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«Le Constellation» in 3D Die Ereignisse in der Bar grafisch rekonstruiert

Das SRF-Grafikteam hat die Grundzüge der Bar nachgebildet, in der sich die Brandkatastrophe von Crans-Montana ereignete.

Es geschah in der Silvesternacht, in der Bar «Le Constellation», nachts um 1:26 Uhr. Die Decke der Bar im Untergeschoss fing Feuer. Es kam zu einem «Flashover». 40 Menschen starben, 115 weitere wurden grösstenteils schwer verletzt.

Während inzwischen alle Opfer identifiziert sind, kämpfen viele in den Spitälern nach einer der schlimmsten Katastrophen in der Schweiz ums Überleben. Eine Rekonstruktion der Ereignisse.

1. Das Feuer an der Decke

Im Untergeschoss bei der Bar an der Decke brach mutmasslich das Feuer aus.

3D-Grundriss eines zweistöckigen Gebäudes mit Terrasse und Barbereich.
Legende: Rekonstruktion/SRF – Quelle: Foto- und Videomaterial

Laut ersten Erkenntnissen wurden schallisolierende Schaumstoffmatten an der Decke durch Sprühkerzen entzündet.

2. Die Treppe

Über eine steile und schmale Treppe ins Erdgeschoss versuchten die Menschen, vor dem Feuer zu fliehen. Gemäss Videos auf Social Media war im Untergeschoss ein Pfeilsignet zum Ausgang zum Zeitpunkt des Unglücks nicht beleuchtet.

3D-Treppenhaus mit Fluchtwegschildern und roten Pfeilen.
Legende: Rekonstruktion/SRF – Quelle: Foto- und Videomaterial

Wie viele Menschen zum Unglückszeitpunkt in der Bar waren, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Klar ist: Auf der Website von Crans-Montana wurde das «Le Constellation» mit einer Kapazität von 300 Personen beworben.

3. Gedränge am Ausgang

Am Ende des Terrassenbereichs befindet sich der offizielle, schmale Ausgang der Bar. Durch das starke Gedränge an der Tür schafften es viele Menschen nicht, das Gebäude rechtzeitig zu verlassen.

Auch bei der Zwischentüre zum Terrassenbereich kam es bereits zu einem Gedränge. Diese Türe war nur ungefähr 90 Zentimeter breit, weil sie nur einseitig und gegen innen geöffnet war – wie auf Videos auf Social Media zu sehen ist.

Architekturmodell mit Beschriftung Erdgeschoss und Terrasse, Pfeile zeigen Weg.
Legende: Rekonstruktion/SRF – Quelle: Foto- und Videomaterial

Im Erdgeschossbereich befindet sich seitlich ein Ausgang. Ob und in welchem Umfang diese Tür in der Unglücksnacht genutzt wurde, ist bislang unklar. Augenzeugen des Unglücks berichteten, dass einige Gäste mit einem PIN-Code durch diese Türe ins Innere der Bar gelangen konnten.

Rund um die Terrasse waren durchsichtige Schiebetüren angebracht. Diese waren aber zum Unglückszeitpunkt verschlossen. Auf einem Video auf Social Media ist ein Mann zu sehen, wie er von aussen eine solche Türe mit Kraft öffnete. Eine Frau konnte sich so ins Freie retten. Ob dieser Fluchtweg auch von anderen Menschen genutzt werden konnte, ist offen.

4. Notausgang im Keller

Im hinteren Bereich der Bar im Untergeschoss soll es ebenfalls einen Notausgang geben. Inwiefern er in der Nacht des Unglücks genutzt wurde und wo er genau war, ist noch unklar. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagte gegenüber dem Westschweizer Fernsehens RTS , dass diese Türe für Mitarbeiter normalerweise geschlossen gewesen war.

Ob die Fluchtwege im «Le Constellation» den Vorschriften entsprachen, ermitteln nun die Strafverfolgungsbehörden.

Grundriss einer Bar im Untergeschoss mit Fluchtroute.
Legende: Rekonstruktion/SRF – Quelle: Foto- und Videomaterial

Hinweis: Es gibt diverse Informationen, wonach es in der Bar im Untergeschoss einen anliegenden Raucherraum («le bar clandestin») gegeben habe. Wo sich dieser allerdings ganz genau befand, lässt sich derzeit nicht zweifelsfrei rekonstruieren.

10vor10, 06.01.2026, 21:50 Uhr ; 

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