinden (und wenn - dann stellt sich die Frage, warum man nicht schon längst das Stück gebaut hat, statt eine teure S-Bahn zu errichten). Der trotzdem andauernde Parkplatzmangel in Genf selbst wird noch genügend Pendler zum Umsteigen auf den Zug animieren.
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