Es geschah in der Silvesternacht, in der Bar «Le Constellation», nachts um 1:26 Uhr. Die schallisolierenden Schaumstoffmatten an der Decke der Bar im Untergeschoss fingen durch Sprühkerzen Feuer. 40 Menschen starben, 116 weitere wurden grösstenteils schwer verletzt.
Neues Modell rekonstruiert Untergeschoss
Eine Rekonstruktion des Grundrisses basierend auf Fotos und Videos auf Social Media, mehreren Zeugenaussagen sowie Geodaten, zeigt die verästelten Räumlichkeiten. Die Baupläne der Bar sind zwar unter Verschluss. Aber wie Recherchen von SRF nun zeigen, muss es hinter der Bar im Untergeschoss noch mehr Räume gegeben haben – unter anderem die Bar «Le Clandestin» und ein Fumoir. Im Slider sind die neuen Erkenntnisse grafisch festgehalten.
Die Bar «Le Clandestin» und die Raucherecke
Im hinteren Teil der Bar «Le Constellation» im Untergeschoss lässt sich nun eine weitere, kleine Bar namens «Le Clandestin» sowie ein Raucherbereich rekonstruieren. Ob die zu Deutsch «verborgene oder verruchte» Bar in der Neujahrsnacht geöffnet war, ist nicht bekannt.
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Bild 1 von 7. Die «Clandestin»-Bar befindet sich hinter der «Le Constellation» und ist laut SRF-Recherchen am Fels gebaut und über eine Tür erreichbar. Neben der verborgenen Bar ist auch der Raucherbereich erkennbar. Bildquelle: Rekonstruktion SRF (Foto- Videoanalyse, Geoportale).
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Bild 2 von 7. Auf diesem Bild sieht man vom Fumoir Richtung «Le Clandestin». Links oben in der Ecke könnte ein Notausgang-Signal sein. Bildquelle: Le Constellation / Juli 2021.
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Bild 3 von 7. Zum besseren Verständnis ist hier der Blickwinkel eingezeichnet. Bildquelle: Rekonstruktion SRF (Foto- Videoanalyse, Geoportale).
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Bild 4 von 7. Dieses Foto zeigt den Eingang der Bar «Le Clandestin». Bildquelle: Tripadviser .
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Bild 5 von 7. Zum besseren Verständnis ist hier der Blickwinkel eingezeichnet. Bildquelle: Rekonstruktion SRF (Foto- Videoanalyse, Geoportale).
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Bild 6 von 7. Dieses Bild zeigt den Innenraum des «Le Clandestin» und die aus dem Fels gehauene Wand. Bildquelle: Social Media / X .
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Bild 7 von 7. Zum besseren Verständnis ist hier der Blickwinkel eingezeichnet. Bildquelle: Rekonstruktion SRF (Foto- Videoanalyse, Geoportale).
Fluchtwege und Notausgänge
Über eine steile und schmale Treppe ins Erdgeschoss versuchten die Menschen, vor dem Feuer und dem dichten Rauch zu fliehen. Gemäss Videos auf Social Media war zum Zeitpunkt des Unglücks im Untergeschoss das grüne Notausgangsschild zur Treppe nicht beleuchtet.
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Bild 1 von 2. Das erste Nadelöhr war die enge, ungefähr 1.40 Meter breite Treppe vom Untergeschoss ins Erdgeschoss. Bildquelle: Rekonstruktion SRF (Foto- Videoanalyse, Geoportale).
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Bild 2 von 2. Anschliessend gab es ein Gedränge bei der Zwischentüre zum Terrassenbereich. Diese Türe war nur ungefähr 90 Zentimeter breit, weil nur der rechte Türflügel geöffnet war. Zudem öffnete sich die Türe gegen innen – wie auf Videos auf Social Media zu sehen ist. Im Erdgeschossbereich befindet sich auf der rechten Seite ein weiterer Ausgang. Bildquelle: Rekonstruktion SRF (Foto- Videoanalyse, Geoportale).
Am Ende des Terrassenbereichs befindet sich der offizielle, schmale Ausgang der Bar. Durch das starke Gedränge an der Tür schafften es viele Menschen nicht, das Gebäude rechtzeitig zu verlassen.
Die Terrasse war verglast und überdacht. Die Scheiben waren zum Unglückszeitpunkt verschlossen. Auf einem Video auf Social Media ist ein Mann zu sehen, der von aussen eine solche Scheibe mit Kraft öffnete. Eine eingeschlossene Frau konnte sich so ins Freie retten. Ob dieser Fluchtweg auch von anderen Menschen genutzt werden konnte, ist offen.
Weiterer möglicher Notausgang im Untergeschoss
Im hinteren Bereich des Untergrunds zwischen der Hauptbar und dem «Le Clandestin» soll es auch einen Notausgang gegeben haben. Inwiefern er in der Nacht des Unglücks genutzt wurde und wo er genau war, bleibt weiterhin unklar.
Ob die Fluchtwege im «Le Constellation» den Vorschriften entsprachen, ermitteln nun die Strafverfolgungsbehörden. Wie viele Menschen zum Unglückszeitpunkt in der Bar waren, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Klar ist: Auf der Website von Crans-Montana wurde das «Le Constellation» mit einer Kapazität von 300 Personen beworben.
Hinweis: Die 3D-Modelle enthielten zum Zeitpunkt der ersten Publikation am 07.01.2026 noch nicht alle Details, weil sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei rekonstruiert werden konnten.