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Wahlkampf in der Waadt Konsens anstelle von harten Bandagen

Legende: Audio Langweiliger Wahlkampf in der Waadt abspielen.
2:27 min, aus HeuteMorgen vom 20.04.2017.

Der Wochenmarkt in der Altstadt von Lausanne ist vor Wahlen oft ein typischer Tummelplatz für Politiker auf Stimmenfang. Man kommt normalerweise kaum einen Meter weit, ohne dass einem ein Flyer in die Hand gedrückt wird.

Nicht so dieser Tage in Lausanne. Parteistände muss man suchen. Die Marktbesucher scheinen sich kaum für die Wahlen zu interessieren. Es laufe ja alles rund, sagt ein Gemüsehändler: In der Regierung habe zwar jeder seine Einstellung. Aber egal ob links oder rechts, alle würden zum Wohl des Kantons beitragen.

Darum geht es

  • Im Kanton Waadt wählt das Stimmvolk am 30. April eine neue Regierung.
  • Der Wahlkampf verläuft äusserst ruhig; es gibt kaum Gründe zur Aufregung.
  • Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit ist tief und die Finanzen sind im Lot.

Das starke Duo in der Waadtländer Regierung bilden FDP-Finanzminister Pascal Broulis und SP-Gesundheits- und Sozialminister Pierre-Yves Maillard. Die zwei sind jeweils bereits seit über einem Jahrzehnt im Staatsrat und niemand zweifelt an ihrer Wiederwahl. Sie verkörpern das Konzept des Konsens' in der Waadt.

Und sie sorgten für eine perfekte Ausgewogenheit, meint ein jüngerer Marktbesucher beim Apéro: «Das Gleichgewicht zwischen Broulis und Maillard ist perfekt!» Die beiden schaffen es immer wieder, Gesamtpakete zu schnüren, bei denen zwar beide Kompromisse eingehen, aber auch beide etwas davon haben.

Paradebeispiel Unternehmenssteuerreform

Jüngstes Beispiel ist die kantonale Unternehmenssteuerreform, die letztes Jahr vom Volk mit 87 Prozent äusserst deutlich angenommen wurde. Die Bürgerlichen waren zufrieden mit den Steuererleichterungen für Unternehmen, die Linken befürworteten die Reform, weil gleichzeitig die Sozialleistungen ausgebaut wurden.

Jemand füllt Wahlzettel aus.
Legende: Es findet kein aggressiver Wahlkampf statt, denn dem Kanton Waadt geht es gut. Keystone

Ein solches Miteinander brauche es, sagt ein älterer Marktbesucher. Wieso auch sollten die Linken gute Projekte der Rechten bekämpfen oder umgekehrt? «Man muss vorwärtskommen, voilà.» Die parteiübergreifende, lösungsorientierte Zusammenarbeit trägt zum Erfolg des Kantons bei. Dazu kommt die gute Wirtschaftslage. Die Staatsschulden konnten innerhalb von zehn Jahren von neun Milliarden auf weniger als eine Milliarde Franken verringert werden. Die Zufriedenheit ist gross. Die Folge: ein ruhiger, ja fast schon langweiliger Wahlkampf.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    In letzter Zeit herrscht eine harte ideologische Zensur bei der SRF-online-Redaktion! Praktisch keiner meiner heutigen Kommentare mit Fakten und Einhaltung des Netiquette wurde aufgeschaltet! Darum ein weiterer Versuch: In der Romandie tun sich die Parteien aus der Mitte-Links-Elite nicht weh! Solange keine SVP-Kandidaten mit Plakaten und Strassenwerbung auftreten, herrscht humane Zufriedenheit unter den Parteien! Es gibt in der Waadt offenbar nur "gute" und keine "bösen" Politiker(innen)!
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    1. Antwort von Hans Hämmerli (Hans Hämmerli)
      Ja ja ihr seid immer die armen Opfer. Kann dieses Mitleidsgewimmer nicht mehr hören.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    @SRF: Nur so zum Sagen. Bei Euren Beiträgen gibt es ein Bild (1). Ok. Und einen roten Balken (2) als Schlagzeile. Auch ok. Und einen Text mit Überschrift (3). Klicke ich auf das Bild (1), ist alles ok. Klicke ich auf den Text mit Überschrift (3), ist auch alles ok. Aber klicke ich auf den roten Balken (2), dann passiert - nichts. Muss das so sein? Wie gesagt, nur so zum Sagen.
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    1. Antwort von SRF News
      Danke für die Anmerkung! Das ist in der Tat so. Bei den roten Balken handelt es sich lediglich um eine Zusatz-Überschrift, die nicht verlinkt ist.
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