- Der Bund will den Pflanzenanbau und den Schutz der Kulturen stärken.
- Mit einem Massnahmenpaket will er Lücken im Pflanzenschutz schliessen.
- Vorgesehen ist unter anderem die verstärkte Förderung robuster Sorten.
Heute stehe der Schutz der Kulturen vor grossen Herausforderungen, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in einer Mitteilung. Zwar gebe es Fortschritte bei der Reduktion der Risiken im Zusammenhang mit Pestiziden. Zugleich sei jedoch die Anzahl zugelassener Produkte rückläufig, es mangle an Alternativen, und immer häufiger träten neue Schädlinge auf.
Pflanzenschutzmittel sollen einfacher zugelassen werden
Das Bundesamt stellte an einer Medienkonferenz in Liebefeld bei Köniz BE eine Strategie mit zehn Schlüsselmassnahmen vor. Dazu gehört auch, dass biologische Methoden zur Schädlingsbekämpfung optimiert werden. Zudem sollen die Zulassungsmethoden für Pflanzenschutzmittel vereinfacht werden.
Im Rahmen der Beratungen über die Agrarpolitik (AP30+) wird bis 2023 über das künftige Vorgehen entschieden. Auch sonst wird das Thema die Politik weiter beschäftigen. Bis Mitte März können sich interessierte Kreise zu einer Änderung der Gewässerschutzverordnung äussern. Der Bundesrat möchte für sieben weitere Pestizidwirkstoffe Grenzwerte festlegen. Heute bestehen für 19 Wirkstoffe Grenzwerte.
Medienberichte zu giftigen Wirkstoffen in Luzerner Fluss
Erst am Sonntag hatte die «NZZ am Sonntag» öffentlich gemacht, dass der Kanton Luzern im Fluss Wyna im vergangenen Herbst sehr hohe Konzentrationen des für Fische und Insekten hochgiftigen Wirkstoffs Deltamethrin festgestellt habe.
Deltamethrin gehört zu jenen Wirkstoffen, deren Anwendung seit dem 1. Januar 2023 für direktzahlungsberechtigte Betriebe grundsätzlich verboten ist. Gemäss der «NZZ am Sonntag» bewilligte das Luzerner Landwirtschaftsamt im vergangenen Jahr jedoch die Behandlung der Rapsfelder in der Region mit Deltamethrin.