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Corona-Krise: Zurück zur Normalität
Aus Tagesschau vom 15.04.2020.
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Lockerung der Massnahmen So wollen Parteien und Berufsverbände die Schweiz hochfahren

Morgen will der Bundesrat den Weg aus der Corona-Krise weisen. An Forderungen mangelt es nicht. Eine Übersicht.

Das fordern die Parteien

SVP und FDP: Die SVP hat bereits Ende März präsentiert, wie sie die Schweiz aus der Coronakrise führen würde. So fordert sie, dass Läden und Restaurants unter Einhaltung der Schutzmassnahmen ab dem 20. April wieder öffnen. Schutzmasken sollen für alle obligatorisch und der Bund für dessen Beschaffung zuständig sein. Zudem sollen die Schulen möglichst bald wieder öffnen. Letzteres fordert auch die FDP. Sie setzt sich ebenfalls für eine rasche Öffnung aller Geschäfte ein.

Mitte: Von der Mitte-Fraktion gibt es keine Exit-Strategien. Die CVP stellt aber wirtschaftspolitische Forderungen – etwa, dass Kitas finanziell unterstützt werden. Zudem dürfe die Krise nicht zum Anstieg der Krankenkassenprämien führen. Die GLP fordert einen Gipfel zwischen Wissenschaft und Politik, um Ausstiegszenarien zu definieren, sowie mehr Hilfe für KMU und Selbständige.

SP und Grüne: Wie die Lockerungen aussehen, überlassen auch die linken Parteien dem Bundesrat. Sie verlangen allerdings Investitionen und, wie die CVP, eine finanzielle Unterstützung der Kitas sowie eine Plafonierung der Prämien.

Kinder
Legende: Den Kindertagesstätten fehlen Einnahmen, weil viele Eltern ihre Kinder zurzeit nicht zur Betreuung bringen. Der Bundesrat hat eine Finanzierung der Kitas bisher aber abgelehnt. Keystone

Das fordern die Berufsverbände

Der Gewerbeverband verfolgt den Ansatz, dass die einzelnen Branchen selber Konzepte erarbeiten, um bei einer Wiedereröffnung die Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen einzuhalten. Drei Beispiele.

  • Detailhandel: Läden mit geringer Ansteckungsgefahr, etwa Gartencenter, sollen sofort wieder geöffnet werden. Auch sollen die Absperrungen in Supermärkten beim Sortiment, das nicht zum täglichen Bedarf gehört, sofort wieder aufgehoben werden, so der Berufsverband. Läden, die bereit seien, verschärfte Massnahmen (etwa Handdesinfektion für Kunden, Schutzmasken für Angestellte und Social Distancing) zu treffen, sollten ohne zusätzliche Bewilligung ab am 20. April wieder öffnen können.
Schaufenster mit heruntergelassenem Gitter
Legende: Modegeschäfte sind nun seit knapp einem Monat geschlossen. Der Verband der Filialunternehmen fordert eine sofortige Öffnung aller Läden – unter Einhaltung von Hygieneauflagen. Keystone
  • Coiffeure und Kosmetik: Ab dem 19. April sollen die Geschäfte wieder öffnen, ausser für Risikogruppen und in Risiko-Institutionen wie etwa Altersheimen. Die Angestellten sollen Schutzmasken und Handschuhe tragen. Die Kunden würden ebenfalls Mundschutz tragen, zudem kämen Einwegumhänge zum Einsatz. Bei nahem Kundenkontakt, etwa in der Kosmetik, sollten die Angestellten einen Plexiglas-Gesichtsschutz tragen. Getränke würden in Einwegbechern serviert, Zeitschriften dürften nicht mehr ausgelegt werden. Ende Mai sollen aus Sicht des Coiffeurverbandes alle Geschäfte wieder geöffnet werden.
  • Fitnesscenter: Die Geschäfte sollen ab dem 27. April wieder öffnen können, fordert der Berufsverband. Pro 100 Quadratmeter Trainingsfläche sollen sich max. zehn Personen im Raum aufhalten dürfen. Bei Gruppen-Fitnessbereichen sollen Pausen zwischen den Kursen sollen ein Kreuzen der Gruppen verhindern. In der Garderobe soll jede zweite Dusche gesperrt, Saunen und Wellnessbereiche sollen weiterhin geschlossen bleiben.

Laufbänder
Legende: Der Abstand von zwei Metern muss auch bei Cardio- und Kraftgeräten gewährleistet sein. Der Berufsverband sieht vor, etwa bei Laufbändern jede zweite Station zu schliessen. Zudem sollen die Geräte versetzt aufgestellt werden. Keystone

Das fordern die Gewerkschaften

Der Schweizer Gewerkschaftsbund bezeichnet den Druck der Wirtschaftsverbände, so rasch wie möglich zum Normalzustand zurückzukehren, als «verantwortungslos».

Wiederöffnung der Schulen: Wer betreut die Kinder?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der SGB warnt vor einem Betreuungsnotstand: Sobald die Schulen öffnen, sind Kinder einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Gleichzeitig sind auch viele Eltern wieder auf der Arbeit – besonders gefährdete Grosseltern kommen kaum für die Kinderbetreuung infrage.

Unabhängig davon, welche Branchen früher oder später schrittweise geöffnet werden könnten, sei der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eine unabdingbare Grundlage. Es brauche verbindliche Regelungen seitens des Bundesrats, wie insbesondere Angehörige der Risikogruppen nach einer Lockerung der Massnahmen am Arbeitsplatz geschützt werden könnten.

Quelle: Massnahmen des Bundesrats gegen das Coronavirus (Auswahl)13.03.20Verbot Veranstaltungen > 100 PersonenEinführung Schengen-GrenzkontrollenEinreise aus Italien mit Ausnahmen verboten10 Mrd. Fr. Soforthilfe Kein Unterricht an SchulenMax. 50 Personen in Restaurants, Bars, Diskotheken 18.03.20Betreibungsverbot bis 19. AprilGrenzkontrollen und Einreiseverbote ausgedehnt20.03.20Versammlungsverbot > 5 PersonenMassnahmenpaket von 32 Mrd. Fr.Ausweitung, Vereinfachung der Kurzarbeit 16.04.20Bekanntgabe der etappenweisen Lockerung der Massnahmenab 27.04.: z.B. Öffnung von Coiffeuren und Baumärktenab11.05.: z.B. Öffnung obligatorischer Schulenab 08.06: z.B. Öffnung von Zoos und Museen25.03.20Programm zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen (20 Mrd. Fr.)Anpassungen bei Kurzarbeitentschädigung03.04.20Bürgschaftsvolumen für Liquiditätshilfen auf 40 Mrd. Fr. erhöht08.04.20Shutdown bis 26. April verlängert,schrittweise Lockerung Ende April Ausweitung Kurzarbeit16.03.20«Ausserordentliche Lage»Einsatz von rund 8000 Armeeangehörigen in Spitälern, Logistik und SicherheitsbereichGrenzkontrollen zu Deutschland, Österreich und Frankreich sowie EinreiseverboteGeschäfte müssen schliessen (ausser Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen)«Besondere Lage» gemäss Epidemiengesetz Verbot Grossveranstaltungen > 1000 Personen 28.02.20EXIT

Rendez-vous vom 15.4.2020;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Muller  (syd)
    Schweden zeigt ja, dass es mit den nötigen Massnahmen wie Abstand und Hygiene keine übertriebene Einschränkungen braucht, um eine zu schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern. Es sollte jetzt nun jedem klar sein, wie man sich verhalten muss und es ist höchste Zeit, das Leben zurück zur Normalitat zu bringen, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird.
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Schweden hat aber etwa gleichviele Tote die in der Schweiz. Daraus lässt sich auch schliessen, dass es in Schweden etwa gleichviele Infizierte geben muss. Eine Abflachung der Kurve in Schweden zeichnet sich noch nicht ab. Es ist viel zu früh Schweden schon ein Erfolg auszustellen. Höchstwahrscheinlich kommt auch in Schweden noch eine Ausgangsbeschränkung, wenn sich die Fallzahlen so weiterentwickeln.
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Zweitens hoffe ich doch sehr das es eine radikale Preis Überwachung, oder sogar vorgeschriebener Festpreis gibt für Maske. Statt wie bis jetzt Mafia ähnliche Abzockerei.
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Erstens sollte die Wirtschaft zurück stehen, dafür die allgemeinen Gesundheit zuerst berücksichtigt werden. Dieser SVP mit ihre hau Rück Mentalität alla Trump überzeugt mir nicht, und ist ganz sicher nicht im intresse der bevölkerung. Auch die haltung der FDP ist geprägt von sehr kurzsichtig denken.
    Ich hoffe sehr das der Bundesrat wie bisher so besonnen weiter regiert, zum allgemeinen wohl des ganzes Volkes. Und nicht einknickt durch die ungerechfertige Druck der Wirtschaft.